Seite drucken - Die Intoleranz der bösen Schulmedizin

greyTs livingroom

Hund => 3.8. Gesundheit => 3.8.8. Alternativmedizin => Thema gestartet von: Ari mas am 27.08. 2012, 15h04

Titel: Die Intoleranz der bösen Schulmedizin
Beitrag von: Ari mas am 27.08. 2012, 15h04
Zitat von: blog.psiram.com
Die Intoleranz der bösen Schulmedizin
3. Januar 2012

Von Anhängern der diversen „alternativmedizinischen“ Methoden wird der „Schulmedizin“, also der wissenschaftlichen Medizin, gerne vorgeworfen, sie sei neuen und alternativen Methoden gegenüber intolerant und wenig offen. Wie diese Argumentation oft abläuft, möchte ich am Beispiel der Homöopathie zeigen, sie wird aber auf gleiche Weise auch von Anhängern anderer Spielarten der sogenannten „Alternativmedizin“ angewendet.

Selbst der überzeugteste Homöopath wird zugeben müssen, dass die Homöopathie offensichtlich ungeeignet ist, um zum Beispiel ein gebrochenes Bein zu behandeln. Daher ist es für ihn leicht, zu sagen: Ich gebe zu, dass die Schulmedizin in gewissen Fällen der Homöopathie überlegen ist und daher eine Daseinsberechtigung hat. Jetzt müsst ihr Schulmediziner aber auch zugeben, dass die Homöopathie in anderen Fällen der Schulmedizin überlegen ist und daher ebenfalls eine Daseinsberechtigung hat!

Da die Schulmediziner sich in aller Regel weigern, auf diesen Kompromiss einzugehen, hat der Homöopath einen „Beweis“, dass die Schulmedizin nicht kompromissbereit und alternativen Methoden gegenüber arrogant und intolerant ist.

Der Homöopath kann sogar einen Schritt weiter gehen und eine (vermeintlich) neutrale Position in der „Mitte“ einnehmen, indem er sagt: Ich finde es von beiden Seiten nicht gut, dass immer behauptet wird, die einzig wahre Methode zu sein. Warum muss es immer in einen Glaubenskrieg ausarten? Wenn man die andere Seite als gleichberechtigt anerkennen und zusammenarbeiten würde, könnte man viel mehr erreichen!

So gelingt es den Homöopathen leicht, das Publikum auf seine Seite zu ziehen; ist er doch durchaus zu weitgehenden Kompromissen bereit, während die Gegenseite eisern auf ihrer Position verharrt.

Doch bei genauerer Betrachtung wird klar, dass ein Kompromiss, bei dem man sich in der Mitte trifft, längst nicht immer die beste Lösung darstellt. Wenn es um politische Meinungen geht, mag es oftmals eine gute Idee sein; aber wenn sich die Frage stellt, ob die Summe aus eins und zwei, drei oder doch eher sieben ergibt, so erhält man nicht das beste Ergebnis, indem man sich einfach auf fünf einigt.

Auch wenn ein Vertreter der Flat Earth Society auf mich zukäme und meinte: Gut, ich gebe zu, dass die Erde montags bis freitags eine Kugel ist, aber dafür musst du zugeben, dass sie am Wochenende eine Scheibe ist!, würde ich diesen Kompromiss nicht eingehen, selbst dann nicht, wenn es mir gelänge, ihn auf jeden dritten Donnerstag im Monat herunterzuhandeln. Denn es kann leicht nachgewiesen werden, dass die Hypothese, die Erde sei eine Scheibe, unzutreffend ist, auch am Wochenende und auch am dritten Donnerstag eines jeden Monats. Die Ansicht der Flat Earth Society ist demnach wiederlegt, also schlichtweg falsch, sodass ein Kompromiss an dieser Stelle wenig sinnvoll wäre.

Verhält es sich mit der Homöopathie ähnlich? Man könnte nun einfach feststellen, dass die Ansichten der Homöopathie ebenfalls widerlegt und daher falsch sind. Dieser Meinung bin ich auch tatsächlich, nur dürfte diese Ansicht von den Homöopathen nicht geteilt werden. Daher lohnt es sich meiner Meinung nach, genauer auf die systematischen Unterschiede zwischen Homöopathie und wissenschaftlicher Medizin einzugehen.

Die Homöopathie geht von einigen Grundannahmen aus, wie dem Ähnlichkeitsprinzip und der Potenzierung, die vor über 200 Jahren von Samuel Hahnemann erdacht wurden. Diese Grundprinzipien werden im Allgemeinen als unumstößlich betrachtet, eine Überprüfung und ggf. Widerlegung ist prinzipiell nicht vorgesehen. Wie auch, sind es doch diese Prinzipien, die die Homöopathie ausmachen; ohne sie wäre es keine Homöopathie. Und so beschränkt sich die homöopathische „Forschung“ hauptsächlich auf das (Er-)Finden neuer Mittelchen, natürlich im Rahmen der ebenfalls von Hahnemann ersonnenen „Arzneimittelprüfung“.

Zwar sind im Laufe der Zeit diverse Varianten der Homöopathie entstanden, die sich teilweise gegenseitig ebenso widersprechen wie der klassischen Homöopathie nach Hahnemann, aber auch hier gibt es vom jeweiligen Erfinder erdachte Grundprinzipien, die sich zwar mehr oder weniger von denen Hahnemanns unterscheiden, aber im Rahmen der jeweiligen Homöopathie-Variante als ebenso unumstößlich gelten. Und vergleichbare Grundprinzipien gibt es auch in anderen alternativmedizinischen Methoden, entweder vom Erfinder der jeweiligen Methode praktischerweise miterfunden oder aus „altem Wissen“ überliefert.

In der wissenschaftlichen Medizin hingegen werden Therapien nicht einfach danach bewertet, wie gut sie mit irgendwelchen von einem Guru, äh, kreativen Menschen irgendwann einmal erfundenen Regeln und Grundsätzen übereinstimmen, sondern nach ihrer Wirksamkeit, die zum Beispiel mittels geeigneter Studien untersucht wird. Stellt sich dabei heraus, dass eine neue Therapie in bestimmten Fällen besser ist als die bisher verwendeten, wird sie akzeptiert, selbst wenn sie den bisherigen Theorien widerspricht. (Ich will nicht abstreiten, dass dabei durchaus gelegentlich Fehler passieren, teils sogar aus Absicht, vor allem aber wohl aus Unachtsamkeit, wie überall, wo Menschen arbeiten. Im Idealfall läuft es jedoch so ab wie beschrieben.)

Auch die Methoden der sogenannten „Alternativmedizin“ würden seitens der wissenschaftlichen Medizin anerkannt werden, wenn es ihnen nur gelänge, ihre Wirksamkeit nachzuweisen (wobei „meiner Tante hat es damals auch geholfen“ selbstverständlich nicht als Nachweis der Wirksamkeit zählt). Nur hier liegt das Problem der „alternativen“ Methoden: Zur Homöopathie zum Beispiel wurden im Laufe der Zeit bereits zahlreiche Studien durchgeführt, doch es ist bis heute nicht gelungen, eine über den Placeboeffekt hinausgehende Wirkung nachzuweisen.

Im Gegenteil: Es deutet alles darauf hin, dass homöopathische Mittelchen kein bisschen besser wirken als Placebos. Grund für die fehlende wissenschaftliche Anerkennung der Homöopathie ist also nicht etwa die Intoleranz der „bösen Schulmedizin“ alternativen Heilmethoden gegenüber, sondern deren konsequentes Versagen, einen wissenschaftlich akzeptablen Nachweis ihrer Wirksamkeit zu liefern.

Es stellt sich daher die Frage, wer tatsächlich toleranter ist: Die „Schulmedizin“, die die „alternativmedizinischen“ Therapien nicht nur als gleichberechtigt, sondern gegebenenfalls sogar als den bisherigen Therapien überlegen anerkennen würde, und dafür nicht einmal einen Kuhhandel im Sinne von „wenn du an meins glaubst, glaub ich auch an deins“ verlangt, sondern nur einen Nachweis, dass die Behauptungen auch zutreffen? Oder die „Alternativmedizin“, die von ihrem Guru, äh, Gründer aufgestellte und/oder aus „altem Wissen“ stammende Behauptungen als einzig wahre Wahrheit betrachtet?

Zumindest für mich ist die Antwort eindeutig. tongue.gif

Read more: http://blog.psiram.com/2012/01/die-intoleranz-der-bosen-schulmedizin/#ixzz24kdeCvHG


Titel: Re: Die Intoleranz der bösen Schulmedizin
Beitrag von: Oval 5 am 27.08. 2012, 17h32
Ich denke,

ein Gutteil der Anhänger (zur Schulmedizin) alternativer Heilmethoden hat ganz
einfach schlechte Erfahrungen gemacht mit Ärzten. Dazu kommt so eine
Grundhaltung, daß wenn man zum Arzt geht das gesundheitliche Problem quasi
behoben ist.
Ein Bewußtsein dafür, daß das Leben gefährlich ist und alles andere als sicher
gesund verläuft, sehe ich heutzutage gar nicht. Menschen benehmen sich wenn
es um medizinische Fragen geht wie der Artikel schreibt sehr dogmatisch und an
Glaubenssätzen orientiert. Meiner Meinung nach zeigt das nichts weiter, als daß
wir in unserer modernen Welt, in der technisch doch wirklich sehr viel möglich ge-
worden ist schlicht verdrängen, daß es Bereiche gibt, in denen eine Garantie auf
Erfolg schlicht nicht gegeben werden kann.

Von Ärzten gemachte Fehler haben halt sehr leicht fatale Folgen. Da ist es dann
leichter, das System als Verursacher zu brandmarken, als den speziellen Arzt. Es
erfordert schon mehr Mut, einen konkreten Menschen eines Fehlers zu bezichti-
gen, zumal sich der ja wehren kann auch per Gerichtsprozess, ein Heilverfahren
(egal welches) hingegen kann jeder angreifen, ohne sich strafbar zu machen. Und
man kann wunderbar ob der Diskussion, welche Methodik nun zuverlässig wäre
und welche warum nicht, die eigenen (oft sehr berechtigten) Ängste verdrängen,
statt sich der manches mal doch wirklich grausamen Realität der Endlichkeit zu
stellen.

Es ist einfach eine Art von Notwehr vieler, die mit der Unerbittlichkeit des Daseins
nicht zurecht kommen, sich bei gesundheitlichen Problemen wenn der Arzt es
nicht geschafft hat sie von ihren Beschwerden zu befreien, "einen Schuldigen" zu
suchen. Und wie das bei Notwehr so ist, fehlt einem da oft die Kraft für einen
starken Gegner - also sucht man sich einen Kanal für die aus Unsicherheit und
Angst geborenen Anschuldigungen. Da kommt das anonyme System als ver-
meidndlicher Verursacher dann gerade recht.

Das funktioniert ja in beide Richtungen - also Anhänger der Schulmedizin halten
alles für wertlos, was nicht beweisbar ist oft weil sie eben keine Erfolge hatten
in einer Behandlung. Daß es am Arzt liegen kann wird da vorsichtshalber nicht
in Betracht gezogen. Geschweige denn daß sie an etwas leiden könnten, was ganz
einfach nicht von außen geheilt werden kann, die Lebensweise falsch ist etc.

Und Anhänger der Hömöopathie und anderer nicht bewiesener Umgangsformen
mit Krankheitssymptomen heben oft Anhänger, denen schulmedizinisch ausge-
bildete Ärzte nicht geholfen hatten bei Beschwerden.


Ich hab selber fast 15 Jahre Odyssee hinter mich gebracht mit zum Teil katastro-
phalen Schmerzen im Handgelenk. Keine der medizinischen Richtungen (und ich
habe damals so viele kontaktiert wie Jahre vergangen sind) konnte an den
Symptomen etwas ändern. Keiner hatte die eigentliche Ursache heraus gefunden.
Das Problem hat sich irgendwie "von alleine" letztendlich aufgelöst..


Vielleicht bin ich auch deshalb heute kein Anhänger irgendwelcher medizinischer
Richtungen.
klimper.gif ganz im Gegenteil glaub ich nur noch an das, was ich tatsächlich als wirk-
sam erlebe. Und an gute Vertreter ihres Fachs - egal in welcher Angelegenheit. 
 
Titel: Re: Die Intoleranz der bösen Schulmedizin
Beitrag von: Ari mas am 28.08. 2012, 10h28
Ganz interessant (Auszug aus Quelle: http://psiram.com/ge/index.php/Hom%C3%B6opathie#ixzz24pLmuGfG)

Zitat
...........
Die Rolle der Zuwendung und des homöopathischen Beratungsgesprächs.

Wie entscheidend die Rolle eines Beratungsgesprächs für die Wirksamkeit einer Therapie (homöopathischer Art oder nicht) sein kann, zeigt eine Untersuchung der Rheumatologin Sarah Brien von der "Complementary and Integrated Medicine Research Unit" am Aldermoor Health Centre in Southamptom aus dem Jahre 2010 bei einer Kleinstudie.

In der randomisierten und bei der Medikamentengabe doppelt verblindeten und placebokontrollierten Studie bei 83 Patienten mit stabiler, konventionell behandelter rheumatoider Arthritis (Rheuma) hat sie versucht, zu ergründen, ob die Homöopathie wirkt und wenn ja warum.
Quelle/Volltext: http://rheumatology.oxfordjournals.org/content/early/2010/11/08/rheumatology.keq234.full

Die Autorengruppe bildete zwei Gruppen, eine in der die Patienten konventionell beraten wurden und eine, in der eine aufwändigere homöopathische Beratung erfolgte.
Die Patienten in der Gruppe mit herkömmlicher medizinischer Beratung wurden dann weiter randomisiert: Sie erhielten entweder die von dem Homöopathen empfohlene homöopathische Komplextherapie oder ein Placebopräparat in identischer Aufmachung. In der Gruppe, in der homöopathisch beraten wurde, wurden die Patienten bei der Medikation sogar in drei Gruppen randomisiert, nämlich Placebo, Komplexbehandlung oder individuelle Zubereitung.

Die Ergebnisse sind nachzulesen in der Zeitschrift "Rheumatology". Es zeigten sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den insgesamt fünf Gruppen bei der Frage nach den primären Endpunkten der Studie (entsprechend der klassischen Rheumatologie: Verbesserung des Standardscore ACR und der globalen Selbsteinschätzung des Patienten auf Monatsbasis). Bei den sekundären Endpunkten: Schmerzempfinden, Zahl der geschwollenen Gelenke, Patientenselbsteinschätzung auf Wochenbasis und Stimmung gab es dagegen jeweils signifikante Vorteile für jene Patienten, die homöopathisch beraten wurden im Vergleich zu jenen, die nur herkömmlich beraten wurden.

Es war also gleichgültig, ob die Patienten Placebo, Komplexhomöopathie oder individuell zubereitete homöopathische Medikamente erhielten, solange sie nur vorher homöopathisch beraten wurden.

In einem Editorial widmeten sich Experten der veröffentlichenden Zeitschrift Rheumatology dem Thema. Laut Edzard Ernst sei es die therapeutische Beziehung zwischen homöopathisch tätigem Arzt und Patient, die den Unterschied mache, nicht die homöopathische Medikation per se. (Text teilweise übernommen von einem Artikel bei DocCheckNews: http://news.doccheck.com/de/article/202282-homoeopathie-reden-hilft-globuli-nicht/).........

Fazit: Reden hilft, Globuli nicht

Titel: Re: Die Intoleranz der bösen Schulmedizin
Beitrag von: Ari mas am 28.08. 2012, 10h33
Es ist einfach eine Art von Notwehr vieler, die mit der Unerbittlichkeit des Daseins
nicht zurecht kommen...

Das vermute ich auch.
Titel: Re: Die Intoleranz der bösen Schulmedizin
Beitrag von: heiwak am 29.08. 2012, 08h15


Vielleicht bin ich auch deshalb heute kein Anhänger irgendwelcher medizinischer
Richtungen.
klimper.gif ganz im Gegenteil glaub ich nur noch an das, was ich tatsächlich als wirk-
sam erlebe. Und an gute Vertreter ihres Fachs - egal in welcher Angelegenheit. 
 

So isses, und ein guter Vertreter seines Fachs denkt nicht nur in vorgegebenen Schienen, für mich ist der Idealfall Schulmedizin mit Komplementärmedizin kombiniert.

Letzendlich kommt es immer auf das Krankheitsbild an, ist es ein Notfall wird die Komplementärmedizin nicht helfen. Hingegen bei chronischen, nicht heilbaren Krankheiten kann es durchaus sinnvoll sein über die Schulmedizin hinauszudenken und auch "vorurteilsfrei" oft jahrtausendealtes Wissen zu nutzen.

Titel: Re: Die Intoleranz der bösen Schulmedizin
Beitrag von: Ari mas am 29.08. 2012, 09h07
Hingegen bei chronischen, nicht heilbaren Krankheiten kann es durchaus sinnvoll sein über die Schulmedizin hinauszudenken und auch "vorurteilsfrei" oft jahrtausendealtes Wissen zu nutzen.

Jahrtausendealtes Wissen? undecided.gif
Welche Methode(n) meinst du hiermit speziell?

In erster Linie ist "altes Wissen" "veraltet" und in den allermeisten Fällen auch "überholt", speziell in der Medizin, schau dir nur an welche Fortschritte die Medizin allein im letzten Jahrhundert gewonnen hat, ein Beispiel:

Am Anfang des 20. Jahrhunderts betrug in Deutschland die Lebenserwartung bei den Frauen 48,3 Jahre und bei den Männern 44,8 Jahre. Sie verbesserte sich bis zum Ende des Jahrhunderts bei den Frauen um 33 auf 81,3 Jahre und bei den Männern um 30,8 auf 75,6 Jahre. Die Wahrscheinlichkeit eines männlichen Neugeborenen, 80 Jahre alt zu werden, lag vor hundert Jahren bei 5 Prozent. Heute liegt sie neunmal höher (entspricht 45 Prozent). Bei den weiblichen Neugeborenen verzehnfachte sich sogar diese Wahrscheinlichkeit von 6,5 auf 65 Prozent.

Was meinst du mit vorurteilsfrei?
Dass ich mich „nicht“ über Heilmethoden informiere? Tust du das? Dich nicht informieren? undecided.gif

Ich war das auch mal, vorurteilsfrei. Das hat mich viel Zeit, viel Geld, meine Gesundheit und viel Lebensqualität gekostet.

Nämlich, als ich meinen Freundinnen vorurteilsfrei auf ihren homöopathischen Schienen gefolgt bin.
Ich wusste damals nicht, was drin (bzw. was nicht drin) ist in den Globulis [ http://psiram.com/ge/index.php/Globuli ].
Ich war bei unterschiedlichen Heilpraktikern, mit unterschiedlichen Leiden.
Sehr empathischen Menschen, das war schön und immer angenehm dort.
Aber mir hat es nie geholfen, meiner Familie auch nicht, vmtl. sprang der Placebo-Effekt nicht an, denn darauf beruhen die Erfolge der sogenannten alternativeren Medizin.
Irgendwann (nach Jahren) bin ich mit meiner chronischen Krankheit wieder bei einem richtigen Mediziner aufgeschlagen, er verschrieb mir ein brandneues Medikament und dieses hat mir geholfen, sofort, nachhaltig, bis heute.

Jahre später… habe ich begonnen mich mit den ganzen pseudomedizinischen Therapien auseinanderzusetzen, viel zu lesen und zu recherchieren und mir ist heute klar, sie sind nicht besser und nicht schlechter als jede andere Placebo-Therapie [ http://psiram.com/ge/index.php/Placebo-Effekt ], aber sie bergen große Risiken.
Bist du nämlich schwer erkrankt (kein Schnupfen etc. pp.) und konsultierst nur einen Heilpraktiker oder Scharlatan, vergeudest du wertvolle Zeit und kannst Worst Case an einer zu spät entdeckten Krankheit sterben, wie die Freundin (selbst Heilpraktikerin) eines Freundes von mir.

Trotzdem, darf jeder mündige erwachsene Mensch (auch du) machen wie er/sie das will, das ist mir ehrlich egal.
Was ich aber nie akzeptieren werde, dass selbsternannte Spezialisten diesen ganzen Pseudomist an ihre Tiere und Kinder verabreichen und auch noch an Freunde, Bekannte und Kollegen etc. pp. weiterempfehlen (mir, Omi Schmidt und Paules Hund hat's geholfen) und sich ihrer Verantwortung gar nicht bewusst sind, daher werde ich auch weiterhin jede Möglichkeit nutzen um zu warnen. glockenleuter.gif

Titel: Re: Die Intoleranz der bösen Schulmedizin
Beitrag von: heiwak am 29.08. 2012, 13h28
Mit der "jahrtausende alten Medizin" meine ich z.B. die chinesische oder indische Medizin. Ohne Zweifel sind Akupunktur, Akupressur, bestimmte Massagetechniken und einige Kräuter sehr wirkungsvoll und auch anerkannt. Gerade bei chronischen, nicht heilbaren Leiden (ich hab auch eins) denke ich lieber über solch traditionelle Medizin nach bevor ich mich mit Präparaten vollstopfe die Nebenwirkungen ohne Ende haben.

Und mit "vorurteilsfrei" meine ich nicht den Patienten sondern den Mediziner bzw. die Forschung und Wissenschaft.

Natürlich hast du recht vor Selbstmedikation oder vom Nachbars empfohlenen Mittelchen zu warnen, leider sind nicht alle Menschen so mündig zu hinterfragen, den Arzt mit Fragen zu löchern und gegebenenfalls auch einen anderen Arzt aufzusuchen.
Wie ich schon geschrieben habe: der Idealfall ist für mich ein Mediziner mit z.B. homöopathischer Zusatzausbildung oder zumindest so einer der weiss, dass er nicht alles weiss!

So nebenbei: durch die Schlamperei eines Tierarztes hatte meine verstorbene Afghanin MRSA, ich habe diese blöden Keime durch kolloidales Silber vollkommen wegbekommen! Sogar die Tierärzte haben gestaunt und sich sofort näher darüber informiert.
Titel: Re: Die Intoleranz der bösen Schulmedizin
Beitrag von: Ari mas am 29.08. 2012, 14h04

In UK geht's den Tierchen besser.
Da gilt die Behandlung von Tieren mit Homöopathie als Tierquälerei und ist verboten.

sylvester_rechts.gif
Titel: Re: Die Intoleranz der bösen Schulmedizin
Beitrag von: Ari mas am 29.08. 2012, 14h49
So nebenbei: durch die Schlamperei eines Tierarztes hatte meine verstorbene Afghanin MRSA, ich habe diese blöden Keime durch kolloidales Silber vollkommen wegbekommen! Sogar die Tierärzte haben gestaunt und sich sofort näher darüber informiert.

zu „Mir (hier deiner Afghanin) hat es geholfen“

Dies ist ein sehr häufig gebrauchtes Argument in der HP/Alternativmedizin und soll die Wirksamkeit eines Mittels, einer Therapie belegen. „Mir hat es geholfen“, ist, ebenso wie „Wer heilt, hat recht“ ein geradezu überplausibles Argument („Totschlagargument“; http://de.wikipedia.org/wiki/Totschlagargument ), da es so bestechend und überzeugend ist,
dass es anscheinend nicht weiter hinterfragt oder erklärt zu werden braucht.

Jede beliebige Therapie in der HP/Alternativmedizin kann mit einem „Heilerfolg“ vermeintlich unwiderlegbar verbunden werden und dient als Beweis für ihre Wirksamkeit.

Welche Faktoren sind an der Wirksamkeit einer Therapie beteiligt?

1. Der Immunstatus des Patienten
2. Der genetische Zustand (Erbanlagen) des Patienten
3. Der natürliche Verlauf einer Erkrankung
4. Der Placeboeffekt ( http://de.wikipedia.org/wiki/Placeboeffekt )
5. Ein oder mehrere Medikament(e)
6. Andere therapeutische Maßnahmen (Hygiene, Diäten etc.)

Zu 1. Ein intakter Immunstatus wird in ca. 70-80% der Krankheiten mit
der Krankheit alleine fertig.

Zu 2. Ohne veränderte oder defekte Erbanlagen wird der Organismus in ca.
70 - 80% der Krankheiten mit der Krankheit alleine fertig. Anders
z.B. bei einer Erbkrankheit, wie der Bluterkrankheit (Hämophilie).

Zu 3. Der natürliche Verlauf (das Auf und Ab) einer Erkrankung ist vielfältig und
nicht immer wieder gleich. Die meisten Erkrankungen zeigen einen mehr oder
weniger ausgeprägten spontanen („natürlichen“) Verlauf, im Wechsel
von Verbesserung und Verschlechterung der Symptome. Diesem
wechselnden Krankheitsgeschehen unterliegt in der Mehrzahl der
Fälle (70-80%) ein positiver Trend, eine „Selbstheilung“.

Zu 4. Der Placeboeffekt ist bei jeder Art von Therapie vorhanden.

Zu 5. Oft wird auch mehr als ein Medikament eingenommen.
Demnach sind mehrere Faktoren am Therapieerfolg beteiligt.
Bei der Kombination von 6 Faktoren sind (rein rechnerisch) bereits 48 Möglichkeiten für den
Therapieerfolg gegeben.
Beim Argument „Mir hat es geholfen“ wird jedoch der Therapieerfolg allein dem (hier)
homöopathischen Mittel zugeschrieben, da die anderen Faktoren nicht berücksichtigt werden.

Das ist kein Beweis.
--------------------

Sei bitte vorsichtiger mit der Gabe von kolloidales Silber an deine Hunde und lies lieber mal hier:
Quelle: http://psiram.com/ge/index.php/Kolloidales_Silber#cite_ref-25#ixzz24wKHjSwo

Häufig wurde und wird kolloidales Silber mit dem Pseudoargument beworben, es verhindere eine Resistenzbildung und sei gerade deshalb eine Alternative zu Antibiotika.
Silberresistenzen bei Mikroorganismen wurden in Wasserfiltern nachgewiesen sowie bei Brandverletzten, deren Haut mit silberhaltigen Mitteln behandelt worden war.

Im Zuge der Entwicklung silber-resistenter Keime verstarben im Jahre 1976 13 von 15 Patienten, die mit einem silberresistenten Stamm von Enterobacter cloacae infiziert waren, auf einer Station für Brandverletzte an einer Sepsis.

Nach den Todesfällen wurde die gesamte Abteilung des amerikanischen Krankenhauses vorübergehend geschlossen.

Silberresistenzen fördern auch gleichzeitig Antiobiotikaresistenzen; über Plasmide kann der Resistenzmechanismus zwischen verschiedenen Bakterienarten oder innerhalb der gleichen Art ausgetauscht werden.
Derartige Resistenzen bereiten ähnliche Probleme wie sie von antibiotikaresistenten Bakterien her bekannt sind.

Titel: Re: Die Intoleranz der bösen Schulmedizin
Beitrag von: Oval 5 am 29.08. 2012, 15h57
Das ist unglaublich interessant, diese Diskussion. Ehrlich!

Mein Steckenpferd in der Medizin ist ja seit einer Weile die Parasitologie.
Ich komme da viel zu wenig dazu, um wirklich viel zu sagen, aber da gibt
es viele Spezies, wo der Parasit einfach eine bestimmte Zeit, ein paar
Wochen, Monate oder Jahre lang im Körper sein Unwesen treiben und
wenn er dann abstirbt regeneriert sich der Körper wieder.

In unseren Breiten denkt man aber über parasitär verursachte Krankheiten
wenig nach. Es scheint, als würden wir glauben, daß wir mit unserem
relativ hohen Hygienesandard alle Gefahren gebannt hätten. In vielen Fällen
stimmt das auch sicher.
Aber andererseits reisen wir viel weiter und häufiger als früher, was die
Risken von Infektionen im Ausland mit Parasiten die unserem Immunsystem,
wie leider auch den meisten unserer Ärzte, irgendwie unbekannt zu sein
scheinen.
Und dann besteht bei Innen-Parasiten leider sehr häufig das Problem der
Nachweisbarkeit. D.h. man kann infiziert sein, aber keiner merkt es. Die
verursachten Symptome sind oft nicht lebensbedrohlich, sondern mindern
"nur" die Lebensqualität. Nachweis nur bei Obduktion...

Meine Vermutung - und ja, das ist wirklich nicht mehr als einen Annahme -
ist eben, daß wir Beschwerden fehldiagnostizieren. Also eine Krankheit als
Verursacher annehmen (speziell bei der ja weit verbreiteten Selbstdiagnose..)
und die Kügelchen helfen - weil einfach im Behandlungszeitraum der Verur-
sacher/Parasit den Geist aufgibt. Völlig ohne kausalen Zusammennhang,
aber eben zeitgleich... und wir dann daraus entnehmen, daß die Behandlung
geholfen hat.


Titel: Re: Die Intoleranz der bösen Schulmedizin
Beitrag von: heiwak am 30.08. 2012, 05h54
Zitat
Dies ist ein sehr häufig gebrauchtes Argument in der HP/Alternativmedizin und soll die Wirksamkeit eines Mittels, einer Therapie belegen. „Mir hat es geholfen“, ist, ebenso wie „Wer heilt, hat recht“ ein geradezu überplausibles Argument („Totschlagargument“; http://de.wikipedia.org/wiki/Totschlagargument ), da es so bestechend und überzeugend ist,
dass es anscheinend nicht weiter hinterfragt oder erklärt zu werden braucht.

Willst du mir unterstellen jemanden ein Mittelchen zu empfehlen oder gar aufzudrängen? Nicht umsonst bin ich der Meinung, dass der Mensch mündiger denken sollte!
Ich suche mir meinen eigenen Weg um das bestmöglichste Heilmittel für den jeweiligen Fall zu finden - in diesem Falle war es, nachdem herkömmliche Medikamente absolut nicht angesprochen haben, eben das kolloidale Silber! Genauso erwarte ich es auch von meinen Mitmenschen und kann auch ohne Probleme eine andere Meinung akzepieren.
Titel: Re: Die Intoleranz der bösen Schulmedizin
Beitrag von: Ari mas am 06.09. 2012, 12h20
Willst du mir unterstellen jemanden ein Mittelchen zu empfehlen oder gar aufzudrängen? Nicht umsonst bin ich der Meinung, dass der Mensch mündiger denken sollte!
Ich suche mir meinen eigenen Weg um das bestmöglichste Heilmittel für den jeweiligen Fall zu finden - in diesem Falle war es, nachdem herkömmliche Medikamente absolut nicht angesprochen haben, eben das kolloidale Silber! Genauso erwarte ich es auch von meinen Mitmenschen und kann auch ohne Probleme eine andere Meinung akzepieren.

Dazu habe ich weiter oben […Welche Faktoren sind an der Wirksamkeit einer Therapie beteiligt?...] bereits ausführlich Stellung bezogen ...,

aber zu: “Aber mir hat’s geholfen”, möchte ich gern nachfolgenden Artikel empfehlen, welcher völlig meine Meinung (nur viel schöner) wiedergibt:

Wenn, ja wenn man einen, der die so genannten alternativen Heilmethoden verteidigt, einmal dahin gebracht hat, einzugestehen, dass nichts dran und nichts drin ist, und er sich nicht weiter zu helfen weiß, dann zieht er oft diese Reißleine: “Aber zumindest schadet es nichts, oder?” – - – ganz abgesehen von der Ironie, die darin liegt, dass der ganze Popanz, der eben noch in kosmischen Großartigkeiten und weltenstürzenden Paradigmenwechseln aufstolziert ist, jetzt zu einer Banalität zusammenfällt – schadet es wirklich nichts?

Wenn jemand sein eigenes Geld für leere Versprechungen auf den Kopf hauen will, dann mag man das mit ein bisschen Hohn hinnehmen. Wenn jemand anfängt, seine armen Mitversicherten für die eigenen Hirngespinste zahlen zu lassen, wird es schon ernster. Hoffen wir, dass die gesetzlichen Krankenversicherungen bei ihrer harten Haltung gegenüber der Anti-Science-Crowd bleiben (<- bezieht sich leider nicht auf Deutschland). Aber um diese indirekten Schäden soll es hier nicht gehen. Es soll auch nicht um die spirituellen Schäden gehen, von deren Tragweite die Esos sich keinen Begriff machen oder auf die sie, wenn sie einmal sehen, welches Unheil sie mit ihrer Predigt der Unvernunft anrichten, sogar noch stolz sind, die Elenden. Nein, wir wollen sehen, was geschieht, wenn eine Krankheit nicht behandelt wird.

“Nichts schadet nichts?” – Wer Euch mit diesem Bullshit das nächste Mal ankommt, dem haut Ihr diese Seite http://whatstheharm.net/index.html um die Ohren. Da wird ganz kühl Protokoll geführt, was den armen Leuten geschieht, die den falschen Versprechungen der “sanften Alternative” Glauben geschenkt haben.

Was zum Beispiel Jaqueline Alderslade passiert ist: Ihr Homöopath riet ihr die Asthmamedikamente aufzugeben; sie erstickte.
 
Oder Isabella Denley, deren Epilepsie sich ein Homöopath, ein Iridologe usw. annahmen. Sie starb mit dreizehn Monaten.

Sarah Parkinson starb an Brustkrebs, den sie mit Homöopathie, Akupunktur und Geistheilung bekämpfen zu können glaubte.

Oder Dominik Feld, der mit neun Jahren an Krebs starb, umgebracht von diesem Ungeheuer http://www.psiram.com/ge/index.php/Matthias_Rath.

Und so weiter, listenweise, für jede sanfte Alternative.

Was ist also das sanfte Nichts, das heute von allen Dächern gepredigt wird?
Bei Schnupfen und Unwohlsein – NICHTS.
Bei schweren Krankheiten – LEBENSGEFAHR.

Also wenn das nächste Mal dieses letzte, lächerliche Argument für die Scharlatanerie hervorgekrochen kommt – einfach mal verlinken. Oder beenden wir die Diskussion gleich vorher: “Aber mir hat’s geholfen.” – Aha.
Ihr http://scienceblogs.com/insolence/2007/11/06/a-real-death-by-homeopathy/ nicht!


Read more: http://blog.psiram.com/2011/09/whats-the-harm/#ixzz25gN89IHE

http://www.tt.com/%c3%9cberblick/3382594-6/prozess-gegen-osttiroler-mediziner-wird-fortgesetzt.csp
Titel: Re: Die Intoleranz der bösen Schulmedizin
Beitrag von: Oval 5 am 06.09. 2012, 17h29
Na vielleicht können wir uns für hier mal drauf einigen für den Anfang, daß es nicht
nur Allopathie und Homöopathie gibt?  icon_question.gif

Daß unter das was unter - wie wolltest Du das genannt haben? nachgewiesene
Medizin? - fällt
so manches nicht fällt, was eben noch nicht nachgewiesen ist?

Es gibt immer bestehende Wege und neue. Das ist die Veränderung die Leben
bedeutet.
Welche der neuen Wege sich bewahrheiten werden, welche sich langfristig als
Scharlatanerie erweisen werden, kann man leider erst in der Rücksicht wissen.
Genauso wie man nur langfristig wird sehen können, welche der momentan als
bewiesen betrachteten Verfahren irgendwann Nebenwirkungen offenbaren können,
die sie in neuem Licht erscheinen lassen.
Daß man für die Beurteilung immer möglichst viele verschiedene Quellen braucht
ist auf jeden Fall richtig. Und auch, daß man immer wieder hinterfragen soll und
muß.

Ari Mas, ich schätze ja Deine Streitbarkeit - ich hoffe das weißt Du - trotzdem fehlt
mir die Überzeugung für Wahr und Falsch, die Du als Grundlage Deiner Argumente
nutzt leider.
Hab das alles hinter mir..  icon_mrgreen.gif

... hat sich halt als unwahr erwiesen ...  wink.gif
 

 
Titel: Re: Die Intoleranz der bösen Schulmedizin
Beitrag von: heiwak am 06.09. 2012, 21h34
Da bin ich voll und ganz deiner Meinung Oval5, die Wissenschaft versucht schon seit Urgedenken wegzureden was sie nicht erklären kann - an diesem ideologischem Denken hat sich nichts geändert, noch immer sind die einzelnen Fakultäten mit Tunnelblick unterwegs. 

Damit verwehrt sich die Forschung die Möglichkeit auf vielleicht überraschende neue Erkenntnisse.

Letztendlich musste die Menschheit auch einsehen das die Erde rund ist, und nicht die Sonne um die Erde kreist sondern umgekehrt. wink.gif
Titel: Re: Die Intoleranz der bösen Schulmedizin
Beitrag von: Ari mas am 12.09. 2012, 13h12
Nachtrag....

....zum Thema: Silber - doch kein gut verträglicher Bakterienkiller.
Das überschätzte Edelmetall: http://www.uni-due.de/cenide/news_one.php?id=698

Für mich gehören zu den Erfindungen *alternativer Heilmethoden u.a. diese hier: Homöopathie, Bachblüten, Bioresonanz, Geistheilen, Lichtfasten, Anwendungen von kolloidalem Silber und Zappern. Auch die Urkost nach Franz Konz und die Holopathie gehören dazu.

Diese sind LÄNGSTENS als nicht wirksam bewiesen.

Heilungen parallel *dazu entstehen durch den Placeboeffekt de.wikipedia.org/wiki/Placebo , oder haben überhaupt nichts *damit zu tun. Ich muss mich nicht wiederholen, ist oben alles beschrieben.

Ansonsten kann ich mit Aussagen wie, "Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde....", nichts anfangen, das ist keine Argumentation.
Sorry.


Das Problem an medizinischer Aufklärung ist die Tatsache, dass Sie weder gespritzt, geimpft oder auf anderem Wege ohne Willen des Patienten in das menschliche Gehirn injiziert werden kann. Aufklärung folgt einem Interesse am Thema, gesundem Skeptizismus oder unstillbarem Wissensdurst - niemals aber nach Desinteresse und Leichtgläubigkeit.

Leider neigen die meisten Menschen Erklärungen für ein Phänomen zu präferieren, die nach ihrem eigenen Kenntnisstand am Nachvollziehbarsten erscheinen. Bei diesem Kampf hat die Wissenschaft bei durchschnittlich gebildeten Menschen leider schlechtere Karten, als vermeintlich vertrauensvolle Scharlatane und unverbesserliche Anhänger der Alternativmedizin, die mit einfachen Erklärungen auflauern. Die Letzteren erklären Phänomene schnell, effektiv und ohne Ungeklärtheiten, während die Anderen mit wissenschaftlichem Nichtwissen, komplizierten Formeln und komplexen Studien zu kämpfen haben.

Es ist wahnsinnig einfach eine Großmutter davon zu überzeugen, dass ihr Körper von Energiefeldern umgeben ist die ihr Befinden steuern. Falls sie dann erst mal eine Energietherapie hinter sich hat, die auf Grund des Placeboeffektes auch anschlägt, ist es ungemein (gefühlt: Faktor 10.000.000.000) schwerer sie davon zu überzeugen, dass sie die wunderbare Welt des Placebos entdeckt hat. Sollte die Nachbarin derselben Pseudotherapie erlegen sein und weiß Ähnliches zu berichten hat man verloren.

Die Differenzierung zwischen evidenzbasierter Medizin und Alternativmedizin stellt durchschnittlich informierte Menschen in der heutigen Zeit vor eine unwahrscheinliche Herausforderung.
Zum Einen muss ich mich mit Evidenzen auseinandersetzen und zum Anderen einsehen, dass es keine Alternative gibt.
Vom alternativmedizinischen Virus Nicht-Infizierte Menschen sind relativ einfach zu überzeugen - Infizierte dagegen sind bereits mit dem Placeboeffekt in Berührung gekommen und lassen sich nur sehr schwer davon überzeugen, dass sie einer Täuschung ihres eigenen Körpers erliegen und ihre Erfahrungen nicht viel einfacher zu verstehenden pseudowissenschaftlichen Erklärungen zu Grunde liegen.

Daher beende ich diese Diskussion von meiner Seite aus und wünsche weiterhin viel Spass hier!
 greyTs_kiss.gif
Titel: Re: Die Intoleranz der bösen Schulmedizin
Beitrag von: Oval 5 am 12.09. 2012, 16h09
Ja, klar.
Ich meine ich gebe schon zu, daß ich den Gesundheitssektor nicht auf wissenschaftlichen
Erkenntnissen beurteilen kann - einfach weil ich eben kein Mediziner bin und ganz ehrlich -
ich will es auch nie werden.

Ich hab in der Familie genug Ärzte um ganz sicher zu wissen, daß ich kein Interesse habe,
diesem Berufsstand beizutreten - schon weil mir die Tatsache, daß dann ständig Krankheiten
den Mittelpunkt des Denkens einnehmen schlicht unangenehm ist.
Ich mag gesunde Hunde.
Sind die das nicht, geh ich zum Tierarzt. Damit das nicht oft nötig ist, versuche ich auf dem
Gebiet der Hundehaltung so viel dazu zu lernen wie möglich. Meiner bescheidenen Meinung
nach ist das kein schlechter Ansatz, wenn man gerne gesunde Tiere haben möchte. Dann
brauch ich mich mit den diversen medizinischen Richtungen (oder auch Pseudo-medizinischen)
nicht halb so viel auseinander zu setzen und kann statt dessen z.B. Themen wie Zucht, Ver-
erbung, Leistungsfähigkeit Edit: ,Tierschutz und die Grenzen selbiger in meinen Fokus rücken.

Schließlich besteht Hundehaltung (jedenfalls so wie ich mir das vorstelle) nicht in erster Linie
aus dem Hätscheln erkrankter Tiere, sondern aus dem Umgang und gemeinsamen Leben
mit einer anderen Spezies.
Machen wir das gut, ist dieses Zusammenleben für beide Seiten ein Gewinn.     

Das heißt ja aber nicht, daß ich deswegen eine Behandlung durch einen ausgebildeten Arzt
ablehnen müßte - ganz im Gegenteil  :-)

Wenn ich etwas für meinen Teil sicher weiß, dann daß ich den Kenntnisstand der aus einem
konzentriert absolvierten Medizinstudium entsteht weder erreichen will noch könnte.
Insofern bilde ich mir einfach nicht ein, ich könnte da eine wirklich qualifizierte Beurteilung ab-
geben.

Ich hab ja hier keine Seite gemacht, die sich in erster Linie mit medizinischen Therapieformen
beschäftigt. Das könnte ich nicht und wüßte auch nicht wofür ich das tun sollte. Du zitierst
hier Texte von Menschen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen. Das ist doch gut so!
Die verstehen mehr davon und haben deshalb ja auch eine Plattform installiert um entsprech-
ende Gedanken in der Öffentlichkeit zu diskutieren und die Gefahren aufzuzeigen.
   
Für mich schade, wenn Du hier außer diesem Themenbereich nichts finden kannst, was man
diskutieren könnte.
Aber wahrscheinlich hat das Thema Renn-Greyhound in Deinem Leben eben weniger starken
Einfluß, als das Thema der medizinischen Glaubensrichtungen. 


Titel: Re: Die Intoleranz der bösen Schulmedizin
Beitrag von: bleu am 29.11. 2012, 18h16
Hallo,
vielleicht ist das nicht das Beste Thema als ersten Beitrag in diesem Forum , aber mich hat das so gefesselt dass ich auch gerne etwas dazu sagen möchte:
ich denke es gibt bei der Schulmedizin wie auch bei den alternativen Heilmethoden Erfolge wie auch Misserfolge.
Ich persönlich habe viele gute Erfahrungen mit alternativen Heilmethoden(Homöopathie,Phytotherapie,Osteopathie)machen können - bei mir wie bei meinen Hunden.Als die Schulmedizin nicht mehr weiter wusste, wurde meinem Hund geholfen - (ja, es hat geholfen - der Hund ist dadurch beschwerdefrei, und Hunde können "nicht dran glauben" also ist es kein Placebo-Effect )
Auch die Schulmedizin hat mir und meinen Tieren oft geholfen,gerade auch in der Diagnostik,Operationen oder bei akuten Zuständen.
Meiner Meinung nach haben beide Formen  ihre Daseins-Berechtigung und ich finde es sehr sehr schade dass manche anscheinend so engstirnig und ängstlich sind dass sie sich nicht darauf einlassen können MITeinander statt GEGENeinander zu arbeiten.Ich habe das Glück inzwischen eine Tierärztin gefunden zu haben die weiß dass ich meine Hunde auch von einer Tierheilpraktikerin behandeln lasse, die darüber NICHT verärgert (verletzter Stolz?Angst?)reagiert (worüber man meiner Erfahrung nach schon dankbar sein darf!)und die von sich aus mich auch immer wieder ermuntert dieses oder jenes Ergebnis auch meiner Tierheilpraktikerin mitzuteilen damit diese da noch einmal überlegen kann - und andererseits habe ich eine gute Tierheilpraktikerin gefunden, die mich auch zu meiner Tierärztin(Schulmedizin) schickt wenn andere Dinge abzuklären sind oder eine andere Behandlung nötig ist, die sie nicht leisten kann. Ich sags Euch - das ist wunderbar!
Aber natürlich kann jeder das tun was er für richtig hält, was ihm entspricht - aber es schadet nicht auch mal ein bisschen nach rechts und links zu schauen - letztendlich ist doch das Ergebnis das was zählt,oder?!
In diesem Sinne - liebe Grüße,

bleu
Titel: Re: Die Intoleranz der bösen Schulmedizin
Beitrag von: Oval 5 am 29.11. 2012, 18h30
Schön von Dir zu hören :-)

Ich sehe das ganz ähnlich wie Du - man muß die Augen nicht verschließen.
Was man bei Tieren allerdings bedenken muß ist, daß sie auch ganz gut still
vor sich hin leiden können zum Teil. Und dann ist es natürlich fatal, wenn man
glaubt daß etwas hilft, es aber nicht wirklich geholfen hat.
Menschen richtig zu behandeln ist viel einfacher - weil wir uns mir dem Arzt
besser verständigen können.

Aber natürlich haben beide Ansätze ihre Berechtigung.
Ari mas hat da einfach viel eigene auch schlechte Erfahrungen gemacht - das
verändert naturgemäß die Sichtweise. Und auch das steht einem zu.  :-) 
Titel: Re: Die Intoleranz der bösen Schulmedizin
Beitrag von: bleu am 02.12. 2012, 15h59
Ja genau, Tiere können uns ja leider oft nur vage mitteilen wenn ihnen etwas fehlt.
Der Fall den ich gemeint habe bei meinem Hund war aber so deutlich (da alle Symptome verschwunden waren,Blutbild ok) dass ich mit gutem Gewissen sagen kann dass "es geholfen hat".
Wenn jemand schlechte Erfahrungen macht egal welcher Art prägen diese einen natürlich,und selbstverständlich kann jeder so damit umgehen wie er möchte! ich muß mich auch immer wieder zusammenreißen um möglichst vorurteilsfrei einen Schulmediziner zu konsultieren egal ob für Tier oder Mensch, aber es wäre nicht gerecht alle über einen Kamm zu scheren nur weil einige mangelnd ausgebildet sind und sich überschätzen. Das das verheerende Folgen für den Patienten haben kann ist uns allen bewusst und nicht zu entschuldigen. Zum Glück gibt es aber auch andere die fachlich versiert sind und denen wirklich etwas an ihren Patienten,Tiere oder Menschen liegt...auch wenn sie manchmal schwer zu finden sind:-)
Titel: Re: Die Intoleranz der bösen Schulmedizin
Beitrag von: Oval 5 am 03.12. 2012, 23h28
Naja, schon das Blutbild ist Schulmedizin ...


Ich kann für mich keinen Sinn darin erkennen, mich prophylaktisch gegen irgend eine
medizinische Richtung zu wenden. Je größer das Spektrum desto wahrscheinlicher, daß
sich ggf. auch die Lösung meiner Probleme irgendwo finden läßt.
 
Wobei ich selber auch schon mit ganz viel unterschiedlichen Richtungen bereits mit der Frage
nach einer brauchbaren Diagnose gescheitert bin im Leben. Seitdem sehe ich Medizin zum
Teil als Wissen und zum anderen Teil puren Zufall. Zufall, einen guten Mediziner zu finden
in dem Moment, wenn ich ihn brauche. Zufall, wenn die Diagnose stimmt... Es gibt nie die
Garantie, daß einen die Behandlung gesund gemacht hat - edit: oder gesund machen wird.
Manchmal wäre man ohne genauso gesund geworden, nur weil man behandelt hat/wurde
glaubt man felsenfest daran, es lag an der Behandlung. Und auch das ist unabhängig vom
medizinischen Barhandlungsansatz. Für mich ist der beste Ansatz in medizinischer Hinsicht
die eigenen Grenzen rechtzeitig zu erkennen und sich auch daran zu halten. D.h. sich nicht
ständig zu überfordern. Damit reduziert sich wenigstens das Risiko, sich zu infizieren.
Einer Diagnose ohne Schulmedizin stehe ich persönlich extrem skeptisch gegenüber -
einfach weil manches wenn man es zu spät oder gar nicht erkennt mangels schulischem
Wissen eine Behandlung verschleppt oder die ganz unter den Tisch fällt. Und dann hilft gar
kein Ansatz weiter, wenn man nicht weiß, was ist. Da liegt für mich in der Ablehnung
unserer Ärzte die größte Problematik. Jeder meint, seine Beschwerden doch selbst am
besten einschätzen zu können. Das ist aber schlicht nur dann richtig, wenn man tatsächlich
praktisch selber das Wissen eines ausgebildeten Arztes hat. Weil schon bei der Psittacose/
Ornitose sehen die Symptome aus wie die einer Grippe. Die Behandlung könnte aber ganz
anders sein müssen. Und dann verschleppt man ggf. vor lauter Abneigung gegen eine Form
der Medizin etwas, was einen das Leben kosten kann. Das ist es doch alles nicht wert!     


Welchen Behandlungsansatz man nach einer fundierten Diagnose einschlägt kann man im
Anschluß doch völlig frei entscheiden. In meiner Vorstellung ist deshalb der Weg zum Tierarzt
immer der erste mit einem kranken Tier. Ist die Diagnose gestellt, entscheidet man welche
Behandlung nun folgen soll.
Läßt einer bei sich selber die schulmedizinische Diagnose weg und behandelt/läßt behandeln
nach einem wie auch immer geartetem "alternativen" Behandlungsschema, ist das sein Problem.
Da bin ich pragmatisch. Ist mir ehrlich egal - geht es gut - fein; geht es nicht gut ist es mir auch
egal. Des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Und wer sich auf etwas reduzieren möchte, der
tut das.
Problematisch wird es in dem Augenblick, wo es um Schutzbefohlene geht, die nicht wieder-
sprechen können. Und da muß ich sagen gibt es für mich zumindest für die Diagnose keinen
Weg an der Schulmedizin vorbei. Einfach weil es vermessen ist, in Belangen der Gesundheit auf
fachlich fundiertes Wissen zu verzichten. Sonst könnten wir jeglichen Tierschutz gleich vergessen.


Titel: Re: Die Intoleranz der bösen Schulmedizin
Beitrag von: bleu am 12.12. 2012, 18h35
Ich sehe das im Großen und Ganzen ähnlich wie Oval5, allerdings lege ich mich nicht auf die Schulmedizin fest was die Diagnostik anbelangt - das kommt immer auf das Problem an, aktuell hatte ich vor Kurzem einen Hund mit Lahmheit den ich beim Schulmediziner vorstellte.Dieser konnte trotz Untersuchung nicht  herausfinden warum der Hund lahmt, also auf Verdacht erstmal Schmerzmittel.Diese halfen nicht.Jetzt bliebe noch Röntgen und alles mögliche TRARA.In diesem Fall wäre das teuer und überflüssig gewesen. Mein Tierheilpraktiker hat gleich festgestellt dass die Lahmheit vom Hals kam - ich kann es nicht genau wiedergeben, es war etwas mit einem eingeklemmten oder verschobenen Nerv - auf jeden Fall renkte sie ihn wieder ein, gab Globulis mit und damit war Ruhe.Kein Lahmen - keine heftigen Schmerzmedis, die nicht helfen und auf Dauer die Organe belasten.
Allerdings würde ich in akuten und lebensbedrohlichen Fällen auch immer zuerst die Diagnostik beim Schulmediziner machen.Vieles kann man durch die technischen Möglichkeiten einer Klinik einfach besser erfassen. Da ich persönlich aber bei kleineren Problemen auch nicht ohne triftigen,für mich nachvollziebaren Grund sofort Antibiotika und ähnliches schlucke, halte ich auch bei meinen Tieren nichts davon, wenn es auch anders geht.

Aber wie gesagt, jeder macht andere Erfahrungen und jeder muss für sich und seine Tiere die er liebt das tun was er/sie als das Richtige und Sinnvollste empfindet.

Liebe Grüße