Hundebesitzer müssen "die Verantwortung übernehmen"

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Autor Thema: Hundebesitzer müssen "die Verantwortung übernehmen"  (Gelesen 2785 mal)

Oval 5

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Ein Zeitungsartikel vom 8.Januar 2013 aus dem Leinster Express.
Leinster ist in Irland und liegt etwa 50 km westlich von Dublin.

Der Artikel ist insofern interessant, als der Irische Tierschutz in den vergangenen Monaten
deutlich verstärkt dafür eingetreten ist die Streunerproblematik mit den damit verbundenen
vielen eingeschläferten Hunden in den Dog-Pounds in den Fokus der Öffentlichkeit zu
rücken und sich auch aktiv beteiligt hat an der massiven Werbung die eingefangenen
Hunde aus den Pounds zu übernehmen, statt einen Welpen vom Züchter zu kaufen.

Als "Züchter" wird in dem Zusammenhang in etwa das bezeichnet, was hierzulande längst
mit dem Begriff "Vermehrer" tituliert wird - Puppy Farms die, wie ich aus einem Beitrag
vage im Hinterkopf habe rund 30.000 Welpen alleine nach England exportiert hatten in
einem der letzten Jahre.

Im Rahmen dieser Tierschutzbestrebungen greift eine zum Teil auffallend verniedlichende
Sicht auf den Hund um sich, der in den meisten auch der hier verlinkten Poundie-Threads
auf fb zur Genüge nachgelesen werden kann. Nicht wirklich verwunderlich, wenn man die
Demografie Irlands mit einem sehr großen Anteil sehr junger Menschen bedenkt. Nicht
verwunderlich aber auch, daß solche Strömungen auch die Kritiker auf den Plan rufen.

Das also als Basis, in welche Stimmung dieser Artikel hinein geschrieben wurde.


Dog owners ‘must take responsibility’ , 8.1.2013

Hundebesitzer "müssen Verantwortung tragen"

FOTO
Eines der Opfer des Hunde-Angriffs auf Schafe kürzlich nahe Mountmellick

ANGRIFFE auf Schafherden durch Hunde in und um Laoise haben Rufe laut werden lassen,
Hundebesitzer sollten die volle Verantwortung für ihre Lieblinge übernehmen.

Eine Bauernfamilie aus Mountmellick ist "am Boden zerstört" nachdem sie zwei
Schäferhunde ertappten, die einige ihrer Schafe töteten und verstümmelten.

Durch den Angriff in der Christwoche verlor der Familie 14 ihrer 200 Schafe. Zusätzlich
wurden einige der Schafe verletzt und traumatisiert durch den Angriff. 

Im Gespräch mit dem Leinster Express erklärte Claire O’ Brien, daß sie und der Ehemann
Henry Burns neben den toten und verwundeten Schafen noch eine Gruppe dicht
gedrängter Mutterschafe auf einem anderen Feld gefunden hätten die offensichtlich
verängstigt waren von dem was um sie herum vorging. Claire sagte, daß die besagten
Hunde vielleicht für einen Morgenspaziergang hinaus gelassen worden wären und sie
glaube, die Hunde seinen nicht besonders lang draußen gewesen. 

"Sie hechelten, aber sie machten keine Pausen" sagte sie.

Die örtliche Polizei und der dog warden (~ Hundebeauftragter/ Hundefänger) kamen zum
Schauplatz, wo einer der Hunde erschossen wurde. Nach der Aussage von Claire gab es in
der Gegend in den vergangenen Monaten eine Reihe von Angriffen auf Schafe bei denen
unterschiedliche Hunde beteiligt waren.     

Sie erklärte, die Tiere wären "zwei anständige Hunde, die auf den Geschmack von Blut
gekommen wären" und fügte hinzu, daß es ein Problem der ganzen Gegend wäre und die
Leute bestimmte Straßen wegen bösartiger Hunde nicht mehr gehen.       

"Es ist nicht so, daß die Hunde schlecht wären, wir haben selber einen Hund, aber sie ist
nachts eingesperrt. Jede Nacht werden irgendwo in der Gegend Schafe von Hunden
gerissen und man braucht großes Glück um die Hunde zu erwischen."

Clair fügte hinzu, daß sie und Henry jetzt in ständiger Angst leben davor, daß sich ein
solcher Angriff wiederholen könnte und fügt hinzu, daß es ein großer Anteil ist, 14 von
200 Schafen zu verlieren. 

"Schafe bringen keinen großen Ertrag. Wir erleiden einen Einkommensverlust, es ist ein
harter Einschnitt in unserem Einkommen. Es ist der Verlust dieser Zuchttiere über Jahre
und zusätzlich fehlen deren Lämmer. Nach einem Angriff kann es auch zu missgebildeten
Lämmern oder Totgeburten kommen."

Sie fügte hinzu, daß die Bauern darauf vertrauen, daß Hundebesitzer auf ihre Hunde
aufpassen.

"Es wäre gut, wenn die Menschen weniger tolerant wären gegenüber streunenden
Hunden - laut Gesetz müssen sie unter Kontrolle sein. Die Menschen verteidigen Hunde
als wären sie Kinder, aber sie kümmern sich nicht um die Hunde wie um Kinder - das muß
aufhören."   

IFA National Sheep Chairman James Murphy wiederholt das, und erklärt, daß Angriffe wie
dieser, einschließlich dem kürzlich in Roscommon zu häufig wären. Er führte aus, daß im
Control of Dogs Act (Gesetz zur Kontrolle von Hunden) steht:
"Wenn ein Hund Vieh ängstigt, soll der Besitzer oder wer immer den Hund hält schuldig
sein eines Vergehens, außer es ist nachgewiesen, daß der Hund zum fraglichen Zeitpunkt
das Vieh geängstigt hat zum Zweck widerrechtlich eingedrungenes Vieh zu vertreiben, und
das im Hinblick auf die Umstände diese Handlung vernünftig und notwendig war"         

Er erklärte, daß auf den 30.000 Schaf-Farmen im Land in den kommenden drei Monaten
bis zu 2,5 Millionen Lämmer geboren werden und daß Schafherden, speziell in der Nacht,
sehr anfällig seien für Hundeangriffe.

"Neben den wirtschaftlichen Verlusten, für die man die Hundebesitzer zur Verantwortung
ziehen kann, können die Konsequenzen aus Sicht tierschützerischer Aspekte für die Herde
sehr schwerwiegend und lang anhaltend sein. Schafe erholen sich nie vollständig von den
Folgen eines Hundeangriffs und können langfristig Probleme mit unter anderem der
Reproduktion erleiden sowie einer allgemein angegriffenen Gesundheit infolge erhöhter
Nervosität."

Übersetzung oval@greyts.eu - Keine Verantwortung für die rechtlich einwandfreie Übersetzung der
Gesetzespassage - ich tu nur was ich kann...

 

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Oval 5

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Re: Hundebesitzer müssen "die Verantwortung übernehmen"
« Antwort #1 am: 25.04. 2013, 08h40 »

Diesmal Wicklow.

Was bei uns im Wesentlichen im Zusammenhang mit den langsam zurückkehrenden
Wölfen diskutiert wird ist für Irischen Schafbauern tägliche Realität mit streunenden
Hunden: Gerissene Schafe. Und es geht nicht um einzelne Schafe. In dem Artikel sind
alleine 12 Schafe gerissen worden, weitere verletzt und es fehlt von einem Teil der
Herde noch jede Spur.
Man halte einen Augenblick inne und denke daran, daß für 7 getötete Greyhounds gerade
zum Jahrestag eine Mahnwache abgehalten worden war...
Wer hält in einem Jahr eine Mahnwache für diese Schafe?
Sicher niemand.
Aber das geht genauso wenig wie Greyhounds in einer Kiesgrube erschießen und liegen
lassen!   


Dog owners warned to control their pets after vicious attack at Lough Dan
By WicklowNews.net, Apr 23rd 2013, 15:00 



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Re: Hundebesitzer müssen "die Verantwortung übernehmen"
« Antwort #2 am: 13.05. 2013, 00h01 »

Zu diesem Thema -
das in Irland angesichts nach wie vor großer Mengen frei streunender Hunde und einem reichen Bestand an
Schafen eine ganz andere Dimension hat als z.B. in Deutschland -
hat der Laois Dog Pound ein Zeichentrick Video des RTE aus dem Jahr 1984 ausgegraben, in dem Hundebesitzer
aufgefordert werden, ihre Hunde unter Kontrolle zu halten.
 

Hier ist es:

http://youtu.be/


Auch der liebste Hund kann, wenn er unkontrolliert unterwegs ist, zum Killer werden heißt es da.
Ist ja so...


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Oval 5

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Re: Hundebesitzer müssen "die Verantwortung übernehmen"
« Antwort #3 am: 08.03. 2014, 15h23 »

Es geht durchaus auch ohne Zeichentrick... ohne Fiktion ... einfach dokumentarisch:

und für alle, die in einer Gegend leben wo weit und breit keine Schafe sind:
Es sieht mit einem Reh auch nur so lange anders aus, wie das noch Kraft hat zu laufen.


DogsAttackSheep_button

"Das ist was Ihr Hund anstellt, wenn sie ihn nicht bei sich halten ....Dieses Schaf ist so
schwer verletzt worden, daß es wahrscheinlich nicht überleben wird.  der Sohn hat das
gefilmt, während der Vater dem Schaf zu Hilfe gekommen ist. ......ihr Lamm war letzte
Woche von Hunden getötet worden .......bis zu 40 Schafe sind in diesem kleinen Bereich
in den letzten Wochen getötet worden von Hunden.  .........."


Ich stelle das ein, weil einem ja das Verständnis für so radikale Lösungen wie das
Einschläfern von Streunerhunden in den Pounds nicht eingehen möchte, wenn man die
Bedingungen im Land einfach nicht überblickt.
Viele dieser eingefangenen Poundies werden von ihren Besitzern, möchte ich wetten,
nicht wegen der Gebühr für's Abholen aus dem Pound nicht wieder ausgelöst, sondern
weil ja sein könnte, daß der Hund einen viel teureren Schaden angerichtet hatte - zum
Beispiel Schafe gerissen.. oder einen Autounfall ..

Die Iren sind im Schnitt weniger wohlhabend als wir in Deutschland. Das Geld für eine
Haftpflicht-Versicherung für den Hund sparen sich schon bei uns viele. Ganz klar, daß
es noch mehr unversicherte Hunde gibt, wo die Menschen weniger Geld zum Leben haben.

Das entschuldigt alles nicht, aber es erklärt. Weil man, was man nicht versteht, nicht
korrekt beantworten kann, ist es schlicht oberstes Gebot, die Bedingungen kennen zu
lernen, bevor man sich wertend einbringt.


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Re: Hundebesitzer müssen "die Verantwortung übernehmen"
« Antwort #4 am: 21.03. 2014, 01h47 »

WARNUNG - GRAUSAME BILDER.


Das ist, was Chris und mich gestern Abend erwartete, als wir gegangen sind um unsere Schafe zu
füttern. Sie sind von frei laufenden Hunden auf unserer Farm gerissen worden. Ich habe in den
letzten paar Tagen einige Storys gelesen über von Hunden getötete Schafe und Kommentare
darüber, daß die Bauern kein Mitleid mit ihren Tieren hätten. Nun, ich kann Euch sahen, das ist
bull**** Cris und ich weinten wie Babys draußen mitten am Feld gestern. Ich konnte den ganzen
Tag heute nichts essen weil jedes Mal wenn ich es versuchte kam es mir wieder hoch. Jedes Mal
wenn ich letzte Nacht die Augen zu gemacht habe konnte ich nur das arme Schaf sehen, dem das
halbe Gesicht weggerissen war und das mit unerträglichen Schmerzen noch immer lebte. Ich
möchte unserem Tierarzt Michael meinen größten Dank aussprechen, der vergangene Nacht 2 Mal
zu uns kam. ich stelle diese Bilder nicht ein um Mitgefühl zu ernten, sondern um Hundebesitzer
dafür zu sensibilisieren, was ihre Hunde anrichten können, wenn sie nicht unter Kontrolle gehalten
werden. 

Die Fotos:
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In einem der Kommentare schreibt sie, daß sie für 60 bis 70 Hunde in ihrer Tierschutzstation
sorge und daß sie 30 davon gleichzeitig raus bringen kann - die, die beim ersten Pfiff zurück
kommen, laufen frei, die anderen sind eben angeleint. Mitgefühl für den Besitzer, dessen
Hunde nun lebten, während ihre Schafe tot seien - wofür?
und in einem anderen,
daß dem Besitzer seine Hunde davon gelaufen waren, er heim gegangen ist weil sie nicht
wieder kamen. Vier Stunden später, nach dem die Schafe gerissen waren, sei er dann wieder
gekommen, habe den ersten Hund gefunden und mitgenommen. Der zweite Hund konnte
dann später eingefangen werden. Sie heben wohl aus der Ferne das alles mitansehen müssen,
wären aber zu spät vor Ort gewesen.


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Re: Hundebesitzer müssen "die Verantwortung übernehmen"
« Antwort #5 am: 24.01. 2017, 14h41 »

Diesmal ohne häßliche Bilder - "nur" die Übersetzung eines aktuellen Artikels
über einen Prozeß gegen den Halter zweier Rottweiler, die im Englischen
Shropshire 35 Schafe einer Herde gerissen haben bis die Polizei dem Treiben
ein Ende bereitet hat.

Zitat
Original auf dogworld.co.uk: Drunk dog trainer’s Rottweiler kills 35 lambs

Rottweiler eines betrunkenen Hundetrainers töteten 35 Lämmer

24.1.2017


Ein auf "aggressiv" Rassen spezialisierter Hunde-Verhaltenstrainer hat zugegeben, der Eigentümer
der zwei Rottweiler zu sein, die Dutzende von Lämmern getötet haben.


Richter Abbas Mithani sagte zu Charles Ross-Robertson aus Stanton Lacy, Nähe Ludlow (Shropshire
/UK), daß eine Freiheitsstrafe nicht ausgeschlossen wäre, nachdem sich der 64-jähriger in zwei
Fällen als die Besitzer/Verantwortlicher für einen an einem öffentlichen Ort in Hereford Crown
Court gefährlich außer Kontrolle geratenem Hund schuldig bekannt hat.


Nachdem die beiden Hunde auf einer Farm in Risbury im September letzten Jahres ein Gemetzel
verursacht hatten, wurden bewaffnete Polizisten wurden gerufen.


Mehr als 35 Lämmer wurden getötet oder verletzt in dem Angriff, während von anderen jede Spur
fehlt.


Die Polizei und der junge Bauer, der am Boden zerstört war nach der Angriff auf seine Herde,
regen an, Hundebesitzer daran zu erinnern, welchen Schaden ihre Hunde an landwirtschaftlichen
Nutztiere verursachen können.


Tom Hadley, der das Land gepachtet hat, glaubt der Vorfall koste ihn Tausende Pfund und eine
Zuchtlinie.


Herr Hadley war von Nachbarn über den Angriff alarmiert worden und mußte von der anderen
Seite von Worcester kommen, wo er gearbeitet hat, um zu dem Landstück zu kommen.


"Ich fand zwei Hunde auf dem Feld vor, die gerade ein Lamm fraßen", sagte er.


"Überall lagen tote und verletzte Lämmer herum. Es war ein Gemetzel."


Das Gericht hörte, daß Herr Ross Robertson derzeit Gegenstand einer
Gemeinschaftsrechtsordnung sei wegen Trunkenheit am Steuer und verurteilt worden ist, eine
Straftat, die am selben Tag wie der Angriff begangen wurde.

Er wurde von Richter Abbas Mithani gewarnt, dass eine Haftstrafe möglich wäre und das Gericht
sie aussprechen könne.


Der Richter sagte es sei eine Angelegenheit "tiefe Besorgnis", daß wenn die Hunde frei liefen oder
nicht richtig überwacht würden, sie auch Passanten sehr ernsthaften Schaden hätten zufügen
können.


Das Gericht nahm zur Kenntnis, daß der Crown Prosecution Service beabsichtige, einen Antrag
auf eine Tötung der Hunde zu stellen, die von der Polizei nach dem Vorfall beschlagnahmt
wurden.


Eine Anklage von Besitz von Angriffswaffen an einem öffentlichen Ort wird bei den Akten bleiben,
während die Anklage als Besitzer eines Hundes, der Viel beunruhigt zurückgezogen wurde.


Herr Ross Robertson wird am 14. März verurteilt werden.
Übersetzung: Oval@greyTs.eu


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