Wie macht man ein Training gezielt für den retired racer?

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Autor Thema: Wie macht man ein Training gezielt für den retired racer?  (Gelesen 3177 mal)

Oval 5

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Bitte um Mithilfe  smiley.gif


Ich möchte hier, angeregt durch den Workshop zum Training für Rennhunde, das
ich am Wochenende besucht hatte, gerne gemeinsam mit Euch eine Zusammen-
stellung der Ansprüche, die wir als Besitzer an unsere ausgemusterten Rennhunde
haben und haben müssen, sowie geeigneter Trainingsmethoden zu deren Umsetzung
erarbeiten.

Ich habe selber natürlich einen ganzen Blumenstrauß an Vorstellungen, was meine
Hunde können müssen, um im Leben als Begleithund gut zurecht kommen zu können
und mir das Leben mit ihnen nicht schwer zu machen. 

Aber - ich habe nur meine Ideen dazu.


Deshalb würde ich gerne an den Anfang dieses Themas ein "brainstorming" setzen,
bei dem mal auch Ihr ungeordnet einfach Stichworte, Gedanken und Vorstellungen
in's Unreine tippt, aus denen wir dann in ein paar Schritten erarbeiten können, wie
man den retired racer auf diese Aufgaben gut vorbereiten kann.
Schließlich sind die Hunde darauf angewiesen, daß wir ihnen geeignete Situationen
anbieten, um in die neuen Anforderungen hineinzuwachsen.

Um nicht schon vorab die Phantasie einzuengen werde ich meine Vorstellungen erst
mal gesondert sammeln und nicht gleich hin schreiben - Ihr habt hier jetzt mal den
Vortritt und ich hoffe, daß Ihr den auch nutzt. Wie gesagt: Es geht wirklich nicht um
druckreife Reihenfolge oder ähnliches. Stichworte, halbe Sätze.. alles kein Problem.
Gefragt ist jetzt erst mal die Materialsammlung, aus der wir uns dann nach vorne
arbeiten können.

.. um unsere Hunde aus dem Aufgabenbereich als Rennhund abzuholen und auf eine
Leben als Begleithund ordentlich vorzubereiten.
 


 

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KimC

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Das Rennen baut auf die Jagdinstinkte, die bei jedem Rennen ausgelöst werden. Passiert das zu oft, erzeugt es stress. Ich hatte nie ein Exracer, aber wohl Hunde mit Stress.
Erstmal gibt es keine Allgemeinlösungen, denn jedes Tier ist anders. Aber man darf davon ausgehen das sie ausser Rennen sich gelangweilt haben, welches wiederrum den Stress fordert - entweder langweilen, oder voll Adrenalin!

Ich setze vorerst auf das feuchte nackte Ding ganz vorne am Hund. Wird der HUnd mit trockenfutter gefüttert, kann man statt schüssel, das futter über ein Boden verteilen. Dadurch vermeidet man auch das der Hund das Futter einfach schluckt, wenn er dazu neigt.
Nächste Stufe ist das Futter etwas zu verstecken. Wie zB in ein Tuch das man faltet.   

Ein Hund der im Leben nicht viel erlebt hat, und nun in eine Familie eingesiedelt wird erlebt plötzlich viel mehr. Da gibt es mehr Eindrücke zu verarbeiten. Deshalb sollte man den Hund am Anfang nicht überall mitschleppen. Besser ist es ihn - vorerst - ein etwas langweiligere Alltag zu beiten, wo die Tage sich ähneln. Ist es dann soweit gekommen das der Hund sich eingesiedelt hat, kann man die Besuch planen, spaziegänge machen usw.

Entdeckt man das der Hund für irgendwas eine Vorliebe hat, kan man dies fordern. Ich kenne zB jemand der vorübergehend zwei whippets in pflege hat. Es sind wurfbrüder, deshalb alter, geschlecht und vorgeschichte gleich. Ein gewisser stress waren bei den beiden vorhanden.
Der eine hat eine gute Nase, und findet was überall versteckt ist. Er mag das Nasenarbeit, und wird mit entsprechende Aufgaben beschäftigt.
Der andere will unbedingt etwas mit sein Bezugsperson zusammen machen, sei es auch nur eng im Arm schlafen. Nasenarbeit, ja er kann es aber es sagt ihn weniger zu. Mit ihn wurde leichtes Agility versucht, was er sehr mag. Dies hat wiederum beim Brudem eher weniger Interesse.
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Oval 5

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Den Satz z.B. möchte ich schon gleich mal extra stellen, damit er uns auf keinen Fall verloren geht:

Zitat von: KimC
..........Erstmal gibt es keine Allgemeinlösungen, denn jedes Tier ist anders.......

Macht bitte einfach weiter - jeder was ihm einfällt - ich habe, wie gesagt, meine Liste mehr in Form von Stichpunkten aufgeschrieben und stelle die auch natürlich dann hier dazu. Ich möchte wirklich nur das Denken nicht vorzeitig durch meine Vorgaben in eine Richtung lenken, sondern erst mal Raum lassen für die unterschiedlichen Herangehensweisen an das Thema  smiley.gif


 
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KimC

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Nagut, dann mache ich weiter mit meine eigene erfarungen.

Es ist natürlich gut zu wissen wie der Hund früher gelebt hat, meistens ist dies jedoch unbekannt.

Als ich Jaroff übernahm, war er schwer ansprechbar. Von seine Vergangenheit wusste ich nichts, aber ich ich konte ihn kaum anfassen.
Dann heiist es erstmal beobachten, und man muss Annahmen machen - und nicht vergessen das diese falsch sein könnte.
Ich sah das er auf kein Fall auf etwas hartes liegen wollte. Also: Weiche Liegestelle war mein erster Zug im Prozess. Weil er nicht Stubenrein war, wollte ich ihn anfangs nachts bei mir haben damit er nicht das ganze Haus vollmacht. Mein Bett war weicher als seine Liegestelle = wir schliefen zusammen. So ging es weiter. Es ging ihn besser als ich ihn die Zähne gereinigt hatten, und eines tages musste ich von ihn Sahmen besorgen, was er als angenehm erlebte - und mir später um wiederholung bat. Dann began das training, wo er erst richtig loslegte als er merkte wie beeindruckt wir von in waren.

Malou war auch eine Angsthase. Weil sie zum teil die selbe Vrgeschichte hatte, benutzte ich die erfarungen von Jaroff. Und siehe da, weiche ligestelle und bewunderung, da war der Anfang gemacht. Die beiden Fälle hatten vieles gemeinsam.

Dann kam Zipp und bestätigte das es auch bei selbe vorgeschchte ausnahmen gibt. Die weiche ligestelle, OK, soweit war er wie die anderen. Aber sein Aussehen ist ihn egal. Bürsten und bewunderung konnte ich mir an den Hut stecken. Auch wollte er nicht so rigchtig beim Training bewundert werden. Er macht es schonmal, aber nicht aus Leidenschaft, eher weil er soll. Deshalb habe ich ihn nicht weiter Trainiert. Es macht ihn kein spass. Er will einfach seine Ruhe, und Geborgenheit. Er will gerne Zuwendung die aber nicht Aufdringlich sein darf. Durch zufall habe ich erlebt das er gerne den "spielonkel" für jüngere und kleinere Hunde macht, das hatten die anderen nicht.

Der alte Blistay war wiederrum gans anders. An ihn konnte ich sofort, er kan mir selber den weg zeigen der für ihn der richtige ist. Weil er im Rudel aber eher ein Omegahund ist, muss ihn dazu verhelfen das er auch seine Streicheleinheiten bekommt, weil er sich sonst eher zurückhällt.

Das beste was ich empfehlen kann ist - Beobachten, sich jeder noch so unbedeutender kleinigkeit merken, diese kombinieren und daraus schlüsse ziehen - aber immer im Kopf behalten das diese schlüsse falsch sein können.

Man muss auch die Hunde lesen können. Da sind sie auch verschieden. Bei Jaroff und Blistay kann ich vieles von den Ohren ablesen, weil sie sehr lebendig signalieren. Bei Malou und Zipp kleben sie eher am Kopf. Malou hat sehr melancholische Augen, was trügt. Ich kann sie aber von der Rückenlinie und Kopfhaltung ablesen. Zipp kan ich von den Augen ableen, er schielt immer ein klein wenig nach aussen, normalerweise kaum bemerkbar. Bekommt er Angst, wird es deutlicher, bei panik schielen die Augen fast 45° auseinander. Ist er Aufmerksam, kann ich das weisse ganz um die Augen herum sehen.
Ich stellte auch fest das er sich gerne bewundern liess. Durch übertriebene Bewunderung, konnte ich ihn nun bürsten.   
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Oval 5

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Wie macht man ein Training gezielt für den retired racer?
« Antwort #4 am: 18.01. 2014, 15h54 »

Vielleicht kommt ja doch noch jemand?
Dieser Wunsch nach Beteiligung hat seinen Beweggrund darin,
den jeweils eigenen Schweinehund in den Griff zu bekommen........
Ich hab meinen längst in den Krallen..
noch jemand, der einen Anfang wagen möchte?
Seine eigene Entwicklung fördern möchte?

 


brainstorming Oval - ungeordnet und in's Unreine

Was man braucht, damit der retired racer und man selber gut leben kann. 
Meine Ansprüche an den Retired Racer - Zielvorstellungen

* Der Grey soll im Freilauf ungefährdet toben können
* Trittsicherheit 
* Er darf keine kleinen Hunde fressen/wollen
* Er darf (oder soll sogar) etwas langsamer werden, als er das auf der Bahn ist.
   ->Weniger schnelle, dafür mehr Ausdauer-Muskulatur
* Alles was die Grey-Sperre weniger wahrscheinlich macht ist gut.
* Aufmerksamkeit auf den Hundeführer ist wichtiger als in der Zeit als Rennhund.
* Evtl. Toleranz gegenüber Kleintieren
* Komplette Zuverläßigkeit gegenüber Kindern (EGAL was die vielleicht falsch machen)!
* körperlich, mental und auch gesundheitlich soll der Grey robust sein.
* Gehorsam


Was ich dafür bereit bin zu geben

Zeit
Konzentration
Training
Auseinandersetzung mit der Thematik
Keinen albernen Anspruch von 100% sondern einen realistischen im Rahmen der Vorgeschichte
Respekt gegenüber den Grundlagen, die der Hund mit bringt
Aufmerksamkeit gegenüber Gefahren, die sich speziell für den besonders schnellen Windhund ergeben


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Syrah

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ach oval, man hat ja nicht immer den nerv für ein bestimmtes thema..und ab und zu auch mal was zu tun..is ja nich bös dann gemeint  umarmen.gif

den sachen die geschrieben wurden, kann ich zustimmen. alles wichtig und richtig, meiner ansicht nach..daher führe ich das nun nicht nochmal auf.

ich war gedanklich noch eher bei den anfängen...wenn der hund "frisch ankommt", wie kim bei sich sehr schön beschrieb.
ziele wären da (unsortiert und wild durcheinander):

-bekanntmachen mit der neuen umgebung (zunächst nicht das ganze haus/wohnung, um den hund nicht zu überfordern), ihm seinen platz zeigen
-an neue böden ranführen
-ggf treppen zeigen
-berührungen zulassen durch den besitzer
-glasscheiben als hindernisse
-langsames ranführen an andere mitbewohner, kinder, ggf haustiere
-einige klare regeln aufstellen, zb lebensmittel stehlen nicht erwünscht  wink.gif
-erkunden des gartens, später die ersten spaziergänge..(dazu dann kennen lernen und akzeptieren von nicht-greyhoundartigen hunden, katzen, vögeln, radfahrern, joggern, kinderwagen und co)
-im auto fahren, mit bus oder bahn...

eigentlich nur ein paar punkte, aber für einen hund der fast nichts kennt, doch ein großes aufgabenspektrum und viel, viel arbeit....
das erfordert ganz viel liebe, zeit, geduld, beständiges üben.






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Oval 5

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ach oval, man hat ja nicht immer den nerv für ein bestimmtes thema..und ab und zu auch mal was zu tun..is ja nich bös dann gemeint  umarmen.gif
....

 greyTs_kiss.gif

Keine Frage, daß man nicht immer gleich schreiben kann - ist doch klar. 
Aber ich bin halt penetrant, weil man nichts erreicht, wenn man den ersten Schritt nicht macht  wink.gif


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Oval 5

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Jetzt haben wir dann auch bald einen guten Grundstock, um richtig sortieren zu können.
Diese ganzen unterschiedlichen Ziele werden wir in unterschiedliche Bereiche einteilen.
Bereiche, die etwas damit zu tun haben, wie wir die Ziele erreichen können. 

Morgen, vielleicht auch erst Montag (kommt drauf an, wie schnell ich den Kram schaffe, den ich machen muß morgen und was an Überraschungen kommt), werde ich mich mal dran machen, ein bisschen Ordnung in diese Puzzleteilchen zu bringen.
Dann sehen wir weiter, mit welcher Gruppe wir starten wollen - oder können -
und tasten uns langsam vor.
Wenn bis dahin noch was dazu kommt umso besser - auf jeden Fall für denjenigen, der mit einsteigt...  wink.gif

 
 
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Oval 5

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Ich habe das Thema nicht vergessen - keine Sorge.

Training
........körperliche, kognitive und emotionale Konstitution.........


Erziehung
.......Unter Erziehung versteht man die von Erziehungsnormen geleitete Einübung von
Kindern und Jugendlichen in diejenigen körperlichen, emotionalen, charakterlichen,
sozialen, intellektuellen und lebenspraktischen Kompetenzen, die in einer gegebenen
Kultur bei allen Menschen vorausgesetzt werden.............


Der Unterschied liegt also auf der Hand - einmal geht es um die Aus- und Fortbildung
gegebener/angeborener Fähigkeiten eines Lebewesens, im anderen Fall um die Anpassung des
Individuums an gesellschaftliche Normen.


Wenn wir uns hier im Thema mit dem Training beschäftigen, müssen wir also zunächst die
Ziele, die eine Anpassung an unsere Gesellschaftliche Wirklichkeit darstellen in die
entsprechende Rubrik verschieben.
Weil ich die im Augenblick nicht behandeln möchte, werde ich sie als eigenes Thema dort
einstellen - das sind ja alles wichtige Ziele, nur eben auf einer anderen Ebene aufbauend und
wer möchte, kann gerne entsprechend das Thema dann weiter entwickeln.


Ich für meinen Teil bleibe zunächst mal bei den Fähigkeiten, die der Greyhound als Hund von
Geburt aus mitbringt und deren Entwicklung bei den Rennhunden zum Teil sehr selektiv und
auch manipulativ ausgebildet worden sind.
So gibt es viele Greyhounds, die nie ernsthaft die zweidimensionale Ebene verlassen haben
und das macht es dem Tier z.B. im Gelände dann oft schwer.

Der erste Schritt hier wird nun sein, all unsere Stichworte bzw. Ziele zu sortieren danach,
welche "körperlichen, kognitiven und emotionalen Gegebenheiten zu ihrer Verbesserung
gefördert werden müssen.
In diesem Schritt werden wir auch die Ziele erkennen, die in den Bereich Erziehung fallen.


Im Anschluß können wir uns dann die einzelnen Ziele vor nehmen und ein Konzept erarbeiten,
um die Kompetenzen der Hunde in einer Weise zu verbessern, die es dem ehemaligen
Rennhund und uns im Zusammenleben mit dem ExRacer als Begleithund vereinfachen. Denn
nur darum geht es hier. Wir wollen das gemeinsame Leben doch so streßfrei als möglich
gestalten und so für alle den größtmöglichen Spaß und gleichzeitig das geringste Risiko
erreichen.


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