Das machen die unter sich aus......

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Das machen die unter sich aus......

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Oval 5:
Das machen die unter sich aus?

Der Greyhound.. ist ein "Kunstprodukt" menschlicher Züchterkunst.
Und damit ist er unter den Hunden nicht alleine.

Wir haben aus dem Wolf in Jahrtausenden züchterischer Selektion
Hunde gemacht. Diese haben wir wieder unterteilt in verschiedene
Rassen.
Im Gegensatz zu den heutigen Bewertungen auf Ausstellungen,
haben uns dabei über Jahrtausende in erster Linie spezielle
Verhaltensweisen der Tiere interessiert.
Wir haben z.B. Hunde gezüchtet, die erstklassige Jäger sind, aber
ihre Beute nicht töten. Das ist z.B. beim Retriever wichtig. Er
soll "mit weichem Maul" die Beute greifen und zum Jäger bringen.
Wir haben aber auch Hunde gezüchtet, die unbedingt und fraglos
sofort zupacken und auch töten sollen - was hilft ein Ratten
jagender Terrier, wenn er die Ratten wieder frei läßt.. also hat man
bei der Zucht für diesen Zweck besonderen Wert gelegt darauf, daß
die Zuchttiere ihre Beute erlegen.
Auch unter den Windhunden gibt es solche Rassen. 

Nun.. der Renn-Greyhound soll das nicht tun.

Er soll in der Gruppe um die gleiche Beute konkurrieren mit größt-
möglicher Geschwindigkeit und das ohne die geringsten Anzeichen
von wehrhaften Verhaltenselementen. Da laufen schon mal Rüden
mit läufigen Hündinnen im gleichen Feld auf der Bahn hinter dem
künstlichen Hasen her und sie dürfen noch immer nicht den Kopf
drehen, sollen sie nicht ausgeschlossen werden (wovon natürlich
nur die Besitzer wissen).
Um unter diesen Bedingungen konkurrenzfähig zu sein, legt der
Mensch in der Zucht größten Wert auf Verträglichkeit der
Greyhounds und eine starke Erregbarkeit durch den "flüchtenden"
optischen Reiz.
Die Haltungsbedingungen mit von Geburt an oft vielen Hunden auf
vergleichsweise engem Raum und ab etwa 6-9 Monaten einem
ungestörten Kennel, in dem jeweils nur ein, oder zwei gut
harmonierende, Tiere leben, tun ihr übriges dazu, daß die Renn-
Greys ausgesprochen tolerant sind gegenüber Artgenossen. Sie
halten Nähe einfach gut aus; auch wenn sie unter Streß stehen.
Und sie sind gewohnt, sich nicht körperlich auseinanderzusetzen.
Weil - wie gesagt - Individuen, die sich versuchen wehrhaft zu
verhalten, seit vielen, vielen Generationen schnell aussortiert
werden um die Rennen nicht zu gefährden.

Soweit so gut.

Wenden wir uns nun der täglichen Wirklichkeit deutscher Hunde-
halter zu:
Auf mehr oder weniger begrenzten Flächen treffen sich oft
beträchtliche Mengen Menschen mit ihren Hunden ganz unterschied-
licher Rassen, gehen, stehen, treffen und unterhalten sich, beachten
das Treiben ihrer Vierbeiner mehr oder weniger aufmerksam mit
mehr oder weniger Sachverstand. Ich will das nicht werten, denn
selbst der schlauste Hundemensch hat mal ahnungslos begonnen
und eben dazu gelernt - oft aus seinen Fehlern der Anfangstage.

Alle diese Hunde, die wir da treffen, sind mehr oder weniger
spezialisierte und perfekte Vertreter ihrer Zuchtselektion.
Selbstverständlich auch welche, die wegen "Wesensmängeln" nie in
die Zucht kommen könnten.
Wir zwingen unsere Hunde in diese unnatürlichen Situationen, zum
einen durch die selektive, spezialisierende Zucht, zum anderen
durch unsere Lebensbedingungen als "moderne Menschen".

Mit Wölfen (statt Hunden) an unserer Seite würden wir uns nicht
erlauben können, zu mehreren auf einer Wiese zu stehen, kommen
und gehen ohne lange und sukzessive Gewöhnung (und selbst dann
ist es fraglich, ob wir es im Einzelfall schaffen könnten).

Es ist also an uns dafür zu sorgen, daß die Dinge, die wir unseren
Hunden täglich zumuten, nicht über deren Fähigkeiten gehen.
Und wenn wir unsere ehemaligen Rennhunde in neue Situationen
bringen mit Hunden, die auf ein zum Teil völlig anderes
Verhaltensrepertoire hin gezüchtet worden sind, Verhalten mit
denen Rennhunde zum Teil nie Kontakt hatten, dann reicht es ganz
sicher nicht darauf zu bauen, daß "die das schon untereinander
regeln".
Ganz im Gegenteil ist das, als würden wir unseren ehemaligen
Renner genau in dem Moment verlassen, in dem er uns am meisten
braucht. Und das ist - mit Verlaub - keine Art mit unseren besten
Freunden umzugehen.

Also, wenn Euch das nächste mal jemand sagt, "die machen das
schon alleine aus", dann überlegt Euch, ob das eine gute Idee ist.
Und wenn Ihr nicht völlig sicher seid, dann sorgt dafür, daß Ihr die
Kontrolle über die Situation behaltet und Euer ExRacer nicht alleine
einem Hund gegenübertreten muß, der vielleicht ein bisschen
Raufen als gute Abwechslung im langweiligen Alltag empfinden
würde.

Greys wehren sich nämlich nicht........ jedenfalls nicht schnell genug.


KimC:
Windhunde unter sich machen es meistens untereinander aus. Ihre Körpersprache weicht etwas von andere Rasssengruppen ab. Renngreys kennen meistens nur Renngreys, und die recht dominante körpersprache von zB ein Spitzhund können sie nicht vestehen. Der Spitz, der an aufrechtstehende Ohren, und eine Rute die stets hoch geführt wird, sieht im WIndhund wegen der Anathomie (Niedrig angesetzte, und geführter Rute, Ohren an den Kopf liegend, krummer Rücken) ein sehr demutiger Hund, obwohl dies evt garnicht zutrifft.
Meine Russen sind auch nur an Barsoren gewöhnt, und verhalten sich wohl auf dem Punkt ählich wie Greys die auch nur greys kennen. Mit greyhounds sind sie übrigens stets gut ausgekommen.
 

Oval 5:

--- Zitat von: KimC am 26.02. 2014, 09h48 ---Windhunde unter sich machen es meistens untereinander aus. Ihre Körpersprache weicht etwas von andere Rasssengruppen ab. Renngreys kennen meistens nur Renngreys, und die recht dominante körpersprache von zB ein Spitzhund können sie nicht vestehen. Der Spitz, der an aufrechtstehende Ohren, und eine Rute die stets hoch geführt wird, sieht im WIndhund wegen der Anathomie (Niedrig angesetzte, und geführter Rute, Ohren an den Kopf liegend, krummer Rücken) ein sehr demutiger Hund, obwohl dies evt garnicht zutrifft.
Meine Russen sind auch nur an Barsoren gewöhnt, und verhalten sich wohl auf dem Punkt ählich wie Greys die auch nur greys kennen. Mit greyhounds sind sie übrigens stets gut ausgekommen.

--- Ende Zitat ---

Wie oben schon geschrieben ist der Grey in den seltensten Fällen (es gibt IMMER und ÜBERALL Ausnahmen natürlich!) ein Hund, der sich versucht seinen Weg mit den Zähnen zu bahnen. Der Barsoi ist, soweit ich ihn erlebt habe, auch nicht besonders hitzköpfig. Gemeinsam ist ihnen beiden auch, daß sie vergleichsweise zurückhaltend signalisieren. Die Körpersprache ist ziemlich sparsam (im Gegensatz zu z.B. dem Azawakh, der geradezu Plakate vor sich her trägt mit seinen Stimmungen und Vorhaben; auch ein Windhund... aber wirklich ganz anders.). Also verstehen sie sich gut in der Körpersprache.
Wo der Barsoi aber dann, wenn es ihm reicht, auch nicht gerne Gefangene macht sondern dann wirklich klare Verhältnisse schafft (und das auch körpersprachlich vorher seltenst verschweigt), ist der Greyhound in der ganz überwiegenden Zahl der Fälle tatsächlich eher auf Rückzug bedacht, dreht den Köpf weg, geht mit dem Gewicht nach hinten. Der Greyhound beißt sich einfach nicht freiwillig, selbst wenn es darum geht, die eigenen Haut zu retten. Und daraus ergibt sich eben, daß man mit der Kombination wenig Probleme erwarten muß.
Sie verstehen sich, der Greyhound gibt nach, alles ist fein...

.. aufmerksam sein muß man mit Hunden trotzdem immer, nicht daß das hier jetzt so blümchenmäßig mißverstanden wird, denn... . 

WENN der Greyhound die Schwelle mal überschreitet, ist es allerdings auch kein Spaß - schon weil man außer einem Halsband eigentlich nichts wirklich greifen kann und dann geht es überirdisch schnell! Das Fell ist so kurz und glatt, daß einem der Hund wie ein Aal durch die Finger gleiten würde. Dadurch, daß Greys aber fast ausnahmslos mit wenig Druck gut zurück beordert werden können, ist das wirklich so eine one in a million Situation. Und man kennt den eigenen Hund ja, sieht dann auch, wann es Zeit wird, ihn aus einer Situation abzurufen. Man verhindert das tunlichst im Vorfeld und hat wirklich sehr selten nötig, sich überhaupt einzumischen.

Was man nicht kann, ist einem Greyhound sagen, er solle sich früher verteidigen.

Da ist der Greyhound einfach, bis er es gelernt hat (was ich niemandem rate, ihm das beizubringen), oft völlig überfordert.
Ich habe das erlebt, daß meine Hunde angegriffen wurden von einem Schäferhund und sich nicht rechtzeitig gewehrt haben. Der Blaue ist seit dem nicht mehr nur friedlich, warnt auch lautstark (läßt sich aber trotz seinen 33 kg nach wie vor wirklich leicht, buchstäblich mit dem kleinen Finger an der Leine, zurückrufen), aber die Prinzessin würde auch heute wieder den Kürzeren ziehen. Es ist schlicht meine Aufgabe als Hundeführer, das zu verhindern.
Also "selber ausmachen" ... bei mir bitte nur, solange das ganz sicher mit ein bisschen Körperhaltung und Signalen getan ist, die Hunde sich kennen, und ich die Hunde und ihre Art miteinander umzugehen.
Risiko werde ich keines eingehen. Schon weil sich der Grey nicht schnell genug verteidigen würden.
Ganz abgesehen davon, daß Raufereien einfach schon soooowas von überflüssig sind  icon_mrgreen.gif   


   

Joker:
Eine Bekannte von mir führt eine Ex-Rennerin Grey. Als mein Terrier das erste Mal auf die Schönheit traf, war er begeistert. Ein Hund, der aussieht wie er, nur etwas größer. Also hat er sie angespielt. Die Hündin ging zunächst ganz freundlich auf seine Avancen ein, worauf mein Terrier aufdrehte, er begann ein körperorientiertes und lautes Spiel. Nein, er hat nicht gebissen, sondern gedrängelt, geschubst, stand auf den Hinterbeinen und griff nach Terrierart mit den Vorderbeinen nach ihr. So hatte sich die Hündin das aber nicht vorgestellt. Sie wollte ihn hetzen bzw. um die Wette rennen. Sie haben dann das Spiel abgebrochen und mein Terrier brauchte ein wenig, um zu verstehen, das die Hübsche gerne gesittet neben Frauchen gehen möchte und sich höchstens zu einem kurzen Sprint herablässt . Daher möchte ich mir nicht ausmalen, zu welchen Missverständnissen zwischen Hunden ein unkontrolliertes "das machen die unter sich aus" führen kann.
Joker

KimC:
Terrier und Windhund sind sehr unterschiedlich. Leider neigen Terrrierhalter dazu zu denken das alle Hunde ihre Hunde mögen. Dasselbe gilt übrigens auch für Labradors und deren halter. Labrador schein eine körpersprache zu haben das nur von Labradors entziffert werden kann.
Ich vermeide sie. Terrier sind of an ene Flexiliene, was ich ncht erleben möchte ist das ein munterer Flezi-Terrier zwischen den beine meine Hunde hin und herläuft.

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