Belle Vue - werden sie es retten oder nicht?

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Autor Thema: Belle Vue - werden sie es retten oder nicht?  (Gelesen 233 mal)

Oval 5

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Belle Vue Stadium, 1926 die erste Rennbahn Englands und heute die letzte im Nord-Westen, hat Schwierigkeiten. Nicht, daß die Besucher fehlen würden, das Einzugsgebiet ist riesig und die Klientel fehlt auch nicht, aber es gibt heutzutage ja kein gutes Grundstück mehr, auf das nicht potente Investoren ein Auge werfen. Die Stadtverwaltung hat im Dezember einem Plan zugestimmt, der das Gelände mit Wohnungen zupflastern soll, wie die Manchester Evening News am 19.12.19 ausführlich berichtete  icon_arrow.gif.
Das Totschlagargument Nr. 2 nach dem der Schaffung/dem Erhalt von Arbeitsplätzen soll's richten: Häuser und Wohnungen bauen.
Was bleiben soll, ist eine neue Wohnsiedlung mit hohen Renditen für die, die sie bauen und vermieten, weil Neubauten waren für Käufer und Mieter noch nie günstig zu haben. Und für die einfachen Leute, die sich das sowieso nie leisten könnten, soll auch noch ihr letztes Stadium verschwinden, in dem neben den Greyhounds auch der Motorsport eine Basis hat.

Eine Gruppe mit dem Namen Friends of Belle Vue Stadium (FOBVS) versucht die Lage zu drehen - sie sind auf der Suche nach Geldern, um das Grundstück mit dem Stadium zu kaufen und so ihr Stadium und den Sport zu retten.




Ich finde das richtig!
 
Wo immer man hinschaut, verarmt das kulturelle Angebot zugunsten einiger weniger Aktivitäten, die hauptsächlich VIEL GELD für die Initiatoren versprechen.
Es gibt Weihnachtsmärkte,
teure Konzerthallen für große Events und geldige Menschen,
langweilig vorhersehbare Filmproduktionen bei deren Besuch die Tüte Popcorn das aufregendste ist,
Fußball und Skisport auf präpariertem Gelände,
Verkaufsausstellungen für riesige Landmaschinen und Schweinestall-Einrichtungen um Nutztiere unter herzzerreißenden Bedingungen einzupferchen,
oder Messen für Computerkram
und so weiter und so fort.

Was es kaum mehr gibt,
sind Kleintiermärkte oder Fischbörsen, bei denen das Tier direkt vom Züchter zum späteren Besitzer umzieht,
Vereinstreffen um gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen,
kleine, verrauchte Lifemusik-Kneipen in denen sich die Musiker um's Eck einen Namen machen können,
Filmtheater, in denen noch Filme für's Hirn gezeigt wurden und nach deren Eindrücken man guten Grund hatte, sich mit Freunden zusammen über das Gesehene anschließend zu unterhalten.
Auch die kleinen gut sortierten Läden, in denen man noch ohne Umwege und blöde Sprüche Ersatzteile bekommen konnte, fehlen schon großteils vom kleinen Kramerladen am Eck und der Kneipe daneben ist auf weite Strecken längst nichts mehr geblieben.
 
... und eben Hunde-Rennbahnen, auf denen ein wirklich schneller Hund auf gut gepflegtem Geläuf nach tierärztlichem Check Gas geben kann und wir dabei zuschauen dürfen.
Alles weg.

Vor lauter Gutmenschentum reduziert sich unser sogenannt modernes Leben auf einen Abklatsch dessen, wozu der Mensch fähig wäre, würde man ihn lassen.
Das ist einfach nur schlecht, egal von wo aus man es betrachtet
...
und deshalb bin ich der Meinung, daß es falsch ist, jedes Grundstück mit noch mehr Häusern zuzukleistern statt Wohnungen gemeinsam zu nutzen und mit ein paar m² weniger zurechtzukommen. Das Leben ist eine Option, für die uns ein paar Jahre in der Geschichte des Universums geschenkt sind. Je mehr unterschiedliche friedliche Beschäftigungen wir in dieser Zeit erleben können, desto wahrscheinlicher ist für jeden etwas Passendes dabei und ein Zusammenleben spannend und vielfältig möglich.


Ich jedenfalls wünsche, daß es sogar für gut gepflegte Windhund-Rennbahnen auch weiterhin genug Raum gibt zwischen Straßen, Läden, Wohnungen und den unterschiedlichen Interessensgruppen.


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