Sexuelle Gewalt gegen Kinder - wieso merkt das keiner rechtzeitig?

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Autor Thema: Sexuelle Gewalt gegen Kinder - wieso merkt das keiner rechtzeitig?  (Gelesen 1391 mal)

Oval 5

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Zitat
Wölfe im Schafspelz -
Wie Kinder zu Opfern sexueller Gewalt werden

09.06.2016 | 44 Min. | UT | Verfügbar bis 09.06.2017 | Quelle: WDR

Sie organisieren und tarnen sich, um ihrem kranken Verlangen zu folgen: Viele
Sexualtäter sind in guten Jobs und kümmern sich scheinbar selbstlos um
bedürftige Kinder. Je etablierter eine Person im sozialen Leben verankert ist,
desto unwahrscheinlicher gerät sie in Verdacht. Ihre Opfer sind die
Schwächsten: Kinder.




Ein Film, der viel über den Menschen erzählt. Über Täter-Strategien genauso wie
über die die Folgen sozialer Vorurteile. Vielleicht ermöglicht das Anschauen manches
zu begreifen, was wir uns nicht vorstellen können. Durchaus denkbar, daß die Methoden
auch in ganz anderen Bereichen greifen.


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KimC

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Es ist leicht die Täter hauptverantwortlich für alles zu machen. Die zweite Frage ist, wie geht die Gesellschaft mit das problem um? Hier gab es ein Fall wo eltern ihre Kinder jahrelang "vermietet" hatten. Bedenkenswert dass alle Alarmglocken jahrelang gebimmelt hatten, aber niemand hat reagiert. Als es dann letztendlich doch noch aufflog, wurde die Kinder fast zu öffentliche vorführobjekte. Mit diese öffentliche Stigmatisierung als Opfer wird es sehr schwer für sie jemals ein normales Leben zu führen - Es war doch die die damals...? Mitte der 1990'er Jahre war ich EDV verantwortlich in ein Firma mit 100 Angestellte. Das da was faul war entdeckte ich schnell. Fazit, die Firma war in die disribution von Kinderpornographie verwickelt. Als EDV verantwortlicher hat man Schweigepflicht. Ein Kollega jedoch ging zur Polizei. Keine 24 Stunden später wurde er gefeuert, die Distribution wurde fortgesetzt, allerdings mit noch mehr "sicherheit". Ich versuchte den EDV betrieb derartig zu stören dass es die leut schwer gemacht wurde, wurde aber dann vom Gewerkschaft geraten sofort zu kündigen, ohne einhaltung der Kündigungsfrist.
Dies war noch vor den damals so berüchtigte Marc Dutroïx fall in Belgien, heute würde man es anders machen. Es geht aber auch nicht dass fast jeder männlicher Kinderbetreuer schonmal gegenüuber Ankagen stand sich an den Kinder vergriffen zu haben. Die Mehrheit diese Anklagen waren grundlos, aber es ist dennoch unangenehm für diejenige die es treffen. So sind männliche Kidnerbetreuer fast "ausgestorben", ja es ist so weit gekommen dass Eltern fast angst haben ihre eigene Kinder anzufassen, dass es nicht gleich von Jemand falsch interpretiert wird.
Das zweite problem bei sexueller gewalt gegen Kinder ist, dass die Gesellschaft nicht damit richtig umgehen kann. Egitt Faktor hin oder her, ich denke es ist besser mit die Zielgruppe zu reden bevor sie zu Tätern erden, als ineffektiver Hexenjagd mit erheblicher Nebenfang zu machen. 
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Oval 5

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Danke, Kim, für diesen Beitrag.  klimper.gif
Natürlich ist das alles keine Einbahnstraße. Vorurteile gegen alle und jeden können
ganz sicher keine Lösung sein.


Mich hat besonders der Aspekt beeindruckt, wie viel Einfluß das Ansehen der Täter hat.
Daß die Umgebung diese Menschen einfach aufgrund ihres Ansehens für untadelig
erklärt und damit den an sich schon schwachen Kindern nochmal das Vertrauen
entzieht.   sad.gif

Das ist ein Verhalten, was sich ja nicht auf diese Thematik beschränkt sondern
vielmehr grundsätzlich menschliches Miteinander prägt. D.h. egal worum es geht:
Demjenigen mit dem hohen Ansehen wird eher geglaubt, als einem unbescholtenen
aber eben "normalen" Mitglied der Gesellschaft. 

Kann man nun als Binsenweisheit abtun.
Keine Frage.
Aber wenn man es aus allen erdenklichen Perspektiven betrachtet, kann man sich
schon fragen, was man selber - und aus welchen Gründen - in der eigenen Umgebung
vielleicht übersieht.

Muß ich mein eigenes Umfeld neu bewerten?
Gibt es da Hinweise oder Ungereimtheiten gerade bei den hoch angesehenen
Mitmenschen, Vorgesetzten etc. ?
Je weiter oben in der Hirarchie, desto genauer hin zu schauen ist nicht einfach -
schließlich ist das ja ein eben zutiefst menschlicher Mechanismus, den es da zu
hinterfragen gilt.
Unser Bauchgefühl wird also gegen jeden Angriff auf so eine Person ein Veto einlegen,
obwohl wir vielleicht längst mißtrauisch geworden sein könnten, hätten wir unseren
Gedanken mehr Aufmerksamkeit geschenkt.
Gerade das Denken ist aber seit dem beginnenden Wassermann-Zeitalter deutlich aus
der Mode gekommen. Hatte man in den 60ern noch was übrig für Klassenkampf und
Rationalität, ist man heute schon wieder auf so einem Weichspüler-Trip, der das
Denken an sich schon als Angriff auf die Gefühlswelt deklassieren möchte.

Dann wird aus Gefühlslagen heraus irgendwer gewählt - in der Politik wie im Verein
gleichermaßen - und wenn dann das tatsächliche oder auch nur das sprichwörtliche
Kind in den Brunnen gefallen ist, geht das große Heulen und Zähneknirschen los. Statt
gleich seinen warnenden Wahrnehmungen zu vertrauen, vertrauen wir Persönlichkeiten
weil sie einen "guten Ruf" haben.. 

Von Zivilcourage keine Spur.
Weil natürlich ist es genau so wie Du schreibst: Wer sich dann aus einer (biologistisch
ausgedrückt) rangniedrigeren Position gegen einen Ranghöheren äußert, läuft deutlich
Gefahr nicht ernst genommen, verlacht oder sogar verurteilt zu werden.
Eine Garantie kriegt man selten auf viele 'Klicks' und Zustimmung. Je weiter 'unten'
man ist, desto unwahrscheinlicher ist das auch.

Nur eines bekommt man für Zivilcourage immer:
Man kann auch morgen noch mit gradem Rücken in den Spiegel schauen, weil man
sich nicht zum Spielball seiner Gefühle oder der Gesellschaftlichen Normen hat machen
lassen.


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KimC

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Anshen hat viel zubedeuten. In den Fall das ich beschrieb, hat der Polizeimeister wohl den angesehenen Herr Direktor, und vielleicht auch Logenbruder angerufen und gefragt, "Du, da behautet jemand [Name, Geburtstag usw, wie die Polizei es gerne haben will] es gibt bei euch Kinderpornografie, dass kann doch nicht sein, oder?"  Direktor: "Nööö, der ist ein Spinner, da ist nix".
Heute hätte ich es wohl anders gemacht. Nur ist das verdammt schwer, denn jeglicher besitzt von solcher Zeug ist Strafbar. Nagut, wie soll ich dann beweisen dass es da und dort sowas gibt? Ich glaube dass ich heute sowohl Polizei/Behörde/Instanz wie Klatschpresse gleichzeitig informiert hätte. Sind die Medien erst aufmerksam, gibt es für die Polizei/Behörde/Instanz kein schwamm drüber, kein zu den Akten legen mehr, kein Rücksicht auf den Logenbruder.
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