Nach welchem Zeitraum kann man ein Tier guten Gewissens vermitteln?

greyTs livingroom

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Autor Thema: Nach welchem Zeitraum kann man ein Tier guten Gewissens vermitteln?  (Gelesen 2845 mal)

Oval 5

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Ich weiß von unserem Tierheim hier, daß der Vertrag 6 Monate lang "anuliert"
werden kann für den Fall, daß der nachweisliche Vorbesitzer eines Fundtieres
auftaucht und sein Tier zurück haben möchte. Das gilt selbstredend nur für
Fund-, nicht für Abgabetiere und unter der Bedingung, daß kein gesundes Tier
eingeschläfert wird.

Bei den Pounds in Irland sieht das etwas anders aus.
Gerade war ich wieder mal über so eine Geschichte
gestolpert:



(in diesem Fall werde ich aus Datenschutzgründen den Link zur Quelle mal absichtlich nicht
dazu setzen - es tut hier nichts zum Thema und ungekehrt muß nicht alles nachvollziehbar sein.)


Ein Hund war vor einigen Wochen in Nordirland verschwunden,
ist vor 4 Wochen im Süden Irlands jemandem zugelaufen, der hat ihn erst jetzt
zum Pound gebracht und wollte, wenn der Hund nicht zurückgefordert würde,
den Hund bei sich aufnehmen.
Da stellt sich heraus, der Hund ist gechippt und registriert.
Der Besitzer dachte Wochen lang, sein Hund wäre für immer verloren... 

 
Was meint Ihr - wie lange soll und muß ein Vorbesitzer Zeit haben sein Tier wieder zu
finden und ab wann soll es einfach jemandem gehören der ihm einen Platz zum Leben
angeboten hat in der Not, selbst wenn der Vorbesitzer doch noch auftaucht? 


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KimC

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In diesem Fall hatte der Besitzer ja vorgesorgt, und den Hund registrieren lassen. Nur hatte der Finder ziehmlich lange gebracuht bevor er den Fund des Hundes gemeldet hatte. Da kann der besitzer ja nichts dafür, hätte der Finder den Hund behalten ohne jemals eine Meldung zu machen, wäre es in den meisten Länder strafbar gewesen. Etwa wie ein gefundenes Fahrrad selber behalten, oder so.
Dies zeigt wiedermal den Nachteil des chips, man kann sie nicht sehen, und meistens ist kein scanner verfügbar, womit der mögliche Nachweis versäumt wird.

Bei Abgabetiere sehe ich kein Grund zur "annulierung". Bei Fundtiere sollte es sowas geben, denn obwohl der Eigentümer eine Meldung macht, ist es keinesweges gegeben das Behörden zuammen arbeiten.
Kommt hier ein Hund abhanden in Polizeidistrikt A, der Halter macht dort eine Medldung, aber der Hund wird in Polizeidristrikt B aufgefunden, wissen die nicht das der Hund in Distrikt A als vermisst gemeldet ist.
Wir haben hier ein Hunderegister das belanglose dinger wie geburtsdatum der eigentümer und Stammbaumnamen enthällt, ein Hund kann aber nicht als vermisst oder gestohlen registriert werden.

Statt chip wäre mir ein sichtbarer kennzeichnung lieber. Wenn ohrtattoos nichts taugen, dann evtl ein diskereter kleiner amtlicher metallknopf mit eingestempelter Nummer, je eins in beiden Ohren. Ein ding das rein aber nie weider rausgeht. 
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heiwak

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Den Chip finde ich nicht so schlecht nur wiedereinmal ist das Ganze nicht bis zum Ende durchgedacht.
Eine gesetzliche Registrierung des Tieres muss her! Noch immer wissen viele Menschen nicht, das mit dem Setzen des Chips noch keine automatische Registrierung verbunden ist. Da man sich aber auf manche liebe Leutchen nicht so ganz verlassen kann, sollte der Tierarzt gleichzeitig mit dem Chippen das Tier auch in ein zentrales, bundesweites Melderegister eintragen (das man natürlich weltweit vernetzen kann) und auf jeder Polizeistation müsste ein Lesegerät vorhanden sein.
Somit wäre auch das Problem mit gefunden Tieren gelöst!
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KimC

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.......und auf jeder Polizeistation müsste ein Lesegerät vorhanden sein.
Somit wäre auch das Problem mit gefunden Tieren gelöst!

Ein Polizeistation ist eben auch nur ein Arbeitsplatz. Da wird ein Hund aufgeefunden. Sagen wir mal die haben wirklich ein scanner, was keinesweges der Regelfall ist..
Dann hat jemand den zuletzt irgendwo gebracuht und der liegt im Handschuhfach oder kofferraum eines Dienstwagens, und nicht auf sein platz im Station.
Oder, der liegt wirklich da, wurde aber seit geraumer zeit nicht genutzt, und die Batterien sind leer..
Oder Der ist wirklich da, und die Batterien taugen, dann hat der Chip sich allerdings auf dem Weg gemacht und sitzt in die Rute. Mit ein Hund in Greyhoundgrösse dauert es dann bis man den findet, wenn überhaupt. Mehr als 10 cm Reichweite haben diese dinger bestimmt nicht.

Der Mensch hat Augen, um damt sehen zu können. Sonst wären wir statt Augen mit ein USB port geboren. Deshalb ist mir ein sichtbarer ID am Hund lieber. daumen.gif   
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heiwak

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Zitat
Der Mensch hat Augen, um damt sehen zu können. Sonst wären wir statt Augen mit ein USB port geboren. Deshalb ist mir ein sichtbarer ID am Hund lieber. daumen.gif   

...aber auch die Augen helfen nichts wenn keine Meldepflicht besteht.  prediger.gif
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Oval 5

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Doch nützt die ohne Meldepflicht ....... da steht ja schießlich eine Telefonnommer und ein Name? Also bei mir steht da eine Nummer, die Sinn macht auch ganz ohne ein Register.



 
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heiwak

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Zitat
Doch nützt die ohne Meldepflicht ....... da steht ja schießlich eine Telefonnommer und ein Name? Also bei mir steht da eine Nummer, die Sinn macht auch ganz ohne ein Register.

Also bei einer Erkennungsmarke ins Ohr geschossen wird wohl kaum etwas anderes als eine Registrierungsnummer stehen.
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Oval 5

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Stimmt - aber das braucht man doch gar nicht mit so einem Knopf im Ohr. Ein Halsband mit Telefonnummer tut es doch völlig. Wer meint das sei nicht genug chipt halt zusätzlich - und registriert.. 

Das mit der Registrierung beim Chipen vom Tierarzt aus ist halt so eine Sache wenn die Halter dann umziehen. Weil dann lernen die Menschen ja nie, daß sie selber dafür verantwortlich sind, sich darum zu kümmern sowas aktuell zu halten.
Das ist in Irland wo der oben zitierte Text her kommt ja ganz oft das Problem, daß der Hund schon einen Chip hat, der oft auch registriert wurde. Nur ist der Hund anschließend abgegeben worden oder die Menschen sind umgezogen und haben das nicht gemeldet. Und dann ist die Zeit bis der Hund ggf. eingeschläfert wird mit 5 Tagen wirklich sehr knapp.   


Mir war es mit dem Thema ursprünglich weniger um den Chip selber gegangen. Mehr darum, wie viel Zeit sein soll, bis ein Tier unwiederbringlich vermittelt wird. Oder umgekehrt: Wie lange soll eine Halter Zeit bekommen sein Tier sicher wieder zu bekommen für den Fall, daß es gefunden wird.
Bei uns habe ich das bisher nie im direkten Umfeld erlebt, daß ein Hund über hunderte Kilometer verschleppt worden war und anschließend irgendwo aufgetaucht wäre. Normal finden sich die Tiere in einem Radius, den man in ein oder zwei Tagen zu Fuß gehen könnte (das ist auch schon weit...). Da gibt es schon einige Tierschutzvereine die man erst mal auffinden muß und kontaktieren. Das dauert schon.
Umso schwieriger ist das in einer Realität wie derzeit in Irland, wo so unglaublich viele Hunde gestohlen werden (das ist wirklich erschreckend wie oft solche Diebstahlsmeldungen durchs Netz geistern) und die tauchen dann oft irgendwo ganz anders wider auf.
Neulich hat jemand im Netz nach einem Vermittlungshund gesucht gehabt. Und ich habe 2 Tage gebraucht um nur heraus zu finden, auf welcher Seite ich das Tier schon gefunden hatte. Einen Tag später war der Transport von Irland nach Italien.. Das war dann in diesem speziellen Fall nicht dramatisch, weil das kein Vorbesitzer war, der sein Tier gesucht hatte sondern jemand ganz anders. Aber das konnte man zunächst nicht wissen.

Deshalb beschäftigt mich einfach wie viel Zeit einer bekommen soll, um sein Tier wieder zu finden, wenn es mal weg gelaufen ist.

Übrigens ist das vermutlich so ziemlich überall in der EU so, daß der Fund eines Tieres vom Gesetzt her sofort gemeldet werden muß. Zumindest für Irland gilt das sicher, für Deutschland meine ich mich schon aus meiner Kindheit daran zu erinnern, daß man ein Fundtier zwar selber verwahren kann, es aber der Polizei melden muß, damit eben eine evtl. Anfrage des Besitzers auch effektiv ist. Auch für die Schweiz war ich neulich mal über einen entsprechenden Passus gestolpert. Nur die Zeiträume bis zum Übergang des Eigentumsrechtes auf Finder oder staatliche Stellen wie Pounds ist recht unterschiedlich. Auch zwischen Finder und Pound übrigens.
Der Irische Pound darf nach 5 Tagen einschläfern, der Irische Finder muß zwar nach relativ kurzer Frist eine "dog licence" erwerben (sowas wie die Hundesteuer), bis ihm der Hund aber richtig gehört vergehen auch mehrere Monate. Leider erinnere ich die genauen Zeiträume nicht mehr. Und wie die Fristen für die Vermittlung durch  Tierschutzorganisationen ist in Irland ist mir auch nicht klar. Weil da wird ja zwangsläufig oft ins Ausland vermittelt und oft vergehen da höchstens etwa 4 Wochen..

Ich hatte ja als ich noch grün war hinter den Ohren so einen Dauerstiftengeher aus dem Tierschutz übernommen und den Schlingel nach einigen Jahren, in denen ich ihn regelmäßig gesucht und auch wieder gefunden hatte irgendwann endgültig verloren. Das ist schwer zu ertragen gewesen und auch bis heute nicht vergessen. Wenigstens habe ich nicht mehr diese Blick, bei dem man ständig meint in der Ferne den weg gelaufenen Hund zu entdecken.
Ich hatte damals ungefähr 3 Monate praktisch jede freie Minute mit der Suche verbracht und war eben nicht fündig geworden. Computer oder sogar soziale Netzwerke gab es nicht. Alles passierte über Annoncen, Tierheime, Telefon, aufgehängte Zettel; in diesem Fall leider ohne Erfolg. Ich weiß bis heute nicht, wie sein Leben weiter gegangen ist (und ob..). Das wünsche ich wirklich niemandem.
Der Chip ist ein guter Anfang (wenn er registriert ist, dann auch gelesen wird und entsprechend nach dem eigentlichen Besitzer gesucht wird). Daß es Chips auch in einer etwas teureren Variante gibt die NICHT wandert ist leider viel zu wenig bekannt.

huch - das ist aber lang geworden jetzt ..
     

EDIT - ich habe den Titel etwas gekürzt damit das mit den 80 Zeichen kein Problem mehr gibt - hoffe das funktioniert jetzt für alle weiteren Beiträge)


 
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