Wenn die Frösche aussterben...

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Autor Thema: Wenn die Frösche aussterben...  (Gelesen 1610 mal)

Oval 5

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Wenn die Frösche aussterben...
« am: 17.03. 2016, 14h24 »

... wird man es merken

Zitat von: twitter.com/BabyAnimalPics, 26.10.2014
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KimC

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Re: Wenn die Frösche aussterben...
« Antwort #1 am: 17.03. 2016, 18h48 »

So ist es.
Leider gehen die bestände von Frösche zurück. Und keiner kümmert sich. Artenschutz, das ist doch irgenwas mit Serengetti in Afrika oder sowas?
Noch in den 1990 gab es im Frühling noch ein Ohrenbetäubendes spektakel wenn die Frösche abends und nachts singen. Wer nicht warten wollte dass sie abends anfing, konnte mit ein kleiner, halbvoller Streichholzschachtel schütteln. Dann fingen sie an.
Jetzt gibt es hier und da ein quarks, aber nichts wirkling beeindruckendes. Eines tages wird es wohl garnichts mehr geben. Und keiner kümmert sich. Freizeitfischer fangen keine Frösche. Nein, aber Forellen! Damit die sich ausbreiten konnten, wurden kleinere Staudämme entfernt, und sogar alte Wassermühlen abgerissen. Diese Staudämme werden wohl die frosche fehlen, und die wenige die zurückbleiben nehmen die Forellen.
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Oval 5

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Re: Wenn die Frösche aussterben...
« Antwort #2 am: 17.03. 2016, 21h39 »

Glaubst Du nicht, daß in dem bei Euch gebauten Überflutungsgelände gute Chancen für eine stabile Frosch-Population entstanden sein könnte?

Wo ich bis letztes Jahr gewohnt habe, gab es durch zunehmend mehr Gartenteiche ziemlich viele Frösche und auch eine Weile deutlich laute Nächte. Das mochte auch nicht jeder natürlich. Allerdings gab es dort auch noch den in vielen Orten längst zugeschütteten Dorfteich, in dem es bezüglich der Frösche gewaltig zugegangen ist.

Die Gegend war mit Wasser verwöhnt, viele Gräben, Bäche und der große Speichersee. Das Grundwasser war in weiten Teilen der Gemeinde bei nur 80 cm unter der Grasnarbe sehr weit oben. Da gibt es für Frösche - und natürlich entsprechend auch Reiher etc. ideale Bedingungen.

Ich erinnere mich mit Schrecken an den Abend, als ich die vielen frisch auf die Wanderung gegangenen Frösche von der Straße getragen habe. Dann die Fotos hier eingestellt habe, noch ganz gefangen in den Eindrücken der unverkennbaren Angst der gerade aus dem Winterschlaf aufgewachten Tier, die nach Monaten der Ruhe mit entsetztem Herzschlag aber zu klamm um schnell zu springen, die Straßen überquert haben und dabei in großer Zahl unter die Räder gekommen waren.

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KimC

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Re: Wenn die Frösche aussterben...
« Antwort #3 am: 18.03. 2016, 08h21 »

Der Hochwasserschutz (Der in diesem Winter kläglich als solcher versagt hat) ist bei wenig niederschlag, wie es im Frühling ürig ist, trocken. Gerade dann haben die Frösche das Wasser nötig.
Gartenteiche nützen da wenig. Es muss schonmal feuchtgebiete von eine gewisse grösse seien, damit eine Population bestehen kann. Auch muss eine geewisse Tiefe vorhanden sein damit es kein Austrocknen gibt. Seen die nicht austrocknen können auch Fische beheimaten. Da gewinnt dann die Forelle, weil dahinter ein grosser (und zahlungsfähiger) Interessegemeinschaft steht.
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Oval 5

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Re: Wenn die Frösche aussterben...
« Antwort #4 am: 19.03. 2016, 12h33 »

Ja, wenn es komplett austrocknet geht es nicht.
Die Gartenteiche sind da besser. Nicht ein einzelner, da geb ich Dir völlig Recht, aber wenn viele Gartenbesitzer je einen Teich anlegen, dann kann man es wirklich merken, weil die Frösche dann auch wandern können.
Und da kann man tatsächlich darauf Achten, daß eben keine Fische den Laich auffressen.

Am Speichersee entlang sind auf viele Kilometer Fischteiche. Die sind naturgemäß mit Forellen und Karpfen besetzt, und der Speichersee als Vogelschutzgebiet auch noch Heimat von Jägern wie Reiher und Kormoran. Insgesamt waren dort aber anscheinend genug versteckte Ecken ohne Fische, denn das Froschkonzert war über Wochen einmalig und auf jeden Fall intakt :)

Leider kann man das nicht grundsätzlich behaupten und die Amphibien und Reptilien sind deutlich von unserem Umgang mit der Natur in ihren Lebensgrundlagen bedroht. Es ist wirklich an der Zeit, daß wir flächendeckende Nischen schaffen, in denen eben keine Nutzung der Landschaft stattfindet und man auch nicht irgendwo "Ausgleichsflächen" ausweisen kann um überall, wo man das grade will, etwas platt zu machen.

Leider ist das scheinbar unglaublich schwer zu begreifen für viele Menschen, daß sich ein umsichtiger Umgang mit unseren Lebensgrundlagen doch tatsächlich rentiert, obwohl wir dafür eingehen müssen, nicht immer alles auf dem direktesten Weg zu erreichen..


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