Minister Smith veröffentlicht die Welfare of Greyhounds Bill

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Autor Thema: Minister Smith veröffentlicht die Welfare of Greyhounds Bill  (Gelesen 2589 mal)

Oval 5

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2011

"In Irland tut sich seit geraumer Zeit einiges zum Thema Tierschutz.
Und es betrifft auch die Greyhounds.

Im vergangenen Jahr ist ein Gesetz beschlossen worden, um unter anderem der Problematik
der ungebremsten Hundezucht in fabrikähnlichen Zuchtanlagen (puppy mills/puppy farms) in
Irland Herr zu werden - der "Dog Breeding Establishment Act 2010". (PDF). 

Die Greyhounds wurden aufgrund massiver Proteste aus dem Gesetz ausgenommen, da u.a.
eine Bewertung der Hündinnen generell als Zuchthündinnen (egal, ob mit ihnen gezüchtet
werden sollte oder nicht) zu schwerwiegenden Problemen geführt hätte und die Greyhound-
Züchter wie -Besitzer sich mit den massiven Vorschriften seitens des Bord na gCon / IGB
(Irish Greyhound Board) ausreichend reguliert gefühlt haben (1).
Im Gegenzug verständigte man sich darauf, den  Greyhound Industry Act of 1958 (PDF),
der die Greyhound Industrie reguliert, zu erweitern und an den Dog Breeding Establishment
Act 2010 anzugleichen soweit dies sinnvoll und machbar erscheint. 

Die Welfare of Greyhounds Bill 2010 (seanad) (PDF) ist der zugesagte Gesetzesentwurf zur 
Reglementierung der Zucht und Unterbringung für die Greyhounds, die den Kompromiss
ermöglicht hatte, die Greys aus dem Dog Breeding Establishment Act 2010 auszunehmen.
Diesen Gesetzesentwurf hat der Minister für Landwirtschaft, Fischerei und Lebensmittel,
Brendan Smith TD, im Dezember letzten Jahres vorgestellt.

Unter den Pressemitteilungen des Ministeriums findet sich dazu folgender Text:
zum Original


Minister Smith veröffentlicht die "Welfare of Greyhounds Bill 2010"
(Gesetzesvorlage zum Wohlergehen der Greyhounds)

Der Minister für Landwirtschaft, Fischerei und Lebensmittel, Brendan Smith TD, veröf-
fentlichte heute die Welfare of Greyhounds Bill 2010. Es ist vorgesehen, daß der Entwurf
Anfang des Jahres 2011 als "Seanad Bill" vorgestellt wird.

Minister Smith sagte, es sei das politische Ziel des Gesetzes, "den Level des Wohlergehens
der Greyhounds in der Greyhound-Industrie zu regulieren und werde den "Dog Breeding
Establishment Act 2010" vervollständigen. Wie auch immer, die gewählten Methoden
differieren in bestimmten Bereichen, Rücksicht nehmend auf die spezielle Art und auferlegten
Kontrollen bezüglich der Haltung registrierter Greyhounds."
Der Minister bestätigte der "Greyhound-Industrie, ein gut regulierter Industriezweig zu sein
mit einem gut funktionierenden System von Selbst-Regulation, das eine sehr nützliche und
wertvolle Basis für dieses Gesetz darstellt. Die Industrie registriere und kennzeichne alle
Greyhounds um die Integrität des Greyhound Rennsystems zu sichern."

Das Entwurf schreibt die Entwicklung eines neuen Registers von Greyhound-Zuchtanlagen
vor, unter die alle Anlagen zu zählen sind mit 4 oder mehr Greyhound-Hündinnen über 15
Monaten, die bereits zur Zucht verwendet wurden, oder mit denen gezüchtet wird. Das
Gesetz ist gültig für alle Greyhounds in der Renn- oder Coursing-Industrie, die sich definieren
als alle im Irish Greyhound Stud Book (Zuchtbuch) eingetragenen Tiere, gleichgültig ob sich
der Greyhound in einer registrierten Zuchtanlage befindet oder nicht.

Das Entwurf beschränkt die maximalen Würfe einer Zuchthündin. Generell wird die Wurfzahl
einer Hündin auf 6 Würfe beschränkt. Sollte ein Tierarzt aber bestätigen, daß der Hündin aus
weiteren Würfen kein Nachteil entstünde, sind zwei weitere Würfe erlaubt. Weiterhin wird das
Mindestalter der Zuchthündin auf 15 Monate festgelegt. Dies ist deutlich höher, als es der
Dog Breeding Establishment Act 2010 für die übrigen Hunde festgelegt wurde. Dem Irish
Coursing Club wird es untersagt sein, Würfe registrieren zu lassen von Hündinnen, die bei der
Geburt noch keine 15 Monate alt sind und in der Folge können solche Hunde später nicht an
Rennen oder Coursings teilnehmen.

Die Gesetzesvorlage setzt darüberhinaus weitreichende Befugnisse für Inspektionen der
Welfare Officers fest, die von Bord na gCon, Irish Coursing Club oder lokalen Amtsträgern
bestellt werden und gibt ihnen das Recht, zu inspizieren und Verwarnungen im Sinne des
Tierschutzes aussprechen. Derartige Verwarnungen können weitreichende Veränderungen im
Interesse des Wohles der Greyhounds erforderlich machen. In diesem Zusammenhang gibt es
Vollzugspläne ebenso wie spezialisierte Vorschriften zu den einzelnen Vorgehensweisen,
Strafen und der Möglichkeit festgelegter Geldbußen.

Der Minister überbrachte seine Wertschätzung "all denen, die Kompromisse eingegangen sind
während der Erarbeitung der wesentlichen Punkte des Entwurfes, im speziellen der Bord na
gCon, des Irish Greyhound Bord und die vielen Tierschutzorganisationen. All diese Einsichten
trugen zur Erstellung dieser fortschrittlichen Gesetzesvorlage bei, in deren Fokus sich der
Erhalt hoher Wohlfahrtsstandards in der Greyhound Industrie befindet, die man bereits
erkannt hat." Der Minister fuhr fort "Ich bin erfreut, daß wir diesen wichtige Gesetzesentwurf
nun veröffentlichen konnten, das den Dog Breeding Establishments Act vervollständigt und
das sich vollkommen deckt mit den Prinzipien, die den bevorstehenden "Animal Health and
Welfare Act" beseelen. Ich sehe der schnellen Erlassung des Gesetzes erwartungsvoll
entgegen."

Datum der Veröffentlichung: 13 Dezember 2010


(Übersetzung Oval 5 mit freundlicher Unterstützung von Thetis)


am 26.April 2011 ist dieser Entwurf verfallen wegen der Auflösung des 23 Seanad
(was immer das heißt :-)

Die Fortsetzung macht nun die "Welfare of Greyhounds Bill 2011" (PDF) als neue Gesetzes-
vorlage, die am 25 Mai 2011 Jahres vorgestellt wurde.
Die Texte unterschieden sich fast nicht, an einigen Stellen sind minimale Veränderungen in
der Formulierung und Präzisierung vorgenommen gegenüber der Version von 2010.
Zwei Zitate habe ich herausgenommen und mit meinen wirklich nicht wissenschaftlichen
Englischkenntnissen hoffentlich korrekt übersetzt, weil ich sie für bedeutend halte für die
Zukunft der Renngreyhounds auf der Insel.

"16.—(1) The operator of a greyhound breeding establishment that
is not entered in
the register commits an offence"

Der Betreiber einer nicht registrierten Greyhound Zucht begeht eine Straftat.

und
"20.—(5) A person who, without reasonable excuse, fails to comply with
a welfare notice
commits an offence."

Eine Person, die ohne angemessene Entschuldigung die Auflagen der Verwarnung im Sinne
des Tierschutzes nicht erfüllt, begeht eine Straftat.



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Anmerkungen
(1)
Funktionen des Bord na gCon (= IGB):

Die Kontrolle, Förderung und den Betrieb der Greyhound-Rennen
Der Ablauf der Totalisator-Wetten
Die Regulierung der öffentlichen Auktionen von Greyhounds
Die Generierung von Zuschüssen für Preisgelder und der Allokation von Finanzzuweisungen
um die Annehmlichkeiten auf Rennbahnen zu verbessern
Die Lizenzierung von Greyhound-Rennbahnen und ihren Beamten
Die Zulassung der Buchmacher für-Geschäft auf Rennbahnen und die Erhebung von Abgaben
auf Kurs-Wetten.
Die Förderung der Greyhound Exporte
Die Gesamtkontrolle des Coursing
--

Zusammenfassung Welfare of Greyhounds Bill 2011 Stephen Donnelly Stand 26.5.2011

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Oval 5

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12.11.11

Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis das endgültig unter Dach und Fach ist!

Ich habe grade einen Artikel in der Irish Times gefunden vom 12. November, in dem es
heißt der neue Irische Präsident ist dabei sein Kabinett zu bilden. Es sieht so aus, als
wäre das erste Gesetz das er unterzeichnen werde die Welfare of Greyhounds Bill
sein, die vergangene Woche ihre letzte Hürde im Senat genommen hatte.

Sobald die Welfare of Greyhounds Bill unterzeichnet ist, ist auch der Weg frei für
den zuständigen Minister, Phil Hogan den Dog Breeding Establishment Act zu
unterzeichnen, der die Puppy Farmen reglementieren wird und wohl verabschiedet ist
aber eben wegen des noch nicht abgeschlossenen Verfahrens zur Welfare of
Greyhounds Bill
auf seine Unterzeichnung wartet.

Wer den Artikel gerne im Original lesen möchte:

The Irish Times - Saturday, November 12, 2011
Dogs Bill is first out of the traps for Michael D

WASN’T IT a lovely day yesterday? (Rain notwithstanding.) One of the first
things Michael D has to do as President is choose the members of his Council of
State. .........
Meanwhile, it looks like the first Bill to be signed into law by the new President will
be the Welfare of Greyhounds Bill, which passed its final stages in the Seanad during
the week.
Dog lover Michael D will, doubtless, sign with alacrity. The Bill, which had cross-
party support, puts in place a framework – with appropriate legal sanctions – to
ensure the best levels of welfare for greyhounds.

.......(weiter)..................
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Oval 5

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18.11.2011 - es ist geschafft!
 daumen.gif
 
Der neue Irische Präsident Michael D Higgins hat die Welfare of Greyhounds Bill
bereits am Mittwich den 16.11.2011 unterzeichnet.

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Oval 5

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Aus dem "Welfare of Greyhounds Bill" (Gesetzesentwurf) war mit der Unterschrift also
der "Welfare of Greyhounds Act 2011" geworden.

GRAI hat in einer Stellungnahme vom 18.8.2015 nicht nach Welfare of Greyhounds Act
regelkonforme Zuchtpraxis in mindestens 2 Fällen angeprangert. Dabei sollen Hündinnen
in zu hohem Alter (9 und 10 Jahre) mit zu vielen Würfen (9) ausgemacht worden sein.

Das nehme ich mal als gegeben.

Ein Satz hat mich dann aufmerken lassen:
Zitat
..........The two greyhound mothers that GRAI is aware of gave birth to their ninth litters

at the ages of nine and ten years old – clearly illegal but also putting the greyhound
mothers lives and health at risk, especially given their ages when giving birth. A written
question to Minister Simon Coveney was submitted by Niall Collins TD on 16 July 2015,
concerning these unlawful greyhound litters. Minister Simon Coveney was informed
by the ICC that they were acting in compliance with Article 11 of the Act, and that the
litters in question were registered in the UK stud book – despite being bred and born in
Ireland. The ICC further advised that a rule amendment is being prepared to stipulate
that greyhounds born in Ireland must be registered in Ireland.
.......

.... Der ICC informierte Minister Simon Coveney, daß er in Einklang mit § 11 des Welfare of
Greyhounds Act
handelte, und daß die besagten Würfe im UK-Zuchtbuch registriert worden
seien - obwohl in Irland gezüchtet und geboren. Der ICC kündigte weiterhin an, daß eine
Änderung der Regel auf den Weg gebracht werden soll, dernach in Irland geborene
Greyhounds auch im Irischen Zuchtbuch (Anm: und folglich nach irischen Gesetzen)
registriert werden müssen. 
Übersetzung Oval@greyts.eu


GRAI stellt im weiteren Text fest, daß Änderungen schon mal fast ein Jahrzehnt gebraucht
haben, bis sie endlich formuliert und beschlossen waren. ...

Für hier soll das ein weiteres Puzzlesteinchen zum Verständnis sein. Nicht mehr und nicht
weniger. Das Bild der Wirklichkeit um eben (mindestens  wink.gif ) einen zusätzlichen
Aspekt ergänzen. Einer macht Regeln, der nächste sucht sich einen Weg, diese zu umgehen. 

 
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Oval 5

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Weiterhin sind scheinbar vom IGB Gesetzesänderungen in Vorbereitung.
● Demnach soll es künftig eine Verpflichtung geben, die Medikation der Greyhounds
schriftlich festzuhalten - so etwas in der Art gibt es im UK schon lange.
● Dann gibt es wohl Überlegungen, eine Lizenz für Kennel-Mitarbeiter zu machen.
● Und ein Verbot für Handys und andere elektrische Apparate in Bereichen von
Stadien und während der Parade der Hunde.

Das entnehme ich den Stellungnahmen von GRAI  icon_arrow.gif dazu.

Die Hintergrundüberlegungen dazu habe ich noch nicht gesucht oder gelesen.


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