Die Leine...

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Autor Thema: Die Leine...  (Gelesen 3640 mal)

Oval 5

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Die Leine...
« am: 19.06. 2014, 01h57 »

Eigentlich, glaube ich, habe ich mir über Hundeleinen früher nie viel Gedanken gemacht.
Man braucht so etwas, es muß zweckmäßig sein, also geht man in einen Laden und kauft, was man haben will...

Wieso dann jetzt ein Thema über Hundeleinen?
Nun, weil man halt im Lauf eines Lebens dann doch Erfahrungen sammelt und dann wird etwas, worüber man nie nachgedacht hat doch irgendwie komplexer.
Besser sollte die Frage lauten: Wieso mach ich da erst jetzt ein Thema dazu?
Und dann ist die Antwort nicht mehr ganz so einfach. Wahrscheinlich hab ich es schon so verinnerlicht, daß ich mir schon wieder keine Gedanken mehr mache.

Was muß eine Leine? Wozu haben wir das Teil?
1.) Sie muß den Hund festhalten auf mehr Abstand, als wenn wir den Hund direkt am Halsband nehmen.
2.) Die Leine soll dem Hund nicht ohne unser Zutun einen Impuls geben, wohl aber bei Bedarf zum Impuls taugen.
3.) Sie soll aus zuverläßigem Material gemacht sein und sauber, belastbar verarbeitet.
4.) Praktisch soll sie sein, unseren Bedürfnissen entsprechen.
5.) Wenn sie nicht gleich die Welt kostet schadet das nicht.
6.) Vielleicht soll die Leine auch schön sein?  smiley.gif

All diese Punkte haben einen Sinn:
Der Hund soll sicher festgehalten werden können,
um den Hund,
uns
und unsere Umgebung
vor unliebsamen Situationen zu bewahren!

Diesen Satz sollen wir eigentlich alle mal mit eigenen Händen schreiben.
Genau so wie er da steht.

Denn aus dieser Sinn-Beschreibung ergeben sich für die Entscheidung beim Kauf oder auch beim Selbermachen von Leinen klare Qualitätskriterien, die die Auswahl entscheidend beeinflussen. Haben wir vor dem Kauf nachgedacht, sparen wir uns schlechte Qualität oder Fehlkäufe, auch wenn die noch so hübsch wären.

Gehen wir die einzelnen Stichpunkte doch mal durch:

zu 1.) Festhalten auf Abstand
Mein erster Hund war eine Katastrophe an der Leine. Hat gepöbelt, sich zum Drachen aufgespielt. Aber, er ist wirklich sehr gerne streunen gegangen und rechtzeitig vor dem Rückweg mußte ich möglichst unbemerkt den Haken an das Halsband kriegen, um nicht später den Hund suchen zu müssen. Heute wäre so einer eine Katastrophe, damals war das hauptsächlich nervig.
Dann hatte ich einen, da war die Leine eher dazu da, den Mitmenschen ein Gefühl zu geben, daß ich mich an ihre Regeln halte - der Hund selber hätte sie nicht gebraucht, ist nicht davon gelaufen und hat mich auch im ärgsten Getümmel nicht verloren.
Die Windhunde mit ihrer starken Ansprechbarkeit durch optische Reize sind ohne Leine de facto für die allermeisten Menschen nicht sicher zu führen. Ich mache da keine Ausnahme und nein, ich habe auch keinen übermäßigen Ehrgeiz in der Richtung. Meine Hunde sollen folgen lernen, aber bevor ich uns in Grund und Boden richte mit Drill und Idealen, bin ich auch mal locker genug den Hund lieber einfach anzuhängen. Unser modernes Leben am besten noch in dicht besiedelten Gebieten liefert viel zu viel Reize, um einem Sichtjäger ohne Leine da wirklich trauen zu können. Einmal vor's Auto gelaufen reicht, um unglaubliche Schäden zu verursachen. Das geht ganz einfach gar nicht.     


zu 2.) Impuls nur beabsichtigt.
Die Leine soll so beschaffen sein, daß sie den Hund nicht beeinträchtigt oder beeinflusst, ohne daß wir das machen! Die Leine soll nicht ständig am Halsband/Geschirr ziehen, keine schlenkernden Karabiner oder Metallringe etc. im Gesicht oder gar an den Zähnen vom Hund platzieren, nicht ungewollt schwer baumelnd die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Die Leine ist unser direkter "Draht" zum Hund auch in der Erziehungsarbeit. Wehe, wenn sie da kaputt macht, was wir grade aufbauen wollen. Umgekehrt soll sie aber auch feinste Signale sicher zum Hund transportieren (sic!). 
   

zu 3.) Zuverläßiges Material belastbar verarbeitet.
Auch wenn grade unter den Windhunden viele fast wie eine Feder an der Leine gehen - im Fall der Fälle z.B. eines flüchtenden Hasen können die Kräfte einen Moment lang gewaltig sein. Da müssen Material und Verarbeitung auch nach ein paar Jahren bitte noch ihren Dienst tun. Man gewöhnt sich nämlich auch an einen Gegenstand wie eine Leine gerne wie an gut eingetragene Schuhe und will den nicht so gerne wieder gegen einen neuen tauschen...


zu 4.) Praktisch
Jetzt wird es interessant - was heißt "praktisch"? Jeder hat andere Vorstellungen von seinem Leben, von der Art, wie er sich mit dem Hund in der Welt bewegt. Je nach Lebensentwurf muß eine Leine ganz unterschiedliche Situationen bedienen. Eine Ausstellungsleine taugt nicht, um damit den Hund am Fahrrad zu führen etc.
Ich habe für die Windhunde, die ja vergleichsweise viel Zeit draußen an der Leine laufen, gerne lange Leinen, die sich bei Bedarf einfach und schnell verkürzen lassen und auch eben mal irgendwo fest gemacht werden können.
Zum Aufsammeln der Hundehaufen mit dem Tütchen möchte ich bitte beide Hände frei haben, ohne die Leinen aus der Hand verlieren zu können, nur weil da ein Eichhörnchen über die Straße läuft.
Die Karabiner können auch einfacher oder schwieriger zu bedienen sein - wenn die Finger im Winter mal klamm und kalt sind, merkt man schnell, wenn man sich zu wenig Gedanken gemacht hatte.
Alles Gesichtspunkte, die man vor dem Einkauf mal überlegen soll.


zu 5.) Preiswert (nicht billig!!!).
Preiswert heißt, daß etwas seinen Preis wert ist. So viel darf eine gute Leine kosten. Ist sie gut, brauchen wir dafür nicht notwendigerweise 5 verschiedene. Es kann also sogar billiger werden, wenn wir uns für eine gute Leine entscheiden, die ihren Preis einfach wert ist, statt alle Jahr oder für jeden Zweck eine neue zu brauchen.

 
zu 6.) Schön? 
Ja... schön sein soll sie auch, die Leine für einen schönen Hund - schließlich schauen wir sie uns täglich an und wofür soll das gut sein, daß wir uns den Genuß am Windhund verderben mit einer häßlichen Leine? smiley.gif


Und dann gibt es einen Punkt, den ich bisher nicht angesprochen habe:
Den Aspekt der eigenen Sicherheit.
Eine Leine MUSS so gemacht sein, daß man selber keinen Schaden nimmt bei der Handhabung und auch dem Hund darf bitte kein Schaden entstehen. Zum großen Teil hat das mit der Handhabung der Leine zu tun, aber man soll sich nichts vor machen: Je leichter man sich an, mit oder durch eine Leine verletzt, desto größer die Wahrscheinlichkeit, daß auch mal was passiert.
Große Windhunde wie der Greyhound, von denen mancher Vertreter über 40 kg erreichen kann, sind ausgesprochen kräftige Tiere. In der Beschleunigung aus dem Stand sind sie Weltklasse! Jeder Kompromiss in Sachen Verletzungsverhütung ist wirklich bedenklich. Was mit einem Whippet vielleicht noch gut geht, kann bei einem Greyhound auch Finger kosten. Das soll und kann man vermeiden, indem man sich rechtzeitig Gedanken macht.

Wie es aussieht, wenn man mit der Flexi-Leine Fehler macht, kann (und soll) man sich im Artikel der Home FurEver Rescue anschauen - die Fotos sind gelinde gesagt eklig!
5 reasons the retractable dog leash is the worst invention, EVER (5 Gründe, wieso die Flexi die schlimmste Erfindung aller Zeiten ist) icon_arrow.gif 

Erst vor ein paar Tagen hab ich wieder eine Hundesuche eingestellt zu einem Hund, der vor dem hinter ihm am Boden schleifenden Handgriff eine Flexi panisch davon gelaufen ist - immer das Teil auf den Fersen natürlich, ist ja fest gemacht am Hund... . So einen Fall hab ich sogar im Bekanntenkreis erlebt. Das kann ganz böse in's Auge gehen.
Ich weiß, daß es auch unter den Windhund-Haltern welche gibt, die auf die Flexi schwören und auch gut damit umgehen können. Ich will da keine Doktrin aufstellen. Die Stichpunkte oben soll aber bitte jeder für sich durchdenken, Vorteile und Nachteile abwägen und mit Verstand und realistischer Selbsteinschätzung für sich das passende Suchen.

Ich lauf mit einem breiten Bauchgurt und langen, einfach auf die Hälfte zu verkürzenden Leinen.
Die Fettlederleinen gefallen mir gut, sind aber eigentlich zu schwer und damit im Punkt 2 (Impuls) fast so unsinnig wie dauerziehende Flexi-Leinen.
Am wirklich besten haben sich für mich die aus sehr reißfestem, vergleichsweise leichtem Polyestergurtband (Baumarkt) mit guten Karabinern aus dem Pferdebedarf selber gemachten Leinen erwiesen. Da kann ich drei unterschiedliche Längen genauso einstellen, wie drei gleich lange Leinen - und alles immer mit Hüftgurt. Aber auch den Hüftgurt muß man mögen und auch der kann, wenn man die langen Leinen nicht unter Kontrolle hat, im Straßenverkehr oder in der Begegnung mit angreifenden Hunden zur Gefahr werden.

Wie gesagt: Jeder muß zuletzt für sich das passende finden. Einzig unverhandelbar ist der Sinn, den die Leine hat und der eben erfüllt sein muß.


   
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Joker

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Re: Die Leine...
« Antwort #1 am: 19.06. 2014, 12h44 »

Oh ja, das Thema Leine ist ein sehr spezielles.

Meine Leinen müssen haltbar und pflegeleicht, nicht zu schwer und nicht zu dick, aber auch nicht zu dünn sein. Ich schätze rundgenähte Lederleinen, die eine Dicke haben, die meine Finger fest umschließen können, ohne dass ich einen Betonklotz in der Hand habe. Der Nachteil dieser vom Umfang passenden Leinen ist sehr oft, dass der Karabiner nichts taugt, weil er zu klein ist. Denn auch Karabiner können brechen, wenn sie nicht zum Gewicht des Hundes passen. Und mich nervt das Gefummel im Winter mit Handschuhen/ klammen Händen. Der Karabiner muss auch mal gepflegt werden, zB nach einem Strandurlaub. Ist schon ungut, wenn man zwar eine Leine dabei hat, diese aber im Ernstfall nicht nutzen kann, weil der Karabiner versalzen und versandet ist.

Die Länge der Leine ist ebenfalls heikel für mich. In der Stadt nehme ich gern sehr kurze Leinen von 1,20 m. Da kann sich keiner verheddern. Und ich nehme dafür gern dünnes Fettleder mit Messingkarabiner. Haltbar, nützlich, unaufdringlich, edel.

Für das Rad bekommt der Terrier ein Geschirr an + zusätzlich eine Plastikleine 1,20 m Länge, die er hinterherschleift. Der Terrier läuft frei am Rad mit der schleifenden Leine, weil ich im Notfall vom Rad hüpfen kann und die Leine nur noch aufhebe oder drauftrete. Die Leine muss kurz und leicht sein, damit er sich nicht verheddert. Eine längere Leine führe ich zusätzlich mit.

Der Whippet ist noch nicht ausgewachsen, daher hat er noch keine für ihn ausgewählten Leinen. Aktuell hat er das gleiche Gewicht wie der Terrier und läuft an einer von dessen Leinen. Im Winter sehe ich wie groß und schwer er ist, dann bekommt er eigene Leinen.

Zur Flexi: Die Flexi ist nichts für gesellige Spaziergänge mit Mitmenschen. Hat mir aber immer gute Dienste geleistet. Korrekt, es muss beherzigt werden, dass man nicht losläßt, nie in die Flexi greift, nie den Hund damit anbindet, nie Spielerei mit anderen Hunden an der Flexi und immer die richtige Flexi für das Hundegewicht wählt. Auch eine Flexi nutzt sich ab und gehört unbedingt in den Müll, sobald die Rollautomatik nicht mehr einwandfrei funktioniert!

Zur Schleppleine: Nehme ich nicht, ziehe Flexi vor. Hier gibt es jede Menge Menschen, die 20 m Schleppleine an ihre Hunde knüpfen und diese dann über die Hundewiese düsen lassen. Meine Hunde haben schon 1000000x mit ihren schlanken Beinen in Schleppleinen verheddert dagestanden, während ich versucht habe, sie daraus zu befreien, ohne dass es eine Beißerei gibt oder sie ernsthaft verletzt werden. Der Hundehalter war nämlich sonstwo, während sein Hund meine Hunde einwickelte. Welchen Sinn hat eine Schleppleine, wenn ich sie nur an den Hund binde, der nicht gehorcht und abhaut? 

Parallel zur Hundeleine trainiere ich mit meinen Hunden "Halt". Das Kommando muss so sitzen, dass sie stehen bis ich "weiter" sage. Ansonsten kann die Flexi nicht vernünftig genutzt werden. Schon eine ganz kurze Verzögerung von Millisekunden durch ein Halt gibt dem Hasen Vorsprung und hält die Hunde vom Nachjagen ab, weil es sich nicht mehr lohnt. Bevor ich eine Flexi an den Hund binde, muss Hund überhaupt erstmal lernen an der Leine zu gehen. Ansonsten kann sich der Hund verletzen und auch für den Halter können die Rucke sehr schmerzhaft in der Schulter und Lende sein.

Aktuell überlege ich, ob ich eine Doppelleine anschaffe, an der ich beide Hunde anhänge. Dann können sie sich nicht verheddern. Aber meine Hunde reagieren unterschiedlich zB auf fremde Hunde. Der Whippet ist freundlich, der Terrier oft grantig. Habe ich beide Hunde an einer Leine, dann kann ich den Terrier nicht hinter mich nehmen und dem Whippet den Kontakt erlauben. Bei einer Beißerei sind immer beide meiner Hunde betroffen. Lasse ich die Leine los, dann kann keiner von meinen Hunden weglaufen, weil sie aneinander gefesselt sind..

Joker
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Oval 5

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Re: Die Leine...
« Antwort #2 am: 19.06. 2014, 17h41 »

Das mit dem "Halt" kann bei einem ehemaligen Rennhund auch mal einfach nicht funktionieren.
Also daß der das nicht lernt ist durchaus im Bereich des Möglichen. Für den Greyhound (also zumindest für den ehemaligen Rennhund) würde ich die Flexi tatsächlich als ungeeignet bezeichnen. Die Hunde kommen ja mit einer kompletten Ausbildung bei uns an - nur daß das, was sie gelernt haben und können, zum Großteil nicht mehr gefragt ist (denkle: Startkasten, Geschwindigkeit hinter der "beute" etc.

Muß ich einfach noch dahinter setzen, schließlich geht es hier viel auch um eben die ExRacer und es macht ziemliche Unterschiede, ob man einen Welpen groß zieht und ihm beibringt, was man von ihm erwartet, oder ob man einen "fertigen" Hund übernimmt, der zum Teil das genaue Gegenteil gelernt hat. Wobei die meisten Rennhunde wirklich sehr anständig an der Leine gehen. Ein kleines Signal und viele stehen wie angewurzelt. Nur ein akustisches "Halt" könnte auch mal Schall und Rauch sein.   

... und diese frei in der Landschaft mitgeschleiften Schleppleinen  shocked.gif
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Joker

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Re: Die Leine...
« Antwort #3 am: 19.06. 2014, 19h37 »

Vom Prinzip her bin ich von Schleppleinen begeistert. Aber mein Anspruch an den Einsatz ist, dass die Leine in der Hand des Halters bleibt und dieser damit arbeitet, ähnlich wie eine Longe am Pferd. Und genau deshalb mag ich die Dinger für mich nicht. Sie sind mir zu unhandlich. Schwer, nass, dreckig, wickeln sich in Büsche und um Bäume und ewig bin ich am hantieren: Aufwickeln, nachlassen, strafen, halten, aufwickeln, nachlassen ...usw Für einen überschaubaren Zeitraum, gut, aber eben nicht immer täglich.

An der Flexi schätze ich, dass die Leine sich selbst einzieht.

Zugeben muss ich, dass ich selbst nie eine Flexi an einen schweren Hund binden würde. Alles über 20 kg Hund mache ich nicht. Und ich selbst bevorzuge Flexi von maximal 5 m Länge. Bei Hunden über 20 kg muss ich eine Flexi wählen, die sehr schwer und riesig ist. Mit dem Ding kann man jemanden erschlagen. Dh die Flexi selbst hat ein irres Gewicht und daran hängt ein schwerer Hund. Sobald der Gas gibt, also zum Spurt ansetzt, fliege ich hinterher oder er reißt mir die Flexi aus der Hand. Die Folgen wären schlecht.

Allerdings hatte dieses Frühjahr eine Bekannte ein gebrochenes Schultergelenk, weil ihre Rhodesian Ridgeback Hündin an der Schleppleine zum Spurt absprang. Die Dame hielt fest, wurde wie eine Schachfigur nach vorne umgerissen und stürzte. Der Hund war dann auch unterwegs und hat den Feind verhauen.

Daher denke ich, dass beide Leinen Risiken bergen. Bei beiden Leinen darf man nicht träumen, muss achtsam sein, eventuell eine kurze Leine für schwierige Situationen mitführen und vorallem: Selbst erstmal den Umgang mit der jeweiligen Leine üben.

Wenn ich selbst 40 kg Hund an 20 m Schleppleine führe und irgendwo da vorne springt Beute auf, dann halte ich einen startenden Grey garantiert nicht fest. Der hat jede Menge Platz um Gas zu geben, so schnell rolle ich die Schlepp nie auf, die wird mir einfach aus der Hand gerissen. Genau das gleiche kann mir bei der Flexi passieren.

Daher macht nach meiner Auffassung das Üben des Kommandos "Halt" immer Sinn. Ein wenig Schwung aus dem Hund genommen und schon ist der Ruck in Arm, Schulter und Lende nicht mehr so hart.

Klar, junger Hund ist immer einfacher, aber vielleicht lernt es auch noch ein erfahrener Grey mit Sportlerkarriere???  klimper.gif Ausprobieren könnte man es? Tut doch nicht weh und die Frage ist, wie immer, wie verkaufe ich es dem Hund?!

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Maus

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Re: Die Leine...
« Antwort #4 am: 20.06. 2014, 23h17 »

Stimmt, Leine ist was ganz persönliches und muss zum Hund passen- je nach dem was es braucht für das jeweilige Mensch-Hund Team.
Ich führe meine Grey (34 kg) die in Irland trainiert wurde aber kein offizielles (registriertes Rennen lief) an einer 1.40m Leine, rund gearbeitet, kein Leder, sehr leicht, mit einer Schlaufe an meinem Ende (wenn ich sicher sein will wegen Wild oder so dann kann ich mir das unausschlüpfbar umschlingen), einem Karabiner den ich auch mit Handschuhen gut bedienen kann (gross genug) und ansonsten KEINEN metellenen Teilen.
Das war mir irgendwann besonders wichtig, denn bei Begegnungen musste ich lange (und ich vertraue noch nicht ganz darauf dass es nie mehr nötig sein würde) damit rechnen, dass ich (im Notfall) die Leine auch mal loslassen müsste können um ihr die Chance zur Flucht zu geben und damit nicht alles noch schlimmer für sie machen wollte (metellene Teile an der Leine sind meiner Meinung nach neben Felxi auch sehr schlecht für einen Hund der damit losdüst!).
Es war ein Schlüsselelement in unserer Beziehung als ich diese Leine bekam und ihre Vorteile entdeckte; plötzlich musste ich nicht mehr denken; shit, was machen wenn sie sooo bedrängt wird und Angst bekommt und flüchten will und ich kann sie vor den 2, 3 oder 4 anderen freilaufenden Hunden (von denen die Halter nicht reaktionsfähig sind) nicht schützen, wenn ich die Leine nicht loslassen und sie sich selber schützen lassen kann...(was alles passieren kann und dann noch der Vertrauensverlust!!!) das war ganz schwierig für mich. Mit dieser Leine hat sich dieses Problem gelöst. Plötzlich merkte ich; damit kann ich die Leine loslassen wenn es sein muss ohne die vorprogrammiere Katastrophe wie mit Flexi oder Leinen mit vielen Metallteilen (oder Schleppleine).
Es ist seither nie mehr kritisch gewesen, diese Leine hat uns viel Sicherheit gegeben.
Mehr Leine braucht sie auch nicht denn sie hat viel Freilauf. Sie hört aufs Wort. Selbst bei flüchtendem Wild (ob ihr es glaubt oder nicht es ist so!), die Leine ist wirklich nur zur Führung, nie zum festhalten. Das ist einfach so bei uns, warum weiss ich nicht genau aber es ist wunderbar. Damit will ich nicht sagen, dass ich ihren Jagdtrieb unterschätze oder NIE etwas passieren könnte- ich bleibe vorsichtig aber sie hat mir nie (NIE) Grund gegeben ihr diesbezüglich nicht zu vertrauen. Also vertraue ich ihr, aufmerksam und immer hinterfragend aber das Vertrauen hat sie verdient.
Meist muss ich sie an die Leine nehmen damit wir überhaupt vorwärts kommen weil sonst schlendert sie SO gemütlich durch die Gegend dass wir nie irgendwo ankommen würden...
Die Leine ist also bei uns sowas wie "das Kind an die Hand nehmen" (na komm jetzt..., hier lang gehts...). Nicht mehr und nicht weniger.

Hat man zwei oder mehr Hunde ist es eine ganz andere Geschichte. Das ist klar aber darüber weiss ich nicht soo viel.
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Oval 5

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Re: Die Leine...
« Antwort #5 am: 21.06. 2014, 12h59 »

Ich hätte die Prinzessin nicht los lassen dürfen.
Das hätte ein Desaster gegeben. Zum einen war sie bei Wildsichtung in ihrer Welt und hat nichts mehr gehört, d.h. sie wäre da auch so lange hinterher gelaufen, bis sie an einer Sperre eingegangen wäre. Zum anderen hätte sie bei einem Angriff durch andere Hunde wohl auch nicht rechtzeitig wieder die Bremse gefunden.

Und einen Blinden läßt man auch besser nur frei, wenn er nichts zu befürchten hat.
So einer Situation mit Angriff fremder Hunde hatte ich mal durchzustehen - noch bevor der "Kleine" dazu gekommen war. Nicht lustig, aber ohne mich wäre es nicht besser gelaufen. Letztendlich habe ich damals den fremden Hund bezwungen. Der war anschließend mit einigen Hundert m² Auslauf-Fläche an einer langen Laufleine am Hof gesichert. Weil das ganz einfach nicht geht, daß irgendwer seinen bissigen Hund frei streunen gehen läßt auf den öffentlichen Grund. Aber ich hätte gut verzichten können auf diese nächtliche Begegnung.

Ein Grey, der sich bei Wildsichtung abrufen läßt ist entweder kurzsichtig, oder hat nicht so recht den Trieb zum Hetzen, den man für Rennbahn/Coursing braucht. Oder sie hat nicht kapiert, daß man lebende Beute auch jagen kann?  tongue.gif
Jedenfalls ist das nicht "üblich" und Du darfst das als Luxus betrachten, so einen zu haben.
Das schreib ich hier eigentlich hauptsächlich für diejenigen dazu, die sich noch nicht entschieden haben, ob es ein Greyhound sein soll, oder eher nicht. Nicht daß ein verklärter Blick später zu wirklich bösen Situationen führt. Weil natürlich gibt es zu jeder Regel auch die Ausnahme - also auch mal einen Grey, der sich abrufen läßt selbst bei Wildsichtung. Aber normal ist das wirklich nicht.


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KimC

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Re: Die Leine...
« Antwort #6 am: 23.06. 2014, 17h50 »

Wie ich erfaren habe, hat die Leine ein Haken..
Wie der aussieht ist nicht egal.
Ich hatte probleme das sich manchmal bei mir ein Hund aus der Leine ausklinkte. Bis ich die Ursache fand.

Bei einem Haken kann sich etwas hinter oder auf dem recht geraden Knopf verfangen, und den RIgel zurückziehen. Der weisse Pfeil zeigt wo das problem entsteht.
Bei dem andere Haken ist der Knopf schräg, und es gibt kein zwischenraum wo sich was verfangen kann. Diese Leine hat sich nie ausgeklinkt. 



(edit Oval 5 - Attachments sichtbar gemacht - ich hoffe das war so in Deinem Sinne, daß die Bilder auch zu sehen sind)


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Joker

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Re: Die Leine...
« Antwort #7 am: 24.06. 2014, 22h51 »

Ah ja, klar, gut zu sehen. Morgen früh werde ich mal meine Leinen prüfen. Das wäre ein schlechter Scherz, wenn meine Hunde plötzlich durch das Dorf hinter einer Katze herjagen. Danke für den Tipp.

Joker
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Maus

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Re: Die Leine...
« Antwort #8 am: 29.07. 2014, 09h05 »

Zitat
Ein Grey, der sich bei Wildsichtung abrufen läßt ist entweder kurzsichtig, oder hat nicht so recht den Trieb zum Hetzen, den man für Rennbahn/Coursing braucht. Oder sie hat nicht kapiert, daß man lebende Beute auch jagen kann?  tongue.gif
Jedenfalls ist das nicht "üblich" und Du darfst das als Luxus betrachten, so einen zu haben.
Das schreib ich hier eigentlich hauptsächlich für diejenigen dazu, die sich noch nicht entschieden haben, ob es ein Greyhound sein soll, oder eher nicht. Nicht daß ein verklärter Blick später zu wirklich bösen Situationen führt. Weil natürlich gibt es zu jeder Regel auch die Ausnahme - also auch mal einen Grey, der sich abrufen läßt selbst bei Wildsichtung. Aber normal ist das wirklich nicht.

Ja, ist ein Lusxushund flirty.gif
Kam aber schon auch nicht NUR ganz von alleine! Muss ich auch deutlich sagen. Sie ist in Ihrer Reaktion vor allem sehr langsam (braucht sie lange um was einzuordnen und zu entscheiden was machen) und da sie auch noch nichts kannte als sie zu mir kam habe ich ein gutes Jahr Zeit gehabt ihr den Wald und die "Regeln" zu zeigen (bevor sie von der Leine durfte). Sie weiss natürlich schon, dass man auch hinterherjagen kann und wenn ich zu langsam bin macht sie das natürlich (2x passiert aber da macht sie auch nicht lange mit, mein Pfiff bremst sie auch im Lauf und dann ist es gelaufen, da steht sie dann da, muss wieder überlegen und kommt sie beim "erinnerungspfiff" im vollgallop zurück). Nö viel Trieb hat sie nicht- jedenfalls nicht bei Rehen, Eichhörnchen und Katzen nur in Hasengebiet bleibt sie Konsequenz an der Leine, das ist auch an der Leine aufregend genug wink.gif. So oder so, läuft sie natürlich trotz allem auch nicht frei wenn grade viel Wildverkehr ist!!!

Das mit den anderen Hunden; da gehts vor allem um Begegnungen mit mehr als einem Hund. Vor 1 Hund kann ich sie schützen und bleibt sie an der Leine das ist sicherer aber sind es 2 oder gar 3 kann ich das einfach nicht mehr. Hab schon erlebt dass 2 Wolfshunde (also Hybriden!!!) freilaufend auf uns zu kamen (waren plötzlich da, konnten wir nicht mehr ausweichen! und die liessen auch kein Zweifel dass sie uns ins Visier genommen hatten und nicht aufgeben würden, Halter nicht zu sehen!). Da hatte ich selber echt Angst, das ist was ganz anderes als sonst und das wäre an der Leine nicht gut gegangen- definitiv nicht. Ally hat es aber dann "alleine" gut gemacht und ist nix passiert. An der Leine hätte das nicht geklappt da bin ich einfach sicher, sie wäre denen "ausgeliefert" gewesen und ausweichen kann man ja nicht wenn die anderen frei sind und deinen Hund im Visier haben. Bei Schäfern ist es auch so, haben wir hier so eine 3er Bande die sie immer gern jagen würden, sieht man schon von weitem, da können wir dann umkehren.
Aber eben für Situationen wo man nicht mehr ausweichen kann hab ich diese Leine die ich im Notfall fallenlassen kann (reicht ja auch nicht immer noch zum Karabiner zu kommen, wenn die Hunde schon in Interaktion miteinander sind kann das schon ein Missverständnis auslösen). Ist natürlich auch nur suboptimal, auch diese Leine könnte sich um Ihre Beine wickeln aber es ist die für uns Beste. Darum, es ist was individuelles. Es lohnt sich einfach je nach Hund zu überlegen ob es bei Wahl der Leine das Übliche tut oder ob was spezielles einen Zusatznutzen bringt und für so einen "Opferhund" wie Ally ist das Schlichteste nicht schlecht. wink.gif
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Oval 5

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Re: Die Leine...
« Antwort #9 am: 10.05. 2015, 18h02 »

................
... und diese frei in der Landschaft mitgeschleiften Schleppleinen  shocked.gif
MEIN ALBTRAUM!

Hab ich grad wieder mal eine Bestätigung gefunden:


abgesehen davon, daß man sich nicht drauf verlassen kann, daß so ein Hund rechtzeitig wieder gefunden wird...
ein schneller Hund wie der Grey kann sich das Genick brechen, wenn der mit so einem Strick am Hals im vollen Lauf irgendwo hängen bleibt ...
oder auch einem Menschen das Genick brechen, den er mit so einem Strick umreißt!

Ich halte es für wirklich unverantwortlich mit der Schleppleine im ungesicherten Gelände.
Auf einem Trainingsgelände kann man mit Verstand so ein Schleppleinen-Training machen, aber bitte nicht irgendwo im Park an den Greyhound eine Schleppleine dran und dann laufen lassen
und glauben, die wäre ein Hilfsmittel für den Freilauf........  beten.gif

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Maus

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Re: Die Leine...
« Antwort #10 am: 11.05. 2015, 15h36 »

Ganz ehrlich meine Meinung; ich halte von SL Training mit Windhunden genau gar nichts.
Lieber Abruf in Eingezäuntem Bereich trainieren. Im Wald an Leine trainieren. 2 Meter reichen vollkommen um alles wesentliche zu trainieren! Das Ziel ist ja eh nicht, dass der Hund 10 Meter oder mehr von einem entfernt spaziert. Da seh ich echt keinen Sinn drin. Wenn er 2 Meter von dir weg nicht ansprechbar ist, wird er das in 10 Metern auch nicht sein....SL hin oder her.
Ally hat eine 1.2 (oder 1.4?) Meter Lederleine. Die ist dran oder nicht dran. Und der Hund kann schnuppern wenn man stehenbleibt.
SL find ich geeignet um einen Jagdhund auszubilden der Spuren aufnehmen und auswerten muss und noch nicht optimal im Gehorsam steht (der braucht diese Bewegungsfreiheit ins Dickicht hinein).
Ein Windhund braucht das nicht, 1. ist er kein Dickichtsuchhund und 2. bei Sichtung bleibt er stehen oder er rennt los. Wenn er losrennt nützt dir auch die SL nix mehr!
Dann erübrigt sich meiner nach auch ein Training/Spaziergang damit.
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