Ausdruck und Bedeutung. Was sagt mir mein/der Hund?

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Autor Thema: Ausdruck und Bedeutung. Was sagt mir mein/der Hund?  (Gelesen 4621 mal)

Oval 5

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Wir könnten hier ein Thema brauchen, in dem wir Fotos unserer - oder auch fremder - Hunde einstellen mit einer Interpretation dessen, was uns dieser Hund auf dem Foto gerade sagt.

Manchmal werden wir vielleicht daneben liegen, ein anderes mal genau richtig.

Je mehr Fotos wir zusammen bekommen, desto mehr können wir sehen lernen. Auch, ob unsere Interpretationen mit denen eines anderen übereinstimmen oder eher nicht.

Es ist nicht wichtig, wie "gut" diese Fotos sind - es kommt wirklich nur auf den Ausdruck an.
Es geht auch nicht darum, keine Fehler zu machen. Man lernt aus seinen Fehlern. Sie sind wertvoll.
Es geht vielmehr darum, sich zu üben. Sich einzulassen auf den Versuch.

Wäre schön, wenn Ihr mit macht  smiley.gif
 
   


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Oval 5

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Re: Ausdruck und Bedeutung. Was sagt mir mein/der Hund?
« Antwort #1 am: 08.10. 2013, 03h17 »




Der Blinde
Er möchte weiter gehen, muß aber warten.
 
Die Haltung signalisiert eine Mischung
aus Unwillen darüber zu stehen
und einer Frage danach, wann es weiter geht.

Er hat die Ohren eigentlich angelegt - ist also brav..
braucht aber doch eines, um genau die Zeichen zu hören, die signalisieren, wenn es weiter geht.

Die etwas gespannte Leine zeigt deutlich, daß er gehen möchte, nicht warten.
Er könnte ja auch her kommen - das will er aber nicht (und ich habe ihn nicht gezwungen es zu tun).

Die Beine stehen ruhig - er versucht nicht wirklich, mittels Kraft seinen Willen durchzusetzen.
Aber er steht in die Richtung, in die wir weiter gehen, steht vorne und dreht nur den Kopf zum Geschehen.
Er wartet ab, ist aber jederzeit bereit zu gehen.
 
Der Gesichtsausdruck sagt: JETZT?


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Oval 5

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Re: Ausdruck und Bedeutung. Was sagt mir mein/der Hund?
« Antwort #2 am: 09.10. 2013, 21h56 »

Zwei Fotos die nur wenige Augenblicke auseinander liegen. Wir waren vielleicht eine Stunde unterwegs bis diese Fotos entstanden sind, die Hunde schon entspannt und ausgeglichen.

Etwas hat die Aufmerksamkeit des Azawakh erregt.



Die Haltung ist eingefroren, der Hund steht starr. Er schaut gebannt auf die Stelle, an der er etwas vermutet oder sieht.
Von meiner Perspektive kann ich nicht erkennen, ob da etwas zu sehen ist, oder ob er z.B. etwas gehört hat, und jetzt schaut, ob er es auch sehen kann. Es kann sich auch etwas weg bewegt haben oder ein zuvor bewegter Reiz plötzlich innegehalten haben.
Ob das ein Tier oder z.B. ein Blatt ist macht da in der Haltung vom Hund zunächst keinen Unterschied.
Daß sich der Hund in dem Moment nicht bewegt bedeutet, daß er noch keine Entscheidung getroffen hat da hin zu wollen. Er ist unschlüssig.
Aus welchem Grund er unentschieden ist, kann ich aus seiner Körperhaltung in diesem Fall nicht sehen.

Er richtet seine Aufmerksamkeit auf das, was da ist oder er dort vermutet.

Die Muskulatur ist angespannt, und bereitet eine Vorwärtsbewegung vor, jederzeit bereit einen "Angriff" auszuführen.

Die Haltung des Schwanzes signalisiert eher Angriff als Rückzug, in jedem Fall Dominanz. Was nicht heißt, daß das nicht augenblicklich kippen könnte, würde sich das Objekt der Begierde als Gefahr entpuppen.

Sollte er unsicher werden, aber keine direkte Gefahr erkennen, könnte der nächste Schritt ein kurzer Blick zurück werden, um sich zu vergewissern, daß er mich / uns als Sicherheit dabei hat. Oder auch um nachzufragen, ob er da hin darf.

Bleibt er aber seiner selbst sicher, ist eine Nachfrage vor einem Angriff aus der Haltung heraus eher unwahrscheinlich. Denn an sich ist da ausgesprochen wenig Bezug zu uns zurück zu erkennen. Wenig - nicht gar nichts.


Was da war, weiß ich heute nicht mehr...     

   



Ganz kurze Zeit später nur wenige Schritte weg von der Stelle steht er ganz anders.
Auch hier schaut er noch etwas an, allerdings nicht im Begriff sofort darauf zuzugehen. Mehr beobachtend, aufmerksam.
Die Haltung der Ohren signalisiert jetzt aber, daß er sich auf uns zurück bezieht.

Der Start ist auch nicht vorbereitet im Gegensatz zu dem oberen Bild.
Die Beine stehen viel weniger zielgerichtet und lockerer.

Der Schwanzansatz aber auch dieses Mal leicht dominant angehoben. 

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Oval 5

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Re: Ausdruck und Bedeutung. Was sagt mir mein/der Hund?
« Antwort #3 am: 09.04. 2014, 06h39 »

Ich hatte ja neulich schon geschrieben, daß ich die Hundebegegnungen von unserem Stadtspaziergang einstellen
wollte, nur waren die Fotos noch nicht nachbearbeitet - und auch hier nochmal: Die Fotos sind miserabel. Das
Licht war wie so oft schon knapp und dann sind bewegte Objekte doppelt schnell unscharf.
Ich habe also auf Teufel komm raus nachbearbeitet immer mit dem Ziel, möglichst viel von der Körperhaltung
und dem Ausdruck sichtbar zu machen, nicht irgendwie schöne Fotos aus nichts zu machen. Letzteres ist für das
Thema hier wirklich nicht von Belang.

Die Begegnungen werde ich in der Reihenfolge einstellen, in der wir sie hatten und auch die Fotos sind natürlich
in der tatsächlichen Reihenfolge, in der sie aufgenommen waren - anders macht das ja keinen Sinn.

Die erste Begegnung war mit einem kleinen weißen Fleck - mitten drinnen auf der großen Wiese kann man ihn
sehen




Ein Husky - und wie man jetzt sieht ist er weder ganz weiß noch klein  icon_mrgreen.gif




Dem Azi ist klar, daß er zu weit weg ist vom sicheren Heimathafen, er kommt also näher zu mir. 




Azi: "Blöd... der Kerl läuft hinterher...  undecided.gif "

Das kann dem Azi nicht gefallen, aber er weiß längst, daß der zu viel Ausdauer hat für ihn und daß es Zeit ist zu
mir zu kommen (Das hat er mit geschätz 4-5 Monaten mal auf einem Spaziergang ebendort gelernt und nicht
vergessen - auch nicht vergessen, daß es bei mir dann Sicherheit gibt) 




Irgendwo ist der Punkt, wo für den Azi die Distanz zu mir nah genug ist, um sich sicher zu fühlen und er sich
für "da" erachtet. Bei dem Azawakh ist das ein ziemlich großer Kreis um mich herum verglichen zu den meisten
anderen Hunden, die ich kenne. Er dreht sich um und stoppt mit gestellter Bürste den Husky.

Az: "Schluß jetzt! Laß mich! Komm mir nicht immer so nah! Und die da hinten gehen Dich gar nix an!"
(das ist kein Angriff, sondern ein stoppen der Aktivität des anderen. Der Nacken ist gebogen, d.h. das ist kein
frontaler Angriff, da ist ein Ausweichen angedeutet, das dem Gegenüber zeigt, daß es nicht um stärker sein 
ganz allgemein geht, sondern um ein bis hier und nicht weiter. Das soll er aber respektieren. )




Husky: "Ich geh aber keinen Schritt rückwärts! Ich bin nämlich stärker als Du. Und außerdem will ich wissen,
wer Ihr seid. Und.. raunz mich nicht so an!"




Mit jetzt etwas weniger Druck kommt der Azi also zu mir. Er weiß ja, daß er dem nicht viel entgegenzusetzen
hat. Und er weiß auch, daß er das Risiko gar nicht einzugehen braucht - wofür hält man sich als Hund schließlich
einen Menschen... und dann ist da ja auch noch der Rest vom Rudel - sein Mädel und der Blinde.

Der Husky ist traumhaft souverän und freundlich! Er läßt ihm erst mal Vorsprung. Man will ja keinen Streit.




Der Husky kommt hinterher - er will ja Kontakt und er will die anderen beiden auch checken.




Er will wissen, was das für komische Typen sind, die er hier noch nicht gesehen hat. Und er sieht nach
Heimvorteil aus - so als ob er den Weg jeden Tag geht.







Das Mädel direkt zu begrüßen haben sie ihm nicht zugestanden, aber mit den Blinden gemeinsam am Baum
schnuppern, das ging.




Husky: "Ob ich sie mir nicht doch noch anschauen gehen könnte?"
Der Blinde: "Wenn ich still halte wird das hoffentlich gut gehen. Aber ich laß mir von niemandem sagen, wo ich
hin gehe. Und meine Frau kriegt der auch nicht"

Ich hätte in der Situation nicht näher dabei stehen sollen, sonst wäre das möglicherweise ganz anders
ausgegangen - nicht von dem Husky aus, sondern vom Grauen. Weil der Blinde nämlich ziemlich unsicher war.
Nur hindert ihn das nicht daran, seine Ansprüche anzumelden, ganz im Gegenteil. Dadurch, daß ich weit genug
weg bin, hat er einerseits die Möglichkeit sich ohne Gesichtsverlußt zurück zu ziehen und zu mir zu kommen,
andererseits kann er nicht annehmen, daß ich ihm auf die Distanz helfen werde. Wer weg geht ist alleine! Und
alleine kämpfen.. ist auch nicht so prickelnd, speziell wenn man nix sieht.
Das Foto hier drunter ist gezoomt! Das Obere zeigt die tatsächliche Distanz zwischen den Hunden und mir.




Der Blinde: "Uff, geschafft.. ich kann da wieder weg, muß das jetzt nicht beweisen..."
Husky: "Ja, Geh mal. Hier bin eigentlich ich daheim."



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Oval 5

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Re: Ausdruck und Bedeutung. Was sagt mir mein/der Hund?
« Antwort #4 am: 10.04. 2014, 04h49 »

Weiter geht es - die Hunde waren ihren Husky wieder los und haben sich mit sich selbst beschäftigt. Weit
waren wir nicht gekommen, als die Aufmerksamkeit von Azawakh erneut erregt war. Mich stört das nicht.
Begegnungen sind Bereicherung. 




Der kleine Terrier, von dem neulich schon die Rede war. Der Herr stellt sich erst mal hin und versucht Eindruck
zu schinden, während er sicherheitshalber noch mal die Bewegungen der Umgebung abklärt - nicht daß da
noch ein Konkurrent wäre?




Alles scheint ungefährlich. Begeistert stellt sich der Afrikaner in Pose als wollte er sagen 
"Bin ich nicht toll? Meinst Du, darf ich Dich mal anschauen?"
Das Terrier-Mädchen kennt scheinbar keine Angst, der Kerl ist forsch - dem muß sie doch gleich mal zeigen,
wer die Hosen anhat. 




Sehr neckisch findet er - aber gut, dann halt etwas weniger dick auftragen und vorsichtig schnüffeln.




Er: "Mei, bist Du niedlich..."
Sie: "Ja! vorsichtig Freundchen, so gut kennen wir uns noch nicht"




Er: "Ach bitte nicht gleich so grob, ich will Dir doch nichts, wollte Dir doch nicht zu nahe kommen"




Beide bleiben etwas auf Abstand, tun irgend was, das sich nicht direkt aufeinander bezieht und doch etwas
über den einzelnen aussagt - man lernt sich sozusagen erst mal ein bisschen kennen. Vermutlich würden
Biologen von Übersprungshandlungen sprechen. 




In der Zwischenzeit hat sich das Prinzesschen entschieden, sich diese kleine wilde Hummel doch auch mal
anzuschauen. Im Gegensatz zu Begegnungen mit fremden Rüden wird sie hier nicht vom Azi behindert. Und
durchaus denkbar, daß das Kratzen der Kleinen schon eine Reaktion darauf war, daß die große schwarze
Hündin auf sie zugekommen ist... "Man weiß ja nie, ob einem die Frauen fremder Kerle wohlgesonnen sind.
Da kann es nicht schaden, etwas unbeteiligt auszusehen." 
(Dieses Foto zeigt die Szene, wie ich sie gesehen habe - also auch, wie weit ich vom Geschehen weg bin.
Und ich kann mir den Abstand auch nur deshalb leisten, weil ich meine Hunde seit Jahren gut kenne...
Andererseits sind viele Szenen mit fremden Hunden nicht tragbar, wenn man selber zu eng dabei steht. Da
hilft im Zweifel nur, z.B. einen einzelnen Hund frei zu lassen, derweil die anderen erst mal noch an der Leine
sind. Immer mit Vorsicht bitte, aber eben auch nicht hysterisch.) 




Ein Spiel, daß man unbedingt genau beobachten muß beim ehemaligen Rennhund, bis man sicher sein kann,
daß der Grey eindeutig begriffen hat, daß er es mit einem Hund zu tun hat! Grundsätzlich kann einem das
nicht nur bei allen Sichtjägern zum Thema werden, aber wo zur genetischen Ausstattung auch noch eine
gezielte Ausbildung auf kleine Beutetiere zur Vorgeschichte gehört, muß man natürlich doppelt aufmerksam
sein bitte.




Speziell bei Jagdspielen wie diesem. Weil natürlich kann so etwas auch mal kippen und der Verlierer wäre dann
der kleine Hund. Das kommt einfach nicht in Frage.




Das Foto, auf dem die Terrier-Dame so nach Hasi aussieht.




Wären die Hunde gleichgroß, kämen wir nicht auf die Idee, in dieser Situation etwas bedenkliches sehen zu
können. Deshalb haben wir dann (meist in eingezäunten Hundeausläufen mit vielen Windhunden) unter-
schätzte Situationen, gerne zwischen Galgos zum Beispiel, bei denen einer zum über die Maßen gejagten
Opfer verkommt.
Man soll einfach hin schauen und ggf. auch eingreifen (das "Opfer" zu sich her holen/rufen/locken und
dann die Angreifer "abpflücken").




An dieser Stelle ist dann auch auf den Fotos eindeutig klar, daß sie miteinander spielen/laufen. Denn Jagd
zielt immer auf das Objekt der Begierde, während die Hunde bei den unbedenklichen Spielen oft parallel
miteinander laufen.




Mittlerweile ist ein Pärchen mit zwei Hunden auf unserer Höhe angekommen. Der wuschelige Rüde möchte
die Kleine Hummel treffen.
Der zweite ist gleichzeitig irgendwo hinter meinem Rücken mit der Prinzessin kurz zusammengetroffen und
im Bild daher nicht zu sehen. 




Dem Azi ist das nicht recht. Schon wieder ein Kerl, der ihm so nah kommt. Und wieder stellt er seine kurzen
Haare zur Bürste, zeigt sein Mißfallen sehr deutlich.
Wenn man dem Azawakh etwas nicht vorwerfen kann, dann daß er undeutlich in den Signalen wäre. 





Der Blinde auf dem Weg - auch er möchte bitte ein Wörtchen mitreden - nicht daß ihm hier noch die Kontrolle
entgleitet.... 




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KimC

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Re: Ausdruck und Bedeutung. Was sagt mir mein/der Hund?
« Antwort #5 am: 10.04. 2014, 07h15 »

Ein sehr verunsicherter Jaroff sagt:

"Bitte nicht näher kommen, lass mich in ruhe"


Als die Aufnahme entstand war er noch keine woche bei mir.
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Oval 5

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Re: Ausdruck und Bedeutung. Was sagt mir mein/der Hund?
« Antwort #6 am: 10.04. 2014, 20h07 »

Oh ja - Jaroff ist sehr deutlich unsicher in dem Moment und bittet um Rücksicht.
Film ist da natürlich besser. Auf der anderen Seite finde ich es ganz gut, wenn die schnellen Signale auf dem
Foto dann nicht so schnell wieder vorbei sind. Solche Signale können in Begegnungen draußen oft sehr schnell 
vorbei sein und wenn das Gegenüber falsch oder zu langsam reagiert kann dem auch ein Angriff folgen. 
Zeitlupe wäre vielleicht das Mittel der Wahl. Vielleicht mach ich das mal demnächst. 


Bei uns gab es noch eine Begegnung bei dem obigen Spaziergang, dann ist das alles eingestellt. Die war wieder
ganz anders. Denn diesmal hatten wir es mit einem Hund zu tun, der sich wichtig macht.

Die Situation aus meinem Blickwinkel im Originalabstrand.




Das gleiche Foto etwas vergrößert zeigt deutlicher - der Blaue demonstriert Frieden, indem er sich um irgend
etwas am Boden kümmert, statt auf den schwarzen Rüden einzugehen. Der hat es aber wichtig. Der Schwanz
ist angehoben und in Bewegung, der Körper ziemlich steif. Der Azi betrachtet das ganze aus der Ferne -
vergleichsweise nah bei mir - und ich bin so stolz, daß er das gelernt hat, erst mal in meine Nähe zu suchen,
denn das war auch nicht immer so. 




Der Schwarze ist vom Blinden zur Prinzessin gelaufen, die hat aber wohl den Azawakh auf die Stelle zulaufen
sehen und sich auf den Weg gemacht - näher zu mir, weg von dem fremden Rüden. Sozusagen in's Zentrum
unseres Kreises, und vor allem aus der Schußlinie, denn der Azi will SEIN Mädel nicht mit fremden Rüden teilen.
Am liebsten würde er sie überhaupt nicht teilen.   




Und so meldet der Azi seine Ansprüche an. Nur.. diesmal hat er es mit einem Hund zu tun, der sich wenig
darum kümmert, was das naße Hemdchen da so anmelden will.




Schwarzer: "Schau, daß Du weiter kommst, Du Kleinchen!" sagt der deutlich
und wir sind ja zu Besuch, der Azi findet den unheimlich und hat wohl begriffen, daß es besser ist, den Mund zu
halten und "heim zu Mutti" zu laufen. Normal trägt er den Schwanz gerne hoch, in der Situation gibt er also
deutlich Fersengeld.




Der schwarze Rüde ist aber auch nicht halb so sauber und cool, wie der Husky oben, der sich von dem
Geraunze nicht weiter hatte beeindrucken lassen und meint seine Revier gleich auch beim Blinden nochmal
behaupten zu müssen. Der versucht weiter dem Ärger aus dem Weg zu gehen. Die Rechnung ist -
glücklicherweise - aufgegangen.

Dazu mag man vielleicht wissen, daß der Schwarze ungefähr durchgehend von seinem Halter gerufen wurde,
sich da aber genau NULL drum gekümmert hat. (Und ich bin froh, daß der dann nicht auch noch hin gelaufen
ist, um seinen Hund einzufangen, weil dann hätte der Schwarze die Gelegenheit nämlich höchstwahrscheinlich
genutzt, mal eben zu schnappen nach dem nächststehenden Hund. Und man braucht das ja alles nicht.) 




Blinder: "Nix wie weg da von dem Irren. Dem trau ich nicht."
 




Danach ist uns - mit zu wenig Licht für den Fotoapparat - nur noch ein telefonierender Ridgeback-Besitzer
begegnet, der de facto nicht mal gesehen hat, daß sein Ridge bereits geduckt fixierend auf meine Hunde
zugelaufen ist und der ziemlich pikiert war, als ich ihn aus 50 Metern Abstand habe wissen lassen, daß er sich
doch bitte gefälligst um seinen Hund kümmern möge.

Wie gesagt: Begegnungen sind in meiner Welt Bereicherungen, aber natürlich sollen sie so ablaufen, daß keine
Blessuren und Ängste daraus entstehen. Manche Begegnung ist daher besser nicht zu eng (und zwischen dem
Besitzer und mir hätte es sicher genauso geknallt, wie zwischen den Hunden, wären wir uns jeweils zu nahe
gekommen - weil da kann ich schon eklig werden, wenn mich einer terrorisiert.)


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Oval 5

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Re: Ausdruck und Bedeutung. Was sagt mir mein/der Hund?
« Antwort #7 am: 07.05. 2014, 18h34 »

 lol_27.gif - man übersieht das im normalen Leben so leicht - Fotos sind doch schonungslos


Azi:
"EY! Kannst mal Deinen Schwanz aus meinem Gesicht nehmen! .. päh!"




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Oval 5

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Re: Ausdruck und Bedeutung. Was sagt mir mein/der Hund?
« Antwort #8 am: 26.09. 2014, 23h19 »

Für dieses Thema hier ist heute mal wieder eine Sequenz abgefallen beim Stadtspaziergang:
Rangordnung klären - frei und ohne Dramen
Ich stehe nicht so nah, das ist mit dem Tele fotografiert und dann Ausschnitte aus den Fotos genommen.
Das letzte Bild zeigt meinen Standort - würde ich so direkt daneben gestanden haben, wäre das ziemlich 
sicher weniger locker gelaufen.




















damit, meint man, sollte es das gewesen sein








aber.. Pustekuchen.
Wer sich nicht freiwillig trollt, wird dann deutlich vertrieben.








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Maus

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Re: Ausdruck und Bedeutung. Was sagt mir mein/der Hund?
« Antwort #9 am: 10.11. 2014, 09h22 »

Ein tolles Thema. Danke! Ich werde gern mal stöbern und dazu bei Gelegenheit Fotos machen. Kann man nicht oft genug, gut genug Hinschauen und lernen.

Da ist eine Katze im Gebüsch. Hat Ally die schon gesehen und will es nicht gesehen haben oder hat sie es wirklich noch nicht gemerkt?



Jetzt hat sie sie auf jeden Fall gesehen.



Aber, huch, könnte gefährlich sein, fall mich bitte nicht an, ich mach dir nix und du mir bitte auch nicht, ich will ja nichts von dir, du bist mir nicht geheuer



Ok, ich kann es mal wagen langsam weiter zu gehen (hoffentlich springt sie dann nicht auf mich los), bleib einfach da wo du bist!



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Maus

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Re: Ausdruck und Bedeutung. Was sagt mir mein/der Hund?
« Antwort #10 am: 10.11. 2014, 09h35 »

Hier, wir sind im Garten. Madam erwartet einen Knochen der auf sich warten lässt. Sie liegt, ist aber angespannt. Die Ohren zeigen dass sie brav sein will aber im Blick sieht man eindeutig die Forderung. Ich würde sagen sie sagt; " Ich bin ganz brav aber du weisst ganz genau, dass ich jetzt das Recht auf einen Knochen habe, wir haben doch eine Abmachung! und ich warte und warte, es es wird doch jetzt wirklich langsam Zeit!?"



Hier im Tram. Die nächste Station raus. Sie fragt (und hofft!), gell nächste raus, kommst du?



Merke, bei beiden Fotos hat sie das rechte Ohr leicht angehoben (hat sie auch oft wenn sie auf dem Spaziergang stehen bleibt um auf mich zu warten, dabei zurückschaut aber eigentlich gerne schnell weiter würde). Es scheint mir eine Frage zu sein aber mit einer klaren Aufforderung darin. "Kommst du endlich?!", "gehen wir endlich?!" "Machst du endlich?!"
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