Jagdverhalten

greyTs livingroom

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Autor Thema: Jagdverhalten  (Gelesen 3022 mal)

Joker

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Jagdverhalten
« am: 02.02. 2015, 17h09 »

Die letzten Wochen war ich sehr beschäftigt und abends völlig erledigt, körperlich und geistig. Der Terrier treibt mich in den Wahnsinn. Er hetzt den Whippet zur Jagd auf durch Ansehen, steif werden, starren, losrennen usw. Der Terrier ist jetzt 9,5 Jahre alt, man sollte meinen ein älterer Hund. Falsch, er führt sich wieder auf wie in der Zeit als er 4-6 Jahre war (daher habe ich so lange mit dem zweiten Hund gewartet). Erstaunlicherweise hat er auch noch erhebliche Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer. Wenn er richtig schön warm ist, dann ist der Whippet völlig platt und ich schleife ihn hinter mir her zum Auto. Bleibt der Whippet an der Leine, dann ist der Terrier ein kleines Lämmchen, bleibt auf dem Weg und ist überhaupt nicht anstrengend. Ist der Terrier an der Leine, dann schickt er den Whippet. Sind beide frei, zB im Wald, dann hetzen sie wie die wilden Wölfe durch das Unterholz. Ja, sie kommen auf Pfiff herbeigeeilt, wenn sie nicht zufällig auf dem Rückweg auf Wild treten. Er regt mich auf. Es gab einige sehr unschöne Situationen, die ich hier nicht schildern möchte. Mittlerweile ist aber klar, sichten die zwei eine Beute und können mir gemeinsam entkommen, dann ist die Beute praktisch schon tot. Jetzt muss ich die Hunde und mich erstmal neu sortieren. Offensichtlich hat der Terrier den jetzt ausgewachsenen Whippet als Kumpel für Blödsinn akzeptiert und genießt es mit ihm zusammen zu sein. Terrier mit mir allein war entweder zu langweilig oder meine Überwachung war zu engmaschig, als dass er sich getraut hätte mir zu entkommen.

Terrier gibt das Kommando vor. Beispiel: Eine Krähe sitzt auf der Wiese. Whippet setzt zum Durchstarten an, blickt kurz zur Seite auf den Terrier, der nicht reagiert, sozusagen mit den Schultern zuckt, Whippet bricht sofort ab. Oder: Der Terrier trabt auf dem Weg, wird leicht schneller, blickt über die Schulter nach hinten zum Whippet und rennt los. Whippet rennt hinterher als gäbe es kein morgen. Zu sehen ist nichts (Gott sei Dank). Der Terrier schlägt einen Bogen und kommt zurück und lässt den Whippet sozusagen irgendwo zurück. Der arme Kerl muss dann die Beine in die Hand nehmen und mich finden. Meine Nerven flattern, weil bedingt durch den milden Winter hier das Wild Mittags viel aktiver ist, die Hasen suchen schon Paarungspartner, das ist sonst ab März der Fall.

Ein Teil des Problems dürfte sein, dass der Terrier wieder mal körperlich nicht ausgelastet ist. So gut ist das Wetter noch nicht, dass ich Fahrrad fahren könnte/möchte.

Über den Rest muss ich noch nachdenken.

Wie lasst Ihr denn Eure Hunde zusammen frei laufen? Könnt Ihr da auch diese Absprachen erkennen oder jagt jeder für sich?

Joker
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Oval 5

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Re: Jagdverhalten
« Antwort #1 am: 02.02. 2015, 18h04 »

Bei mir kommt im Gelände
maximal 1 Hund frei. D.h. wenn ich mich umgeschaut habe und meine, da ist wirklich nichts, dann darf mal einer laufen. Gemeinsam sind die nur frei, wo nichts sein KANN - das gab es am Damm.
Hier gibt es - zumindest soweit ich es überblicke im Moment - keine Gelegenheit, die so eine Sicherheit bietet außer dem eingezäunten Garten..
Traurig, aber wahr.


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Joker

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Re: Jagdverhalten
« Antwort #2 am: 02.02. 2015, 20h07 »

Ich habe hier Gelände, auf dem ich beide Hunde frei laufen lassen kann. Dummerweise finden die beiden Hunde es dort sterbenslangweilig.  Dh der Whippet sucht nach Sch... und der Terrier terrorisiert mich. Dort kann man auch mal beobachten, wie gut meine Hunde ihre Kommandos "beherrschen ". Ihnen ist so langweilig, dass sie alles ausführen, was ich vorschlage . Kröten  icon_mrgreen.gif!

Ich muss mir noch ein System überlegen, wie ich im interessanten Gelände die Hunde an mich tacker, so dass ich die Hände frei habe, aber die Leinen sich nicht ständig verheddern. Das nervt mich nämlich erst recht.

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KimC

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Re: Jagdverhalten
« Antwort #3 am: 02.02. 2015, 22h05 »

Das ist ein (lebens)langer process.
Während des freilaufes darf der Kontakt zur Mensch nicht verloren gehen. Es soll sich lohnen die Kontakt zu behalten.
Ich lasse 3 von meine windis gleichzeitig los, weil ich sie so weit vertraue. Sie werden beim Freilauf oft abgerufen, und bekommen sofort nach der ankunft ein leckerli (nich zuerst hinsetzen, denn sonst denken sie sie bekommen die belohnung dafür).
Mit die Ja/Nein übung haben sie das wort nein gelernt, und wissen schonmal dass sie dann was lassen müssen. Das muss aber auch erst routine werden.
Einmal ist maloi hinte reine Hase her, sie war nur etwa 4 meter hinter die hase, ich habe NEIN,m und dann MALOU! gerufen.
Sie hat sofort den Hasen aufgegeben, und ist from zu mir gekommen, und hat dementsprechend eine überströhmender Belohnung bekommen.
Meine Hunde haben alle 2 Namen. Erst mal ihr eigener, und dann haben sie alle den namen SIIEEEH! Das ist ein Gruppenruf, wer zuerst kommt, bekommt auch zuerst, das gibt Wettbewerb, bei dem Gruppenruf kommen sie oft schneller als beim Einzelruf.
Mit dem Kastenkopf (mein verstorbener IW) gab es probleme, inden sein jagdinstinkt einfach auf alles reagierte. Deshalb machte ich impulskontrolle. Darüber muss ich mal mehr berichten, heute reicht mir die Zeit nicht. Aber videos habe ich.

Die Ja/Nein übung:

Bei Ja darf der Hund den leckerli aufheben. Bei nein, werfe ich zuerst den leckerli etwas hinter mir, so dass ich den weg versperre, nach und nach dann weniger.

Impulskontrolle: Erstmal die Ja/Nein übung etwas anders, der Hund muss hier dem ja etwas länger abwarten. Dann wird der Hund mit Locktiere, und schnelle bewegungen in versuchung gelockt, muss sich aber beherschen.
 
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Joker

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Re: Jagdverhalten
« Antwort #4 am: 03.02. 2015, 09h37 »

Mit jedem Hund allein ist Impulskontrolle kein Problem für mich, zumal sich die beiden Rassen in ihrem Anzeigeverhalten so ähnlich sind, dass ich alles, was ich am Terrier gesehen habe, auch auf den Whippet anwenden kann. Dazu kommt, dass der Whippet schlagartig die Ohren hochstellt, wenn er etwas interessantes wahrnimmt. Brülle ich dann "Nein" , ist alles ok, er kommt und es gibt sofort Keks.

Das funktioniert aber nicht, wenn der Terrier auch frei ist. Der kleine Schlaukopf kann nämlich auch die Ohren vom Whippet sehen und gibt sofort Gas. Dadurch zieht er den Whippet, der schon unterwegs zu mir ist, wieder mit.

Bei mir gibt es auch sofort das Leckerli, wenn der Hund bei mir ist. Hinsetzen verlange ich nicht. Manchmal werfe ich den Keks hinter mich, damit ich Hund vom vorne befindlichen Reiz noch mehr ablenke. Und dann habe ich schon den nächsten Keks in der Hand, um den Hund zu mir zu locken.

Wahrscheinlich halten mich jetzt alle für nicht durchsetzungsfähig, weil ich meine Hunde unterwegs so viel füttere. Allerdings geht bei beiden der Gehorsam durch den Magen und beide sind keine Rassen, die mit dem Wunsch mir einen Gefallen zu tun, auf die Welt gekommen sind. Ich muss ihnen schon was bieten, damit es sich für sie lohnt zu mir zu kommen. Dabei ist es beiden gleichgültig, ob ich Hundefutter oder Fleischwurst gebe. Nur weil ich Wurst habe, hört keiner besser. Es geht um die Futtergabe als solche.

Das größte für beide ist, wenn ich schnell laufe oder wegrenne. Dann bin ich sozusagen die Beute. Nur, im Winter ist meine Kondition nicht so gut und dann habe ich auch noch Kleiderberge an, die mich noch zusätzlich behindern. Daher langweilt sich der Terrier auch so. Er liebt es, wenn ich viele Angebote mache und der Whippet läßt sich auch dafür begeistern, er ahmt den Terrier viel nach.

Joker
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Maus

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Re: Jagdverhalten
« Antwort #5 am: 03.02. 2015, 10h32 »

Na, ich finde du machst es ja richtig. Klingt nur so als ob du nicht darum herum kommst die beiden eben trotz Kleiderberge und mangelnder Kondition ordentlich zu beschäftigen, haben sie es doch beide recht dick hinter den Ohren und holen sich ihren Spass sonst selber. Mir fällt jedenfalls keine andere Lösung ein als dran zu bleiben und den Hunden was zu bieten.
Dass du unterwegs viel fütterst find ich gut. Mach ich auch oft (Ally muss sich ja einen Teil ihrer Tagessration selber verdienen). Ich glaube es muss sich für den Hund lohnen, aus reiner Liebe funktioniert das nicht und kleine Geschenke erhalten bekanntlich die Freundschaft und machen den Spaziergang (und dich) spannend, besonders wenn man immer mal wieder was neues einbaut und bei den freiwilligen Übungen (natürlich nicht beim Abrufen und wichtigen Sachen) etwas Unberechenbarkeit dazu mischt.
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Oval 5

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Re: Jagdverhalten
« Antwort #6 am: 25.07. 2015, 13h39 »

Joker, macht Ihr Fortschritte?


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