Lurcher - ein leider aktuell nicht unproblematisches Thema in Irland

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Autor Thema: Lurcher - ein leider aktuell nicht unproblematisches Thema in Irland  (Gelesen 8556 mal)

Oval 5

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Aus irgendeinem unerfindlichen Grund schießen seit etwa einem Jahr in Irland die Lurcher wie die Pilze aus dem Boden - first Generation Lurcher.. also F1 Kreuzungen zwischen einem Windhund und einem Hund einer anderen Gruppe - gerne z.B. Collies oder Terrier.

Im Tierschutz vermutet man, daß eine zunehmend nicht kastriert abgegebener Greyhounds von den leider doch falschen Neubesitzern einen erheblichen Anteil an dieser Entwicklung hat.

Ich für meinen Teil bezweifle, daß das der eigentlichen Grund ist, wenngleich das sicher Auswirkungen hat, wenn Greyhounds zunehmend nicht eingeschläfert, sondern stattdessen als Haustier abgegeben werden.

Was mir dazu auf der Zunge liegt ist nicht mehr als eine vage Vermutung - und die hat mit den gerade verschärften Bestimmungen in der Greyhound-Zucht in Irland zu tun. Hündinnen dürfen nicht mehr so oft belegt werden. Das macht sie zunehmend weniger wertvoll. Und wie das so ist im Kommerz: Weniger wertvoll heißt weniger wert, nutzlos wird leicht lästig.     

Was also an sich gut ist - nämlich daß das Leben der Greyhounds zunehmend geschont wird wenn sie aus dem Renngeschehen ausscheiden - hat natürlich auch Schattenseiten.


Dies kann hier im Moment nicht mehr als der Anfang sein zu der Thematik, einfach weil mir noch einiges an Recherche fehlt, um wirklich fundiert etwas zu sagen.
Was ich im Moment kann - und hier einfach mal starten möchte, ist eine Sammlung mit Bildern von Lurchern, die über den Tierschutz einen neuen Platz zum Leben suchen.
So weitgehend einheitlich die Greyhounds, so vielfältig sind die Lurcher. Das betrifft das Verhalten genau so wie das Äußere.
Ein Lurcher ist nicht ein Greyhound mit anderem Aussehen sondern ein Lurcher. Das ist wichtig!
 

Jeder kann hier gerne weitere Bilder von Lurchern dazu stellen. Oder was auch immer sonst geeignet erscheint, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen 


VERMITTELT - GHIN - Mindy / Saluki-lurcher
17.1.13 safe in home
151112 1h59 - reserved
051112 01h18 - temp.reserved



GHIN - Jackson - Greyhound-lurcher
Status 11.6.13 - "other".. ??



nochmal GHIN: VERMITTELT - Sentana
17.1.13 safe in home



A Dog's Life - Buck
safe in home



Mallow Animal Rescue - vermutlich vermittelt - Tammie


       
Mallow Animal Rescue - vermutlich vermittelt - Oscar



A Dog's Life -> GHIN -> VERMITTELT - Dicey
17.1.13 safe in home


   
Paulines Rescue - Mandy 051112 01h18 - reserved (siehe Mindy oben - gleicher Hund)


Skibbereen Animal Rescue - scheint vermittelt zu sein
Jade



A Dog's Life - safe in home - Blake


noch im Pound anfang 2012:
http://i288.photobucket.com/albums/ll185/DunboyneDogs/A%20Dogs%20Life%202012/kennel101.jpg



Wie gesagt - so unterschiedlich sie aussehen, so unterschiedlich sind sie dann auch vom Charakter. Und gezüchtet werden Lurcher fast immer, weil man einen schnellen Jagdhund haben möchte. Also auch hier nicht träumen beim Spaziergang (oder den Hund anhängen) - in der Regel...


Edit Oval 5 am 17.1.13 - hab mal den jeweilig aktuellen Status der Hunde nachgetragen und ein paar aktuelle Bilderlinks.

Edit Oval am 11.6.13 - Die Hunde sind, soweit sich das nachvollziehen läßt vermittelt.
Ich habe heute die letzten  Informationen nachgetragen.


edit Oval 26.11.16 - Mal wieder Fotolinks repariert..


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Timido

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Sicherlich ein wichtiges Thema - und da ich bisher mehr mit den als "Galgos" bezeichneten Hunden (was ja nichts anderes als "Windhund"! bedeutet), die seit Jahren hierher kommen, befasst war, gibt es mit diesen Hunden eine ganz ähnliche Problematik. Die meisten Neu-Besitzer werden nämlich in der Mehrzahl in dem Glauben gelassen, es würde sich um den "Galgo espanol" handeln - und das stimmt nur in den seltensten Fällen - denn der rein gezüchtete Galgo espanol wird von seinen Züchtern und auch den Jägern, die sich einen solchen Hund leisten können, sehr sorgfältig gehütet. Tatsächlich sind diese Hunde auch ständig in Gefahr, gestohlen zu werden. Die Mehrzahl dieser TS-Hunde sind Windhund-Mischlinge - sehr häufig Galgo espanol/Grey - man sieht allerdings auch häufig Hunde mit deutlich orientalischem Einschlag. - Und das ergibt dann zusätzliche Probleme - weil erstens viele Orgas nicht sorgfältig genug auf den "Windhund an sich" vorbereiten und dann zusätzlich noch den Eindruck erwecken, DEN Galgo espanol zu vermitteln.
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Oval 5

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Sicherlich ein wichtiges Thema - und da ich bisher mehr mit den als "Galgos" bezeichneten Hunden (was ja nichts anderes als "Windhund"! bedeutet), die seit Jahren hierher kommen, befasst war, gibt es mit diesen Hunden eine ganz ähnliche Problematik. Die meisten Neu-Besitzer werden nämlich in der Mehrzahl in dem Glauben gelassen, es würde sich um den "Galgo espanol" handeln - und das stimmt nur in den seltensten Fällen - denn der rein gezüchtete Galgo espanol wird von seinen Züchtern und auch den Jägern, die sich einen solchen Hund leisten können, sehr sorgfältig gehütet. Tatsächlich sind diese Hunde auch ständig in Gefahr, gestohlen zu werden. Die Mehrzahl dieser TS-Hunde sind Windhund-Mischlinge - sehr häufig Galgo espanol/Grey - man sieht allerdings auch häufig Hunde mit deutlich orientalischem Einschlag.
Das bezieht sich auf den Teil Genetik. Da gibt es ganz sicher viele Parallelen!
Einzig - der reinrassige Galgo Espanol ist - weil hier so selten! - eigentlich niemandem ein Begriff. Was wir hier so allgemein unter Galgo verstehen und über das Verhalten der Tiere wissen ist zu 90 % (mindestens, denk ich) das Ergebnis der Erfahrungen mit Tierschutzhunden die dann eben mehr oder weniger gemischt sind. 

Zitat
- Und das ergibt dann zusätzliche Probleme - weil erstens viele Orgas nicht sorgfältig genug auf den "Windhund an sich" vorbereiten und dann zusätzlich noch den Eindruck erwecken, DEN Galgo espanol zu vermitteln.
naja, es braucht halt immer zwei für eine erfolgreiche Kommunikation.   klimper.gif
Die Defizite nur einer Seite anzulasten kann man machen, halte ich aber für nicht so ganz korrekt. Es gibt mangelhaft informierte Neubesitzer. Das ist sicher richtig. Wer da im Einzelfall für das "mangelhaft" verantwortlich ist - denke ich - kann nur im Einzelfall geklärt werden. An einer Vermittlung sind in der Regel im Auslandstierschutz mehrere direkt beteiligt. Irgendwo in der Kommunikation soll es eigentlich möglich sein, die Wirklichkeiten klar genug anzusprechen, daß sie nicht mehr überhört werden können. Das wird aber immer die Zahl der Vermittlungen reduzieren. Ein klassischer Interessenskonflikt.   

Mir persönlich ist die Schuldfrage grundsätzlich wenig wichtig.
Was ich für relevant halte, ist die Fakten öffentlich zu machen, die über die Hunde weitergegeben werden können.
Eben Interessenten die Möglichkeit zu eröffnen, von sich aus ihr Wissen zu erweitern. Die Welt ist irgendwie nicht perfekt - und sie wird es auch wohl nicht werden. Das ist halt Teil der Realität...  wink.gif

Der Unterschied vom Renn-Greyhound aus der kommerziellen Zucht und Aufzucht zum Lurcher besteht ja zum einen aus der genetischen Grundlage - zum anderen aber ganz wesentlich aus den Haltungsbedingungen.

Weil das Leben eines Lurchers, der irgendwo mehr oder weniger zum Wildern benutzt wird und ansonsten irgendwie vor sich hin Hund sein darf oder soll ist nicht vergleichbar mit dem eines rund um die Uhr verplanten Rennhunds, in dessen Leben so gut wie nichts ungeplant geschieht.


Die Unterschiede
von Lurcher <-> Renn-Greyhund aus dem Tierschutz
werden also noch deutlicher sein, als die
von Galgo Espanol <-> Galgo xy aus dem Tierschutz.


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heiwak

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Die Galgos aus dem TS sind meistens Longdog`s, d.h. Windhund mit Windhund gekreuzt. Man kann also mit reinem Windhundverhalten rechnen.
Lurcher hingegen sind Windhunde mit Hütehunden oder Terriern verpaart. Dadurch sollen Jagdhunde mit guter Familieneignung "erzeugt" werden. Ein Lurcher ist höchstwahrscheinlich für den Großteil der Bevölkerung leichter zu handeln.
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Oval 5

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Ich weiß nicht..
Vielleicht.

Wird vielleicht auf die Mischung ankommen.
Und auf den Menschen auch.

Erziehen sollte leichter gehen.
Wenn man es halt macht.
Weil Jagdtrieb haben sie in aller Regel natürlich schon.

Ein bisschen weniger empfindlich vielleicht mit den Pfoten, denk ich mir.



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Joker

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Windhund-Terrier-Mix kann bedeuten, dass ich einen ausgezeichneten Jagdhund bekomme, der gleichwertig mit Auge und Nase jagen kann. Gleichzeitig verpaare ich 2 Rassen, die genetisch auf eigenständiges Arbeiten angelegt sind. Terrier sind darüber hinaus sehr schnell in Kopfarbeit, sehr gute Auffassungsgabe, darauf gezüchtet selbständig in allen Situationen zu entscheiden und autark. Terrier sind nie Befehlsempfänger und entscheiden auch selbst, wenn sie glauben, dass der Halter eine Situation nicht im Griff hat. Als reiner Begleithund kann eine Mischung aus Windhund-Terrier die Hölle sein, wenn er nicht beschäftigt wird. Möchte wirklich irgendwer einen sehr schnellen Stöberhund mit sehr guter Nase und sehr gutem Auge und hohem Temperament als Familienhund? Und wenn dann noch der Wachtrieb der Terrier und die Meldefreudigkeit dazukommen, wie soll der unangemeldete Gast bei einem so schnellen Hund noch über den Zaun hüpfen?

Joker
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Syrah

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es gibt viele kreuzungen und rassen, die nicht einfach sind... und sinnvolle beschäftigung brauchen die meisten rassen. also ganz so extrem sehe ich die windhund x terrier-mischung nicht. (natürlich sind die punkte, die genannt wurden, trotzdem nicht von der hand zu weisen!)

terrier sind oft sehr personenbezogen, da ist es nicht unmöglich, einen guten gehorsam zu erreichen, auch wenn sie oft auf eigenständigkeit gezogen wurden (bewusst nun allgemein gefasst, da "terrier" ja eine sehr große gruppe umfasst).
mit nase und auge jagend gibts leider auch oft..und da kann auch ein "nicht-windhund" für den menschen schon viel zu schnell reagieren.

die sache mit dem unangemeldeten gast...mein american stafford hat tagsüber jeden in den garten gelassen..da wurde keiner belästigt. entscheiden darüber, ob wer willkommen ist oder nicht, das lag bei den zweibeinern. und WENN ein hund meint den "hausmeister" spielen zu müssen, da rennt der normale mensch auch keinem schäferhund, hovawart, terrier oder sonstwas weg und hüpft über den zaun..dafür braucht es keinen windhund  wink.gif

der magyar agar zb ist neben dem hetzen auf sicht ein ausgezeichneter jäger mit der nase...sehr schnell, ausdauernd..und hat schutz und wachtrieb. und für mich persönlich eine traumrasse

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Oval 5

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Man soll, denke ich, sich informieren..

Das geht ja.  klimper.gif

Dafür gibt es in der Bücherecke doch all die Bücher, die sich nicht darum kümmern, was Tierschutz ist, sondern bestimmte Aspekte der Hundehaltung zum Thema haben.

In diesem Zusammenhang vielleicht
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und zur Gesunderhaltung, Haltung und Pflege nicht nur von Lurchern unübertroffen
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Wenn man dann die Grundlagen hat, kann man mit einer Vermittlung die einzelnen Charakteristika eines bestimmten Tieres auch einigermaßen genau besprechen und ausloten, ob das der richtige Hund für den eigenen Lebensstil ist. Es gibt wirklich sehr viele begeisterte Lurcher-Halter. So schrecklich schwierig sind die meisten wohl gar nicht.   


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