Tetanus bei Hunden - aus gegebenem Anlaß ...

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Autor Thema: Tetanus bei Hunden - aus gegebenem Anlaß ...  (Gelesen 1989 mal)

Oval 5

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Weil ich grade die schauerliche Nachricht bekommen habe, daß ein mir
wirklich lieber junger Hund an Tetanus gestorben ist, hier ein paar nützliche
Hinweise und die Links dazu. Ich werde in meinen Worten knapp wieder
geben, was ich gefunden habe, falls die Links (ganz unten) irgendwann
wieder mal nicht gehen..


1.) Unter anaeroben Bedingungen (also wenn kein Sauerstoff vorhanden
ist) entwickeln sich in Wunden (auch kleinen) aus langlebigen, in der
Umgebung vorhandenen Sporen Bakterien von Clostridium tetani.
Tetanus (=Wundstarrkrampf) wird durch die Nervenschädigungen im Gehirn
durch das Gift (=Toxin) Tetanospasmin verursacht, das das Bakterium
Clostridium tetani abgibt. (Das Tetanolysin wirkt herzschädigend).

2.) Tetanus ist bei Hunden selten. Eine Impfung ist deshalb (im Gegensatz
zu Mensch oder Pferd) ungewöhnlich. Es kann theoretisch bei fast jedem
Hund zu einer Infektion kommen. Leider ist Tetanus aber sehr gefährlich.
Nicht rechtzeitig erkannt (und richtig diagnostiziert) ist ein Wundstarrkrampf
auch für den Hund lebensbedrohlich. 

3.) Erwachsene Tiere scheinen im Lauf der Zeit eine Art Antikörper gebildet
zu haben gegen das Bakterium und deshalb seltener unter schweren
Tetanus-Erkrankungen zu leiden als Junghunde. Wie gesagt: Tetanus-
Erkrankungen
sind bei Hunden an sich schon sehr selten..

4.) Die Symptome können Tage oder auch Wochen nach der eigentlichen
Infektion auftreten. Bei kleinen Verletzungen hat man diese leicht längst
vergessen bis es zu Schwäche, Unruhe, Muskelsteifheit, unkoordiniertem
Gang bis hin zu Krämpfen, Muskelspasmen und Atembeschwerden
kommt.
Bei schwerem Verlauf verspannen sich zunehmend mehr Bereiche des
Körpers, der Hund steht dann wie ein Sägebock, ist ungewöhnlich
schreckhaft, geräuschempfindlich und kann Probleme bekommen beim
Schlucken, Trinken, Atmen.
Die Symptome treten häufig erst mal im
Bereich der Verletzung auf.

5.) Besonders auffällig ist das sogenannte "Tetanus-Gesicht", daß sich
durch die Verkrampfung der Gesichtsmuskulatur ergibt (beim Menschen
'Teufelsgrinsen'). Dauerhaft nach oben innen verdrehte Ohren, verspannte
Augenpartie wodurch das weiße der Augen sichtbar wird, starrer Blick,
angespannte Lefzen
etc.
Ich mach eine Zeichnung und füge die dann hier ein! (Der Begriff Teufelsgrinsen
trifft es ganz gut.) edit, 10.10.17 - ist fertig und unten eingefügt.

6.) Man muß sicher stellen, daß man eine Vergiftung mit
Krämpfen auslösenden Stoffen ausschließen kann
.
 

7.) Vorbeugend ist eine gute Wundversorgung und ein entsprechendes
Antibiotikum generell wichtig.
(Wenn sich das Bakterium gar nicht erst
entwickeln kann in der Wunde, ist das Thema schon erledigt...!) Ich nehme
mal an, daß die 'normale' Wundversorgung durch uns und unsere Tierärzte
dazu führt, daß Tetanus beim Hund so selten auftritt. Ohne Antibiotika-
Abdeckung wird das künftig möglicherweise ganz anders aussehen.

8.) WENN beim Hund Tetanus ausbricht, muß man bis zur Genesung richtig
viel Aufwand betreiben, um die Körperfunktionen soweit möglich aufrecht
zu erhalten. Eine Garantie, daß der Hund überlebt, gibt es nicht. Wenn er
gesund wird, kann er aber auch wieder ganz gesund werden weil sich die
Gifte wieder abbauen im Lauf der Zeit. Ohne den Tierarzt geht gar nichts!


Quellen:
Canosan - Tetanus beim Hund - selten aber gefährlich

hunde-fan.de - Tetanus beim Hund

Dr. Vet. Ralph Rückert - Tetanus beim Hund - sehr selten, sehr gefährlich!

Corinna mit Pebbles - Erfahrungsbericht Tetanus

entralling-golden.de Erfahrungsbericht Parker
Auch Hunde können an Tetanus erkranken





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Oval 5

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Re: Tetanus bei Hunden - aus gegebenem Anlaß ...
« Antwort #1 am: 10.10. 2017, 03h11 »

Die Zeichnung ist jetzt auch eingefügt.


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