Die Entwicklungsphasen des Welpen

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Oval 5

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Die Entwicklungsphasen des Welpen
« am: 08.02. 2014, 04h31 »

Die Entwicklungsphasen des Welpen


Die Vegetative Phase - 1. und 2. Lebenswoche - hilfebedürftiger "Nestling"

· Der Welpe ist blind, taub und mit nur minimal ausgeprägtem Geruchsempfinden.
· Er kann saugen, schläft sonst die meiste Zeit.
· Noch kann er seine Körperwärme nicht selbständig regulieren. Der Körperkontakt
zur Mutter dient als Wärmequelle.


Die Übergangsphase - 3. Lebenswoche - Übergang vom hilfebedürftigen Nestling zum Welpen

· Erste aktive Wahrnehmungen der Wurf-Geschwister.
· Geruchssinn und Sehvermögen werden langsam besser.
· Die Muskelentwicklung geht voran, die Welpen sind mehr wach.


Die Prägungsphase - 4. bis 7. Lebenswoche - Entwicklung von Persönlichkeit und Temperament

· Ohren, Nase und Augen sind nun voll entwickelt.
· Der Welpe macht seine Notdurft nach Möglichkeit außerhalb des Lagers.
· Welpen gehen in dieser Phase auch auf unbekannte Objekte sehr offen zu.
· Der Kontakt zu fremden Personen ist für die Sozialisierung jetzt wichtig.
· Unterschiedliches Futter anbieten fördert die spätere Akzeptanz diverser Nahrungsressourcen.
· Welpen sollen viel Erfahrungen sammeln (positive!).
· Positive Begegnungen mit Menschen fördern jetzt ein aufgeschlossenes Verhalten gegenüber dem Menschen. Negative Erfahrungen müssen in dieser Phase unterbleiben.   


Die Sozialisierungsphase - 8. bis 12. Lebenswoche – Die Welt kennenlernen

· Der Welpe beginnt seine Grenzen zu testen. Speziell Konsequenz ist hier gefragt von Seite des Menschen.
· Ab einem Alter von 8 Wochen sind Hunde in der Lage sich an etwas zu erinnern.
· Jetzt ist die Zeit, den Welpen ohne Zwang an Halsband und Leine zu gewöhnen.
· Der Welpe soll jetzt seine Umgebung kennen lernen. Kinder, Verkehr, Autofahren, Stadt, Wasser, Wiese, Kies, etc. .....
· Dazu braucht der Welpe weiterhin auch Altersgenossen für das Welpenspiel.


Die Rangordnungsphase - 13. bis 16. Lebenswoche – wie viel geht?

· Erwachsene Hunde und Menschen sind von vornherein ranghoch.
· Welpen mit einem großen Selbstbewußtsein werden in dieser Phase versuchen, ihren Rang zu verbessern. D.h. er wird versuchen Ressourcen wie Futter, Liegeplatz oder im Zweifel auch "seinen" Menschen für sich zu beanspruchen. Hier sind wir mit klaren Aussagen und Konsequenz gefragt, um spätere Probleme gar nicht erst entstehen zu lassen.   
· In der Rangordnungsphase wird die Rangordnung auch gegenüber dem Menschen festgeschrieben. Wenn wir dem Hund hier seinen Rang verständlich und altersgemäß aber deutlich beibringen, legen wir den Grundstein für eine solide Partnerschaft von Mensch und Hund. 


Die Rudelordnungsphase - 5. bis 6. Lebensmonat – Stellung in der Gruppe

· Nach der Rangordnung geht es nun um die Stellung innerhalb des Rudels.
· Als Mensch müssen wir hier konsequent aber natürlich altersgerecht Aufgaben einfordern, um spätere Unsicherheiten zu vermeiden.


Die Pubertätsphase - bis zur Geschlechtsreife - 7. bis 12. Monat  - Test.Test

· Die erste Läufigkeit ist etwa zwischen dem 7. und 12. Monat zu erwarten (Rasse-unterschied...)
· Gegen Ende der Pubertätsphase stehen Rüden beim urinieren in der Regel auf drei Beinen.
· Manche Hunde testen hier noch mal ihre Grenzen. Wer zuvor gut vorgearbeitet hat, wird hier nur nochmal seine Haltung bekräftigen müssen (das ist die bessere Lösung). Wer vorher inkonsequent war, bekommt nun ggf. die Quittung und hat entsprechend mehr und deutlicher Einzugreifen. 
· Langsam zeigen sich die Triebe des Hundes deutlicher. Eine Beobachtung des Verhaltens im Bezug auf Territorium, Schutz- und Wach-Verhalten ist jetzt vielversprechend. Unsere Antworten auf diese Bereiche sind entscheidend für deren weitere Entwicklung und Ausprägung. Wer keinen Wachhund haben möchte, wird versuchen das Territorium eng einzugrenzen, die Spielregeln ggf. sehr genau festlegen und konsequent einfordern.
Je nach Anlagen vom Hund haben wir in den jeweiligen Trieb-Bereichen und je nach den Lebensplanungen jetzt unsere Entscheidungen festzusetzen und dem Hund ohne Frustration Leitlinien für sein Verhalten zu setzen. D.h. starke Triebe brauchen klare Regeln, wo, wie und unter welchen Bedingungen sie gelebt werden sollen. Klare Kanalisierung dient dazu Probleme im Zusammenhang mit der Triebauslebung zu verhindern. Triebe kann man nicht ungestraft verbieten, man kann sie aber meist sehr gut lenken, da die Motivation stark ist und sich gut nutzen läßt.


Die Reifungsphase - 12. bis 18. Monat 

In der Reifungsphase beginnen wir mit dem Hund die hoffentlich optimal aufgebaute Beziehung in Richtung auf die späteren Aufgaben des Hundes mit konkreten Lernzielen für die gestellten Aufgaben zu erweitern. Wer vorher nicht demotiviert hat, sondern die Richtung etabliert, hat hier jetzt einen jungen, motivierten Hund, der mit sich nichts sehnlicher wünscht, als einen passenden Job zu seinen Anlagen.   

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Speziell der Jagdtrieb kann bei Windhunden manchmal erst deutlich später klar ersichtlich werden. Wer hier frühzeitig kanalisiert hat, wird später zumindest etwas weniger Probleme
zu erwarten haben.



Unter "kanalisieren" ist zu verstehen, daß man dem Hund für das Ausleben seines Triebes ein Verhalten zeigt, das er ausführen darf und soll, während im Gegenzug andere Trieberfüllungen dann auch verboten werden können. Also Plastikfetzen ist erlaubt auf der Rennbahn mit Maulkorb und Renndecke z.B. - Reh ist dafür tabu!
Der Jagdtrieb ist aber wirklich schwer kontrollierbar und gerade beim Greyhound wird man sich im Gelände ggf. besser mit der Leine behelfen, um Unfälle aller Art zu verhindern. Es ist schließlich nicht der Fehler des Hundes, wenn er als  Jagdhund gezüchtet worden ist.   
Oval@greyts.eu


Quellen - Netzrecherche und Eberhard Trumler.


edit Oval 5 am 9.1.19 - Schreibfehler behoben..


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